Merkur CUP

Heinz-Peter Birkner lobt die Fairness heutzutage - „Hau ihn um – das hörst du nicht mehr“

„Freude beim Toreschießen ist am größten“: Deswegen führte Birkner die Extrapunktregel ein.
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„Freude beim Toreschießen ist am größten“: Deswegen führte Birkner die Extrapunktregel ein. Foto: marcus schlaf

Der Fairnessaspekt beim Merkur CUP hat sich über die Jahre zum Positiven gewendet. Das findet auch Ehrenspielleiter und CUP-Gründer Heinz-Peter Birkner.

Unterhaching – Ein Zuschauer, der im Hachinger Sportpark die Spiele des Finaltags verfolgte, hat eine ganz besondere Verbindung zum Merkur CUP: Heinz-Peter Birkner ist der Gründer des größten E-Junioren-Turniers der Welt. In seiner Funktion als Verbands-Jugendleiter des BFV war er der Initiator des Turniers und ist für vieles mitverantwortlich ist, was den Merkur CUP ausmacht.

Im Gespräch mit unserer Zeitung spricht der 82-Jährige über die Entwicklung des Turniers und erinnert sich an die Anfänge.

Herr Birkner, hätten Sie sich 1994 vorstellen könne, dass der Merkur CUP fast drei Jahrzehnte später so ein großes Turnier sein würde?

Nein, das war damals gar nicht gedacht. Damals gab es kaum Spielmöglichkeiten für diese Altersklasse, daher wollten wir es organisieren. Die Vereine waren alle begeistert. Ursprünglich war es für fünf Jahre geplant. Nicht weil wir gesagt haben, danach langt es, sondern weil wir überlegt hatten, wie lange das Format wohl überleben kann.

Nun hält sich das Turnier schon 28 Jahre – und ein Ende ist nicht in Sicht . . .

Die Vereine waren von Beginn an Feuer und Flamme, im ersten Jahr hatten wir schon über 300 Vereine. Wir hatten aber auch mal Jahre mit über 450 Clubs.

Vieles ist beim Merkur CUP besonders, etwa der Fair-Play-Preis oder die Extrapunktregel ab drei erzielten Toren . . .

Wir haben eben immer geschaut, was wir weiter verbessern können. Im ersten Jahr hatte ich mich furchtbar geärgert über die Ergebnisse: 1:0 oder 0:0. Weil die Vereine darauf aus waren, Tore zu verhindern und nicht zu schießen, nach dem Motto: Hinten zu und vorne hilft der Liebe Gott. Aber der hilft eben nicht immer. Ich habe genau das Gegenteil gesagt, denn die Kinder freuen sich noch mehr über das Toreschießen als über das Verhindern. Daher haben wir dann gesagt: Ab drei oder mehr Toren gibt es einen Zusatzpunkt – als es für Siege noch zwei Punkte gab sogar und nicht drei. Das hat viel gebracht, dass die Spiele offener wurden.

Noch mehr im Mittelpunkt als offensiver Fußball sind die Werte, die das Turnier vermittelt . . .

Ehrenspielleiter: Hein-Peter Birkner.

Man muss sagen, dass die Fairness allerdings schon immer im Mittelpunkt war, das gab es schon nach dem dritten oder vierten Jahr, später kam dann noch das Buch der Werte hinzu.

Und spüren Sie eine Verbesserung des Umgangs beim Merkur CUP?

Ja, wesentlich. Von außen vor allem. Der Umgang der Spielerinnen und Spieler untereinander ist fast immer in Ordnung. Aber von außen, so etwas wie „Hau ihn um“, das hört man jetzt nicht mehr.

Einer der letzten großen Entwicklungen war die Hinzunahme eines Mädchenturniers.

Als wir 2013 gestartet sind damit, gab es vielleicht in ganz Oberbayern 30 Mädchenmannschaften. Mit sechzehn davon haben wir dann angefangen.

Wenn Sie jetzt zuschauen, was freut Sie am meisten?

Die Freude der Kinder und wie sie Spaß daran haben. Das Schlimmste ist, wenn Mannschaften das Achtmeterschießen verlieren. Da stellt sich überhaupt die Frage, ob man alle Platzierungen ausspielen muss. Im DFB wird ja davon weggegangen, Platzierungen im Kinderfußball auszutragen. Ob sich das durchsetzt, ist natürlich auch eine andere Frage.

Interview: Thomas Jensen

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