Der Trainer war schon Merkur CUP-Sieger

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Alle auf einmal: ESV Freimann, SC Amicitia, TSV Moosach-Hartmannshofen, FC Fasanerie-Nord, SpVgg 1906 Haidhausen, TSV Turnerbund und SV Oly.-Concordia. Die SG MSV/Bajuwaren trat nicht an.

Vorbild in Haidhausen: Daniel Höpfinger siegte als Spieler bei 1860, jetzt formt er mit Sebastian Bracher eine starke U 11.

Mit das Spannendste an den ersten Runden im Merkur CUP ist immer, zu sehen, welche Mannschaften heuer möglicherweise das Potenzial haben, den Großen im Turnierverlauf ein Bein zu stellen. Am Sonntag auf der Anlage der SpVgg 1906 Haidhausen wurde schnell klar: Der Gastgeber stellt 2016 ein Team, das es sehr weit schaffen kann. Gemessen an der Altersklasse spielen die Haidhauser einen ungewöhnlich disziplinierten Fußball. Die Erfolgsgaranten sind dabei die beiden Trainer, von denen einer bereits den Merkur CUP als Spieler gewonnen hat.

Gute Landung! Ein Moosacher Spieler beim Flugkopfball.

Sebastian Bracher und Daniel Höpfinger haben die E-Junioren der SpVgg 1906 im vergangenen Juli übernommen. „Da war das ein ziemlicher Sauhaufen“, sagte Bracher am Sonntag, er meinte das natürlich liebevoll, „aber wir haben dann angefangen, den Jungs beizubringen, wie wir Fußball spielen wollen.“ Sprich: Gepflegtes Kurzpassspiel mit einstudierten Laufwegen und taktischer Disziplin. Das sei gar nicht so einfach: „Wir sind junge Trainer und eigentlich nie zufrieden. Wir müssen uns aber immer wieder vor Augen führen, dass wir da mit Kindern arbeiten.“ Bracher und Höpfinger spielen selbst für Haidhausens Erste, trainieren A- und E-Junioren.

Was die SpVgg 1906 da zum Beispiel im Spiel gegen den TSV Turnerbund zeigte, war schon außergewöhnlich. Gefühlt 95 Prozent Ballbesitz, die Außenbahnen immer besetzt, die Offensiven ständig in Bewegung. Dass der ballführende Spieler mal keine Anspielstation hatte: kam nicht vor. Die große Frage lautet natürlich: Wie gelingt es, einer U11 so etwas beizubringen? „Wir trainieren dreimal die Woche, sind dabei oft streng, aber die Kinder sehen, was wir für Erfolg haben. Zudem passt die Chemie zwischen uns Trainern, den Kindern und den Eltern“, erklärte Bracher.

Das erklärte „Primärziel“ (Bracher) für diese Saison ist es, möglichst lange dabeizubleiben im Merkur CUP, dem weltgrößten E-Juniorenturnier, das unsere Zeitung gemeinsam mit dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV), Sponsor E.ON Bayern, der Bavaria Filmstadt sowie cewe und Ensinger Mineral-Heilquellen veranstaltet. Den nötigen Ansporn konnte Daniel Höpfinger liefern. Der 23-jährige Trainer gewann Anfang des Jahrtausends mit dem TSV 1860 den Merkur CUP – damals an der Seite von Peniel Mlapa, der für 1860, Hoffenheim, Gladbach, Nürnberg und aktuell Bochum in der 1. und 2. Bundesliga spielte, und gegen Nicola Sansone, der damals beim Finalgegner FC Bayern spielte und heute seine Tore in der italienischen Serie A für Sassuolo Calcio schießt. „Ich habe unseren Jungs Fotos von meinem Triumph damals gezeigt“, erzählte Höpfinger.

Dass die SpVgg 1906 Haidhausen im diesjährigen Merkur CUP durchaus eine gewichtige Rolle spielen kann, zeigen übrigens auch die Ergebnisse einiger Turniere, an denen die E-Junioren teilnahmen. Im Winter wurde das Team in Deggendorf 4. von 40 Mannschaften, schlug dabei auch den Nachwuchs des FC Augsburg. Bei einem anderen Turnier in Kirchheim unterlag man Jahn Regensburg erst im Elfmeterschießen. Der Regensburger Trainer sei nach dem Spiel vorbeigekommen und habe großen Respekt für die Haidhauser Leistung ausgedrückt, berichteten Bracher und Höpfinger mit leuchtenden Augen.

Neben der SpVgg 1906 Haidhausen gelang übrigens auch dem FC Fasanerie Nord, dem TSV Moosach-Hartmannshofen und dem ESV Freimann der Einzug in die 3. Runde. Der SC Bajuwaren tauchte zum Zweitrundenturnier am Sonntag leider gar nicht auf.

Ergebnisse:

GRUPPE 1 

ESV Freimann – (SG) MSV/Bajuwaren 2:0

SC Amicitia – TSV Moosach-H. 0:5

ESV Freimann – TSV Moosach-H. 0:0

MSV/Bajuwaren – SC Amicitia 0:2

TSV Moosach-H. – MSV/Bajuwaren 2:0

SC Amicitia – ESV Freimann 1:2.

1. SV Moosach-H. 3 7:0 8

2. ESV Freimann 3 4:1 7

3. SC Amicitia 3 3:7 3

4. (SG) MSV/Bajuwaren 3 0:6 0 (Bajuwaren nicht angetreten)

GRUPPE 2

FC Fasanerie-Nord – SpVgg 1906 Haidhausen 1:2

TSV Turnerbund – SV Oly.- Concordia 0:2

FC Fasanerie-Nord – SV Oly.-Concordia 2:2

SpVgg 1906 Haidhausen – TSV Turnerbund 4:0

SV Oly.- Concordia – SpVgg 1906 Haidhausen 0:4

TSV Turnerbund – FC Fasanerie-Nord 0:2

1. SpVgg 1906 Haidhausen 3 10:1 11

2. FC Fasanerie-Nord 3 5:4 4

3. SV Oly.-Concordia 3 4:6 4

4. TSV Turnerbund 3 0:8 0

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