Eine Löwen-Faust zum Abschied

Mit 148 Zentimetern schon ein Großer: Billy Bracher wurde von Macron als bester Torwart des Finalturniers ausgezeichnet.

Trotz starker Torwart-Leistung wird 1860 wieder nur Dritter – Trainer-Urgestein Leder sagt Servus

Billy Bracher riss die Faust hoch. „Den Ball irgendwie noch erwischen“, sagt er, das sei ihm in dem Moment durch den Kopf gegangen. Und tatsächlich lenkte der Torwart des TSV 1860 den Kopfball von Dachaus Kapitän Admir Gojak aus kürzester Entfernung noch über die Latte. Es war die Parade des Turniers. Nicht nur wegen der Sprungkraft und Reaktionszeit des 10-Jährigen. Sondern auch, weil es dabei für seine Löwen um alles ging. Denn es lief die letzte Minute des letzten Gruppenspiels – und wäre der Kopfball hinter Billy im Tor gelandet, dann hätte es das Vorrunden-Aus für die Blauen bedeutet, die immerhin neunfacher Merkur-CUP-Sieger sind. So aber rannten sie nach dem Abpfiff auf ihren Torwart zu und dankten ihm für seine Faust, die alle Chancen wahrte.

Allerdings: Im Halbfinale war dann trotzdem Schluss. 0:1 gegen die SpVgg Unterhaching. Zusammen mit der 0:1-Vorrundenniederlage gegen den FC Bayern ergibt das für die Löwen einen eher unbefriedigenden Nachmittag. – und unter dem Strich Platz 3, wie im Vorjahr. „Logisch, dass das ein Thema ist, wenn man gegen Bayern und Haching verliert“, sagte 1860-Vizepräsident Hans Sitzberger nach der Siegerehrung.

Sie hatten sich mehr erhofft – auch, um ihrem Trainer Franz Leder einen schönen Abschied zu bescheren. Das Urgestein sagte beim Final-Turnier Servus. Nach acht Merkur-CUP-Teilnahmen, bei denen er drei Mal ganz oben auf dem Podest stand, zwei Mal Zweiter und drei Mal Dritter wurde. Warum es diesmal nicht für den Titel gereicht hatte? „Die Gruppenphase“, so Leder, „hat uns viel Kraft gekostet.“ Mehr als sonst, meint er damit, weil nicht nur das Spiel gegen Bayern bis zum Schluss knapp war, sondern auch die Dachauer es seinen Löwen schwer machten. „Wir mussten da bis zum Schluss Gas geben.“

Das hat vielleicht genau die Kräfte gekostet, die dann im Halbfinale gegen Unterhaching in der zweiten Halbzeit gefehlt haben. Denn bis dahin konnten die Löwen das Spiel ausgeglichen gestalten und kamen zu ihren Chancen. „In der ersten Hälfte waren wir besser, in der zweiten dann Unterhaching“, gab auch Löwen-Vize Sitzberger zu.

Torwart Billy Bracher hätte seinem Trainer gern den Titel zum Abschied geschenkt. Ohnehin sagt er: „Ich bin traurig, dass Herr Leder in Ruhestand geht, weil er ein sehr, sehr guter Trainer war.“ Zumindest für den Schlussmann hielt der Nachmittag am Ende noch eine freudige Überraschung bereit: Er wurde zum besten Torwart des Turniers gewählt. Für seine Parade gegen Dachau und einige weitere Glanztaten.

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