Hachings kleine Kämpfer sind traurig

Tränen lügen nicht: Unterhaching weint, Löwen-Keeper Erion (Mitte) ballt die Faust.

Niederlage gegen den TSV 1860 erst im Achtmeter-Krimi – Präsident Schwabl spendet Trost

Die Augen von Manfred Schwabl leuchteten. Am Spielfeldrand verfolgte der Präsident der SpVgg Unterhaching das Halbfinale seiner E-Junioren gegen den TSV 1860 und die hielten wacker dagegen. Angetan hatte es Schwabl einer ganz besonders: Mittelfeldspieler Florian Schuler. Die Hachinger Nummer 9 zählte zwar zu den kleinsten Buben auf dem Feld, ging aber keinem Zweikampf aus dem Weg und zeigte, dass er auch mit dem Ball gut umgehen kann. Kurzum: Ein Wadlbeißer mit Gefühl im Fuß – so wie einst Schwabl, bei dem Erinnerungen wach wurden. „Ich war in dem Alter sogar noch kleiner“, so der ehemalige Mittelfeldspieler, der als Profi dann für der FC Bayern, den TSV 1860 und den 1. FC Nürnberg auflief.

Florian war nicht der einzige Hachinger, der den Löwen um einen halben Kopf unterlegen war. Seinen Mitspielern Elion Haxhosaj und Moritz Dalpiaz ging es nicht anders. Leichtes Spiel hatten die Sechzger trotzdem nicht, denn die kleinen Hachinger wuchsen im Halbfinale über sich hinaus und waren immer wieder nur durch Fouls zu stoppen. Per Strafstoß konnte Kapitän und Abwehrchef Tim Hoops so die 1:0-Führung der Blauen ausgleichen. Die kleine Sensation eines Hachinger Finaleinzugs gegen den Favoriten von der Grünwalder Straße war greifbar, nach Ende der regulären Spielzeit stand es 1:1. „Die Zuschauer spüren, dass da was in der Luft liegt und feiern euch bei jedem Angriff“, gab Trainer Patrick Unterberger seinen Buben für die Verlängerung mit auf den Weg, „gebt nochmal alles, danach trage ich euch notfalls vom Platz.“

Und obwohl den Hachingern mehr und mehr die Kräfte schwanden, retteten sie sich ins Achtmeterschießen. Dort hatten Schwabls Buben nach einem Lattentreffer der Löwen zwischenzeitlich sogar die Nase vorn, zeigten dann aber zweimal Nerven. Als der letzte Schuss der Löwen über Torwart Manuel Ertl ins Netz ging, flossen die Tränen. „So dagegenzuhalten gegen die Sechz’ger, das ist für uns schon ein super Erfolg“, tröstete Präsident Manfred Schwabl die kleinen Hachinger Wadlbeißer.

Dass zum Team von Trainer Unterberger so viele kleine Techniker zählen, ist kein Zufall: „Das ist ein Ergebnis unserer Philosophie“, so Unterberger, „wir schauen, dass wir fußballerisch hochwertige Jungs bekommen. Aber wenn solche Spieler auch noch physisch stark sind, dann sind wir für sie nicht die erste Adresse, sondern Bayern oder Sechzig.“

Beim Spiel um Platz drei gegen den SC Fürstenfeldbruck war dann die Luft raus. „Das Sechzig-Spiel hat uns ziemlich viel Kraft gekostet, weil wir alles reingehauen haben“, sagte Kapitän Tim Hoops nach der 0:3-Niederlage. Da konnte auch „Mini-Schwabl“ Florian schon wieder lachen. Sein Vorbild sei der Präsident aber nicht. Er orientiere sich eher an Merkur-CUP-Schirmherr Philipp Lahm. Wie für die Hachinger gilt für Lahm: Klein, aber oho.

Kommentare