Enttäuschung bei den roten Feinfüßen

Überragend gespielt – und am Ende doch (nieder)geschlagen: Die Bayern-Buben nach unglücklich verlorenem Endspiel.

Der Bayern-Nachwuchs glänzt mit reifer Spielanlage und 20 Toren, muss sich aber im Finale 0:1 geschlagen geben.

Die Uhr lief unerbittlich. Drei Minuten hatten die Buben vom FC Bayern noch, um den 0:1-Rückstand gegen den TSV 1860 wettzumachen. Nicht wenige kämen da auf die Idee, jegliches Konzept über Bord zu werfen und das Glück in langen Bällen vor das gegnerische Tor zu suchen. Bayerns Co-Trainer Önder Nazilgül aber rief seinen Spielern auf dem Rasen zu: „Wir haben noch genug Zeit, spielt euren Fußball!“

Und tatsächlich ergaben sich so auch noch zwei Chancen – ohne Brechstange, sondern durch technisch feinen Spielaufbau mit Kurzpässen aus der Defensive heraus. Antonio Bösch und Matteo Schablas fehlte aber wie allen Bayern im diesjährigen Merkur-CUP-Finale das Glück. Als der Schlusspfiff den Sieg der kampfstarken Löwen besiegelte, war die Enttäuschung der roten Feinfüße über Platz zwei sehr groß.

„Ich denke, wir haben den besten Fußball hier gespielt“, konstatierte Trainer Dominik Putzke, „aber die Sechzger haben defensiv sehr gut gearbeitet, mit viel Leidenschaft gekämpft. Und wenn man am Schluss 1:0 gewinnt, dann hat man es auch verdient.“

Bis zum Finale schien die Tormaschine des FC Bayern unaufhaltsam. Ungeschlagen und mit 14:1 Toren war die Mannschaft um Kapitän und Spielmacher Kenan Yildiz durch die Vorrunde marschiert. Und auch der SC Fürstenfeldbruck wurde im Halbfinale eindrucksvoll mit 6:1 besiegt.

Die ersten vier Halbfinal-Tore gingen dabei aufs Konto eines roten Trios, das sich in Mammendorf als Achse des Erfolgs präsentierte. Das 1:0 und das 4:0 besorgte Torjäger David Amegnaglo, der technisch beschlagen und mit viel Dynamik für die gegnerischen Abwehrreihen kaum zu fassen war. Das 2:0 schoss Marc Zimmermann, der als zentraler Verteidiger die Defensive organisierte, aber auch Ausgangspunkt der Angriffe war und immer wieder selbst den Weg in die Spitze suchte. Und das 3:0 erzielte Kapitän Kenan Yildiz, der mit viel Gefühl im Fuß als Ballverteiler agierte, aus der Distanz aber auch den Abschluss suchte.

Die torgefährliche Achse war von Trainer Putzke so geplant: „Wir haben zwei zentrale Spieler, die die Bälle verteilen sollen und auch mit angreifen dürfen“, erklärte er. Und wenn im Zentrum kein Durchkommen war, wie im Finale gegen die kompakten Löwen, „sollen auf der Außenbahn möglichst immer zwei Spieler stehen, um dort Überzahl zu schaffen“. Fast wäre der Plan aufgegangen: Außenverteidiger Florian Polak machte mächtig Betrieb und kam drei Mal aussichtsreich zum Abschluss.

Eine reife Spielanlage, feine Füße, insgesamt 20 Tore in fünf Spielen – und am Ende trotzdem nur Zweiter. Trainer Putzke tat es leid für seine Buben. Er konnte ihnen keinen Vorwurf machen, denn sie hatten die Trainer-Anweisung bis zuletzt beherzigt und ihren Fußball gespielt.

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