Finalort Mammendorf

Am 16. Juli findet das Merkur CUP Finale der Jungen beim SV Mammendorf statt. Hier stellen wir euch den Finalort vor:

Mammendorf ist eine Gemeinde im Landkreis Fürstenfeldbruck und liegt etwa 8 km westlich von Fürstenfeldbruck bzw. 35 km westlich von München. Der Ort wurde im Jahr 758 n. Chr. gegründet und zählt heute etwas über 4.700 Einwohner 

Mammendorfer Freibad

Rutsche im Mammendorfer Freibad

Ein beheiztes Freibad, Planschbecken, Wasserpilz, Strömungskanal – diesen Badespaß bietet mittlerweile fast jede Stadt an. Bei einem Dorf mit 4700 Einwohnern ist das schon eher selten. Und für das zwischen Fürstenfeldbruck und Augsburg direkt an der B2 gelegene Mammendorf sind derartige Attraktionen nur angenehme Randeffekte. Denn Hauptanziehungspunkt für die mehr als 100 000 jährlich aus nah und fern kommenden Gäste ist ein einmaliges Rutschvergnügen: Mitten durchs saftige Grün der Außenanlagen schlängelt sich auf 173 Meter die knallgelbe Superwasserrutsche bergab. Schon als das in Besitz des Landkreis Fürstenfeldbruck stehende Freibad vor 31 Jahren eröffnet wurde, gehört die Monsterrutsche zu den größten seiner Art in Bayern. Errichtet auf einem künstlichen Hügel bilden sich im Hochsommer zwar oft lange Warteschlangen an der Treppe nach oben, doch dank einer Ampelanlage am hoch gelegenen Startpunkt geht es dann relativ schnell und nass bergab. Beim alljährlichen Wettrutschen demonstrieren die Könner, wie’s geht: die Badehose zwischen die Pobacken gesteckt, damit möglichst wenig bremsender Textilkontakt mit der Plastikrinne besteht, abstoßen, Arme hinters Genick, Beine angewinkelt – und ab geht die Post. Wär’s etwas gemütlicher will: Gleich neben Freibad und Rutsche samt Restaurant (kostenlose Parkplätze) wurde ein idyllischer, frei zugänglicher Badesee inklusive Jugendzeltplatz (anmeldepflichtig) geschaffen.

Ehrenbürgerin Margit Quell

Margit Quell

Eine Legende der paralympischen Spiele ist die populärste Einwohnerin Mammendorfs: Margit Quell, die bald 67-jährige Ehrenbürgerin der Gemeinde, hat in den 1970er-Jahren reihenweise Goldmedaillen abgeräumt. Damals allerdings hatten die stets unmittelbar nach Olympia und an den gleichen Sportstätten ausgetragenen Paralympics noch nicht den medialen Stellenwert heutiger Tage. An Liveübertragungen im TV haben die Athleten damals nicht in ihren kühnsten Träumen gedacht. Die nach einer Polio-Erkrankung in ihrer Kindheit im Rollstuhl sportelnde Mammendorferin stand sowohl bei den Schwimmwettbewerben als auch in diversen Leichtathletik-Disziplinen ganz oben auf dem Treppchen. Später setzte sie ihre Karriere auf dem Parkett fort und war Europameisterin im Rollstuhltanz. Mittlerweile ist sie Botschafterin der weltweiten paralympischen Gemeinde und stets Ehrengast bei den Spielen. So wird sie auch heuer ihre Koffer packen und sich auf den Weg nach Rio machen. Der Sport hat sie zur Weltenbummlerin gemacht. Athen, Peking, Sotschi – wo auch immer das olympische Feuer brennt, ist Margit Quell dabei. Das Merkur CUP-Finale im Heimatort wird die mittlerweile zur Ehrenbürgerin ernannte SPD-Politikerin, die standesgemäß auch als Sportreferentin Landkreis Fürstenfeldbruck fungiert, nicht live verfolgen können, obwohl sie gleich neben dem Fußballplatz wohnt. Sie hat zeitgleich einen Termin bei Ministerpräsident Horst Seehofer.

Der SV Mammendorf

Die Herren des SV Mammendorf

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind Fußballbuben und Zuschauer, wenn sie am 16. Juli das Merkur CUP-Finale in Mammendorf verfolgen. Denn der dort gastgebende Sportverein hat heuer Vereinsgeschichte geschrieben und ist gleich mit zwei Mannschaften aufgestiegen. Die vom Münchner Heiko Nausch trainierten Männer des Vereins wurden nach einem bis kurz vor Saisonende packenden Zweikampf mit dem TSV Fürstenfeldbruck-West Meister in der Kreisklasse. Gleiches Kunststück gelang den von Lokalmatador Werner Kothmeier trainierten Mammendorfer Frauen. Beide Teams werden in der neuen Saison nun in den jeweiligen Kreisligen am Ball sein. Für die Männer erfüllt sich damit ein Traum, der nach etlichen vergeblichen Anläufen Realität wird. In den Jahren zuvor waren die Mammendorfer meist nach einer furios gestalteten Vorrunde mit einem Blackout aus der Winterpause gekommen und stets am Aufstieg gescheitert. Die 1500 Mitglieder des am 25. August 1946 gegründeten Vereins haben sich überregional vor allem einen Namen für ihr Organisationstalent gemacht. Mehrere Male wurden bereits Merkur CUP-Kreis- und Bezirksfinals ausgerichtet, erst vor wenigen Tagen machte der im Landkreis populäre Sparkassencup mit seinen Endspielen dort Station. Die meiste Arbeit aber macht den ungewöhnlich vielen Helfern jedes Jahr das Pfingstturnier, zu dem Jugendmannschaften aus ganz Deutschland anreisen. Dann gleicht das riesige Sportplatz-Areal einem Campingplatz.

Die Windhund-Abteilung

Windhundrennen

Es ist eine in Bayern einmalige Stadion-Atmosphäre in der Merkur CUP-Arena von Mammendorf. Denn dort liefern sich an manchen Tagen vierbeinige Flitzer und zweibeinige Torjäger ein Fernduell. Möglich macht das die unmittelbare Nachbarschaft von Fußballern und der beim Sportverein integrierten Windhund-Abteilung. Die hat zwar ihre Glanzzeiten aus den 1980er-Jahren längst schon hinter sich, die aufwändige Anlage ist aber noch längst nicht verstaubt. Windhunde sind „Sichtjäger“. Haben sie ein Wild erspäht, jetzt sie es solange, wie es sich in Sichtweite bewegt. Auf der Rennbahn wird als Lockmittel aber kein richtiger Hase verwendet, sondern ein Bündel aus flatternden Kunststoffbändern. Das wird auf einer von einem Benzinmotor angetriebenen, rund um die Bahn führende Auslegeranlage gezogen. Im Idealfall läuft der Hund aus einem Startkasten heraus bis ins Ziel hinter dem Bündel her – sofern er nicht vorher die Lust verliert. Die Renndistanz beträgt zwischen 350 und 370 Meter – also fast eine Stadionrunde. Seit 1978 sind die Windhundfreunde beim Mammendorfer Sportverein aktiv. Wobei die eigentliche sportliche Leistung von den „Viecherl“ erbracht wird. Sofern sie noch auf der Bahn sind. Denn die Herrchen und Frauchen werden in der Windhund-Szene immer weniger. Statt früher üblichen internationaler Rennen beschränkt sich das Vereinsleben mittlerweile auf einige wenige vereinsinterne Trainingstage.

Mehr Informationen zur Gemeinde Mammendorf finden Sie hier.

Hier geht's zur Vereins-Website des SV Mammendorf.

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