Merkur CUP-Kids in der Allianz Arena

Heute Fan, morgen Profi?

Jubeln schon wie die Profis: Die Bayern-Junioren mit Mittelfeldmann Marius Wörl (vorne rechts).

Nachwuchs-Fußballer sehen 2:0-Erfolg der Bayern gegen Ingolstadt.

Marlin Seelbach ließ sich vor dem Spiel der Bayern eine Wurstsemmel schmecken.

Marlin Seelbach, 11, konnte sich das Spiel zwischen dem FC Bayern und Ingolstadt am Samstag ziemlich entspannt ansehen. Fan ist er von keiner Mannschaft, sagte er, sondern neutral. Nur: Manuel Neuer würde er gerne einmal persönlich treffen. Denn Marlin ist Torwart beim SV Eurasburg-Beuerberg – und macht seine Sache dort so gut, dass die SpVgg Unterhaching und der TSV 1860 ihn abwerben wollen, wie er erzählte. Den einen oder anderen Trick vom Weltmeister könnte er dann sicher noch gut brauchen. Beim 2:0 der Bayern in der Allianz Arena bekam Marlin schon mal Anschauungsunterricht.

Eingeladen hatte ihn der FC Bayern, ebenso wie seine Teamkollegen und 16 weitere Mannschaften, die sich beim Merkur CUP, den unsere Zeitung mit dem Bayerischen Fußballverband, E.ON Bayern, Ensinger Mineral-Heilquellen und dem offiziellen Ausrüster uhlsport austrägt, dieses Jahr in den Kreis-Finals behauptet hatten. Marlin prophezeite einen FCB-Sieg, dann nahm er in Block 306 Platz.

Um ihn herum saßen vorwiegend FCB-Anhänger. Lukas Vollmer, 11, Kapitän der SF Föching sagte: „Ich finde einfach, dass Bayern eine sehr starke Mannschaft ist und viele ausländische Spieler hat, die sehr gut Fußball spielen.“ Raphael Minkus, 11, der als Linksaußen beim SC Fürstenfeldbruck spielt, mag die Münchner, weil die „so oft gewinnen“. Kaan Bilir vom TSV Dachau ergänzte: „Es macht Spaß, ihnen zuzujubeln.“ Später will der 11-Jährige gerne selbst bei Bayern spielen.

Bestens ausgestattet: Die Nachwuchsspieler der SF Föching hatten viele Bayern-Utensilien dabei.

Marius Wörl, 11, hat diesen Schritt schon geschafft. Er läuft für die U12 des FCB auf, obwohl sein Herz auch für Ingolstadt schlägt. Daher tippte er ein 4:1 für München und drückte insgeheim dem Aufsteiger dieDaumen. Für ihn waren die Freikarten ein vorweihnachtliches Geschenk. Zum Fest selbst wünschte er sich dennoch ein paar Trikots und Bälle. Ein Leiberl stand auch beim Linksverteidiger Tadeus Henn, 11, vom TSV Murnau hoch im Kurs. Er verfolgte mit seinem Freund Jonas Marggraf, 11, die Partie.

Und Marlin? Der hatte eine beeindruckend einfache Antwort zu Weihnachten parat. Was ihm das Christkind heuer bringen soll? „Nichts“, sagte er. „Also, ich kriege nichts, das weiß ich – weil wir für Nepal spenden.“ Auf einem Benefizkonzert, bei dem Marlins Bruder Klavier spielte, seien um die 1000 Euro zusammen, so der Jungtorwart. Danach entschloss er sich, selbst auf Geschenke zu verzichten und lieber zu helfen. All das erzählte Marlin nicht etwa voller Stolz, sondern so, als sei es selbstverständlich.

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