Huglfings „doppeltes Lottchen“ trifft

Fescher Hingucker: Die Helferinnen des SC Huglfing trugen Dirndl und zogen viele Blicke auf sich.

Das 2700-Seelen-Dorf hat ein großes Herz für Frauenfußball – am Ende belegt der Gastgeber Platz 6

Als Gastgeber hatten sich die Mädchen des SC Huglfing für ihre Zuschauer eine besondere Torjubel-Zeremonie überlegt. Man muss den Fans ja was bieten. Bei ihren Treffern wollten die Spielerinnen alle in Richtung Eckfahne laufen, erst auf die Knie gehen und dann mit gestreckten Händen ganz zu Boden fallen. Einen Strich durch die Rechnung machte ihnen zunächst aber das Aluminium des heimischen Sportplatzes, das die Huglfinger einer intensiven Materialkontrolle unterzogen: Einem erzielten Treffer standen nach der Vorrunde eine Handvoll Pfosten- und Lattentreffer gegenüber. Sonst wäre statt Platz 3 in der Gruppe auch der Einzug ins Halbfinale möglich gewesen.

Erst im Spiel um Platz 5 gegen die SpVgg Markt Schwabener Au nahm die Huglfinger Tor- und Torjubelmaschinerie Betrieb auf. Verantwortlich dafür war ein Duo mit gemeinsamem Nachnamen und gemeinsamem Geburtstag: Hanna und Emma, die Zwillingstöchter von Trainer Marco Tragl, brachten ihr Team mit je einem Treffer zur 2:0-Führung, Hanna hatte auch schon den Vorrundentreffer erzielt.

Oder war es doch Emma? Unterscheiden kann das ungeübte Auge sie nur an den unterschiedlichen Schuhmodellen und den Rückennummern. Die Positionen auf dem Spielfeld wechseln die beiden munter durch. „Manchmal bin ich Sturm, manchmal im Mittelfeld“, so Hanna. Kein Wunder, dass manche Mitspieler bisweilen immer noch nicht genau wissen, ob sie da gerade zu Emma oder zu Hanna passen. Gut aufgehoben ist die Kugel bei beiden.

Überhaupt ist Huglfing ein Dorf, in dem der Frauenfußball größer geschrieben wird. Rund 80 Nachwuchskickerinnen sind im Verein – beachtlich für ein 2700-Seelen-Dorf. Außerdem gibt es mit Harald Gärtner einen eigenen sportlichen Leiter für den Frauen- und Mädchenfußball. „Wir versuchen, den Mädels eine große Plattform zu bieten. Sie sollen von klein auf bis nach oben bei uns im Verein spielen können“, so lautet Gärtners Maxime.

Dazu passte die Ausrichtung des Merkur-CUP-Finales der Mädchen bestens, weshalb sich der Sportliche Leiter gemeinsam mit Marco Tragl und Andreas Drexler, dem Trainerduo der E-Juniorinnen, erfolgreich um die Finalausrichtung bewarb. Rund 100 Huglfinger waren laut Gärtner für den reibungslosen Turnierablauf im Einsatz.

Am Ende reichte es im Spiel um Platz 5 trotz des Doppelpacks der Zwillinge nicht zum Sieg. Aber nach Platz 7 im Vorjahr ist auch der 6. Rang ein Erfolg. Und weil Emma und Hanna erst zehn Jahre alt sind, dürfen sie es im nächsten Jahr nochmal beim Merkur CUP probieren. Wie gejubelt wird, steht schon fest.

Kommentare