Kritik gibt’s nur an Neuers Haaren

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Ihre Jacken sind rot, ihr Fußballerz ist es auch: Der Nachwuchs des TSV Peiting.

Über 100 Nachwuchskicker sehen Bayerns 1:1 gegen Hoffenheim

Als es endlich soweit war und die Fußballprofis des FC Bayern und der TSG Hoffenheim die finalen Meter zum Mittelkreis spazierten, brüllten und grölten über 100 Kinder im Block 306 der Münchner Arena. Der Oberrang versprühte am Samstagnachmittag beste Laune – mit allem, was halt dazugehört, wenn eine große Gruppe Kinder sich zu einem Fußballspiel versammelt.

Einem Jungen plumpste kurz vor Anpfiff der Spezi-Becher vom Schoß. Das kann unter Fußballfans schon mal in einem Wortgefecht enden, doch die Jungs vor ihm blickten nur kurz irritiert nach hinten. Dann wischten sie sich grinsend die Spezi-Spritzer von den eigenen Jacken und setzten ihre eigene kleine Popcorn-Schlacht fort. So schön kann Fußball sein!

Als 90 Minuten zuvor die Nachwuchskicker des TSV Peiting in der Arena angekommen waren, klebte im Block 306 noch kein Spezi am Boden, auch war dort noch kein Popcorn zu finden. Mehr als 100 Plätze hatte der FC Bayern für die E-Jugendlichen bereitgestellt, die sich beim Merkur CUP hervorgetan hatten.

Die Peitinger Auswahl war die erste, die ausgerüstet mit Trikots, Schals und sogar Fahnen des deutschen Meisters, die gewonnen Sitze einnahm. Es folgten 15 weitere Mannschaften, die sich in den Kreisfinals des Merkur CUP behauptet hatten.

Ein paar Reihen über den Peitinger Jungs saßen die Fußballerinnen vom FFC Wacker München. Als die Bayern-Spieler vorgestellt wurden, jubelten sie mit. Nur Judith, 10, hielt sich zurück. Sie hält es mit dem TSV 1860. Einen Münchner Star findet sie dann doch ganz gut: Manuel Neuer. Freilich hat sie aber auch am Bayern-Torwart etwas auszusetzen. „Die Frisur“, bemerkte sie, „er hat die Haare nicht schön“. Ihre Freundinnen lachten, Judith legte sich die Finger grübelnd ans Kinn. „Er müsste die Frisur ein bisschen aufpeppen“, rät sie: „Oder eine Cap aufziehen.“

Auch einen Tipp zum Spiel gab Judith ab: 2:1 für die Bayern. Damit lag sie am Ende übrigens besser als fast alle anderen. Denn die Bayern kamen gegen Hoffenheim nicht über ein 1:1 hinaus – trotz famoser Stimmung in Block 306.

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