2.000 Merkur-CUP-Kinder sehen Heimsieg des TSV 1860

„Danke für das Tor, Herr Bülow“

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Sorgten für beste Stimmung in Block 224: Die Merkur-CUP-Kinder mit CUP-Organisator Uwe Vaders, Kai Bülow, dem Löwen-Maskottchen „Sechzgerl“ und Gui Vallori (hinten, von links).

Louis wollte ganz sicher gehen, dass alle seine Mannschaftskameraden wissen, wen sie da vor sich haben. Als Kai Bülow sich in der Arena zu den Nachwuchsfußballern vom FC Rot-Weiß Oberföhring gesellte, raunte der 12-Jährige seinen Mitspielern deshalb zu: „Ey, nur wegen ihm spielen die Sechzger noch in der zweiten Liga.“

Erfolgreich auf Autogrammjagd: Luay (l.) und Louis vom FC RW Oberföhring mit der Unterschrift von Vallori.

Bülow, der den TSV 1860 durch sein spätes Tor in der Relegation vor dem Abstieg bewahrte und derzeit an einem Innenbandriss im rechten Knie laboriert, hatte sich gemeinsam mit dem ebenfalls verletzten Abwehrspieler Gui Vallori vor dem Anpfiff des Heimspiels gegen den FC St. Pauli aufgemacht in Block 224. Gewissermaßen als Begrüßungskomitee für über 2000 besondere Stadiongäste, die sich den Besuch redlich verdient haben: Alle Mannschaften, die es in diesem Sommer bis in eines der Kreisfinals des Merkur CUP geschafft haben, erhielten vom TSV 1860 eine Einladung in die Arena.

Und weil es sich beim Merkur CUP, den unsere Zeitung gemeinsam mit dem Bayerischen Fußballverband, E.ON Bayern, Ensinger Mineral-Heilquellen und dem offiziellen Ausrüster uhlsport austrägt, um das weltgrößte Fußballturnier für E-Jugendliche handelt, war die Zahl der Eingeladenen entsprechend groß. Insgesamt 128 Vereine mit über 2000 Buben und Mädchen durften sich über Freikarten freuen.

Erinnerungsfoto: Die Mädchenmannschaft vom TSV Grasbrunn hielt den Stadionbesuch mit dem Handy fest.

Die Schüchternheit gegenüber den beiden ausgewachsenen Fußballprofis legteder Nachwuchs schnell ab. Fotohandys wurden gezückt, Autogramme erbeten – und die eingefleischten Löwen-Fans unter den 10- bis 12-Jährigen konnten ihre Fragen loswerden. Tarik und Florian vom SV Lohhof wollten noch einmal genau wissen, wie Kai Bülow sein Tor im Relegations-Rückspiel gegen Holstein Kiel in allerletzter Minute erlebt hat. „Das war der wichtigste Moment in meiner bisherigen Karriere. Aber als der Ball im Netz war, wusste ich gar nicht, was passiert, weil es so überwältigend war mit den Fans und so laut im Stadion. Was das wirklich bedeutet, habe ich erst ein paar Tage später begriffen.“

Simon vom TSV Herrsching erkundigte sich bei Gui Vallori, wann man den Innenverteidiger wieder auf dem Rasen sehen wird. Vallori gab gerne Auskunft: „Es sind sechs Monate seit meinem Kreuzbandriss vergangen. In der Rückrunde will ich wieder mitspielen.“

Als das Eis gebrochen war, traute sich Louis, der Sechzig-Fan vom FC Rot-Weiß Oberföhring, die Frage zu stellen, die ihn gerade beunruhigt: „Steigt Sechzig in dieser Saison ab? Nee, oder?“ Bülow versuchte, zu beruhigen: „Es sieht derzeit nicht so gut aus. Ich glaube aber, dass wir in nächster Zeit mehr Spiele gewinnen werden und die Klasse halten.“ Erleichtert verabschiedete sich Louis. Dann drehte er sich doch noch mal um: „Und danke für das Tor, Herr Bülow.“

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