Die Underdogs vom FC Unterbiberg wehren sich leidenschaftlich

Tatort Zwergerstraße: Immer wieder tönte Matthias Eibels Ruf übers Spielfeld: „Zugriff!“ Doch es waren nicht etwa Beamte eines Sondereinsatzkommandos im Krimi-Dauerbrenner, die der Anweisung folgten, sondern die E-Junioren-Fußballer des FC Unterbiberg.

Und sie machten das gut. Denn ihren Gegner gelang es tatsächlich nicht allzu oft, sich dem Zugriff der Underdogs zu entziehen. Am Ende waren die Unterbiberger als Dritte ihrer Gruppe zweifellos die glücklichsten unter den ausgeschiedenen Nachwuchskickern. Denn sie waren gar nicht erst mit der Ambition angetreten, das Kreisfinale zu erreichen. „Weiterkommen ist nicht das Ziel. Wir sind im Breitensport daheim“, betonte Eibel, ihr Trainer. „Für die Jungs ist es schön, dass sie dabei sind und einmal in ihrem Leben gegen Haching spielen dürfen.“

Zunächst aber ging es gegen den ebenfalls als übermächtig eingestuften FC Deisenhofen. Mit dem 0:1 zog sich der FCU sehr achtbar aus der Affäre. „Wir haben uns schwer getan. Wenn es blöd läuft, kriegen wir kurz vor Schluss sogar noch das 1:1“, zollte selbst FCD-Trainer Tobias Rembeck dem Außenseiter Respekt. Eibel gab sich hingegen bescheiden: „Das Fußballerische, das wir normalerweise versuchen, können wir gegen Deisenhofen nicht machen. Das geht nur gegen gleichstarke Mannschaften. Deshalb haben wir da ein bisschen Hauruck gespielt.“

Hauruck heißt in diesem Fall Kampfgeist. Und den zeigten die von ihrer Fan-Gemeinde lautstark angefeuerten Unterbiberger dann auch gegen den Top-Favoriten aus Haching. Mitte der zweiten Halbzeit schaffte Korbinian Progner sogar den 2:1-Anschluss, fast hätte er noch das 2:2 geköpft. Erst ganz am Ende zog die SpVgg auf das standesgemäße 6:1 davon.

„Die Unterbiberger haben sich sehr leidenschaftlich gewehrt, gut verteidigt und es verdient lange eng gehalten“, lobte auch Hachings Coach Patrick Unterberger den Außenseiter, der sein letztes Spiel gegen den TSV Brunnthal mit 3:0 gewann, damit sogar den Zusatzpunkt für drei geschossene Tore einheimste. „Wir sind zufrieden. Wir haben etwas erlebt“, schmunzelte Eibel nach dem couragierten Auftritt seiner Buben.  um

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