Nach Finaltriumph über Penzberg

Merkur CUP: Sensation bei erster Teilnahme - TSV Schäftlarn sichert sich den Titel

Entfesselte Freude: Die Spielerinnen des TSV Schäftlarn, hier nach dem Halbfinalsieg im Achtmeterschießen – ein Team mit „Geschwindigkeit und Power“, sagt Trainerin Andrea Ott.
+
Entfesselte Freude: Die Spielerinnen des TSV Schäftlarn, hier nach dem Halbfinalsieg im Achtmeterschießen – ein Team mit „Geschwindigkeit und Power“, sagt Trainerin Andrea Ott.

Überraschung geglückt. In ihrer ersten Teilnahme am Merkur CUP konnten die Fußballerinnen des TSV Schäftlarn gleich den ersten Platz feiern.

Unterhaching – Als der Schlusspfiff auf Feld B im Hachinger Sportpark ertönte, flogen am Spielfeldzaun etwa 20 Tröten, sogenannte „Air-Horns“, in die Luft.

Die Spielerinnen des TSV 1921 Schäftlarn hatten das hart umkämpfte Finale des Merkur CUP gegen die SG Penzberg mit 2:1 gewonnen und lagen sich in den Armen. Die mitgereisten Jungs warfen ihr Anfeuer-Equipment weg und stürmten zum Feiern aufs Feld.

Titelgewinn bei der ersten Teilnahme für die E-Juniorinnen Schäftlarns überhaupt – was nun ein sportliches Märchen ist, begann als „verrückte Corona-Idee“, wie es die Trainerin der Mannschaft, Nora Ott, ausdrückt. Denn eigentlich spielen die Mädchen in einer gemischten Mannschaft mit den Jungs, ihren mit nach Unterhaching gekommen Fans. Ott: „Wir saßen zusammen und haben uns gedacht, wir haben so viele gute Mädels bei den Jungs dabei, warum probieren wir es mal nicht?“

Dass dieser sportliche Versuch gute Chancen auf Erfolg hat, demonstrierte das Team aus dem südlichen Landkreis München schon in den vorherigen Runden. Souverän zogen die Schäftlarnerinnen dort in den Finaltag ein. Im Bezirksfinale hatten sie sogar ein Torverhältnis von 8:1 erreicht.

„Wir sehen, dass es den Mädchen etwas bringt, mit den Jungs zu trainieren“, meint Trainerin Ott zu den Stärken des Teams: „Wir spielen einfach mit viel Geschwindigkeit und Power“.

Am Finaltag des Merkur CUP wurden die Mädchen von den andern sieben besten Teams des Turniers selbstverständlich dennoch gefordert – gegen Post SV München und (2:0) und den SV Sentilo Blumenau (1:0) setzten sie sich durch, gegen den späteren Finalgegner Penzberg gab es im ersten Aufeinandertreffen noch eine 1:2-Niederlage.

„Viele Mannschaften waren technisch besser und hatten bessere Spielzüge“ gibt die Trainerin zu, fügt aber an: „Wir können eben rennen und kämpfen.“ Allerspätestens im Halbfinale bewiesen das ihre Schützlinge, nach einem 0:1-Rückstand gegen die starken Spielerinnen der SG Röhrmoss/Schwabhausen. „Das wir das noch drehen, hätte ich ehrlich gesagt nicht mehr gedacht“, gibt Ott zu. „Legendär“, sagt sie dazu, dass die Mädchen noch den Ausgleich erzielten und im Achtmeterschießen schließlich die stärkeren Nerven hatten.

Ebenso wie im anderen Halbfinale, zwischen Penzberg und dem FFC Wacker München, fiel die Entscheidung vom Punkt – nur ein Fehlschuss der SG machte den Unterschied aus. Ein emotionaler Höhepunkt, an Spannung nicht zu überbieten. Doch das Highlight sollte im Finale noch folgen.

12 Siegerinnen: Die Schäftlarnerinnen mit Pokal, Merkur-Verleger Dirk Ippen und Gesamtleiter Uwe Vaders

„Der Moment, als wir das 2:1 geschossen haben, war der coolste“, meint Kapitänin Jule nach dem Endspiel und der Siegerehrung. Nachdem die erste Halbzeit torlos und mit Chancen auf beiden Seiten geendet war, hatte ihre Mannschaft nach dem Führungstreffer den Ausgleich kassiert. Doch die Schäftlarnerinnen ließen sich von den ebenbürtigen Penzbergerinnen nicht verunsichern und blieben ruhig. Im direkten Gegenzug gingen sie wieder in Führung durch einen sehenswerten Distanzschuss von Louisa. Die Neunjährige hatte den ersten Treffer ihres Teams am Tag erzielt und darauf hin gemeint: „Vor dem Tor wusste ich sofort, wo ich hinschieße.“ Diese Kaltschnäuzigkeit bewies sie nun wieder und sorgte damit für die umherfliegenden Tröten.

Außerdem dürfen sich die Siegerinnen über gleich drei Preise freuen, allesamt gestiftet vom Frauenteam des FC Bayern: ein unterschriebenes Trikot, die Einladung bei einem Spiel Einlaufkids zu sein und die Gelegenheit für Kapitänin Jule, bei einem Spiel neben der Bank zu sitzen. (Thomas Jensen)

Weitere Artikel

Mächtig abgestaubt

Merkur CUP - TSV Murnau feiert Platz sieben im großen Finale und …

Die Junioren des TSV Murnau konnten sich beim Finale des diesjährigen Merkur CUP den siebten Platz sichern. Obendrauf darf sich der TSV über weitere …
Merkur CUP - TSV Murnau feiert Platz sieben im großen Finale und heimst diverse Preise ein

Schützenfest zum Abschluss

Merkur CUP: 4:0 im Spiel um Platz 3 - FFC Wacker München zeigt ganze …

Der Rekordsieger FFC Wacker München schaffte es dieses Jahr nicht ins Finale. Im Spiel um Platz drei schossen sich die Kickerinnen den Frust von der …
Merkur CUP: 4:0 im Spiel um Platz 3 - FFC Wacker München zeigt ganze Klasse

Nur eine Niederlage

Merkur CUP: Die SG Penzberg wird nach einem furiosen Turnier Zweiter

Die SG Penzberg ging bis zum Finale ungeschlagen durch das Finale. Gegen den Sieger aus Schäftlarn war die Siegesserie jedoch zu Ende.
Merkur CUP: Die SG Penzberg wird nach einem furiosen Turnier Zweiter

Kommentare