Ein Kämpfer, der Gräben zuschütten konnte

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Fußball war sein Leben: Horst Winkler, 67

Der Bayerische Fußballverband und das Merkur CUP-Team trauern um den BFV-Vize Horst Winkler, der immer ein offenes Ohr für die Vereine hatte.

Sportfunktionären wird gerade in diesen Tagen gerne unterstellt, zu sehr sich selbst, nicht die Sache wichtig zu nehmen. Ein Vorwurf, der zumindest auf Horst Winkler nie zutraf. Winkler drängte nicht in die Medien, seine ungemein wertvolle Arbeit für den bayerischen Fußball verrichtete der BFV-Vize und oberbayerische Bezirksvorsitzende meist im Hintergrund. Aber mit Leidenschaft, Engagement, Empathie und Gespür für das Wesentliche.

Er war ein Kämpfer, der bei Konflikten ausgleichend wirkte, aber hart in der Sache blieb, der Widerstände überwinden und Gräben zuschütten konnte. Bei dem man trotz aller Professionalität in der Arbeit immer auch menschliche Wärme spürte.

Horst Winkler, der in der Nacht zum Donnerstag mit 67 einem Herzinfarkt erlag, hinterlässt eine schmerzliche Lücke. „Wir haben eine herausragende Persönlichkeit verloren“, so Präsident Rainer Koch. „Wir sind geschockt, fassungslos, unsere Gedanken sind in diesem schweren Moment bei seiner Familie.“

Winklers Funktionärslaufbahn begann 1976 als Gruppenspielleiter, über die Ämter des Kreis- und Bezirksspielleiters trat er 2006 in die großen Fußstapfen eines Alfred Fackler als Vorsitzender des Fußball-Bezirks Oberbayern.

Er modernisierte den Spielbetrieb, verjüngte den Mitarbeiterstab, stieß bahnbrechende Neuerungen wie den elektronischen Spielbericht an. Bei der Einführung eines verbindlichen Live-Tickers wurde er von manchen angefeindet, doch mit seiner ruhigen, bestimmten Art setzte er sich erneut durch.

Als BFV-Vizepräsident, zu dem er 2010 gekürt wurde, zeichnete er für die Online-Strategie des Verbands verantwortlich und kümmerte sich mit Herzblut um Amateurfußball und Zukunftsentwicklung, hatte immer ein offenes Ohr für die Sorgen der Vereine. Seine Liebe galt dem Jugendfußball, viele Jahre begleitete er als aktiver Förderer den Merkur CUP.

Gerade in Oberbayern mit dem Brennpunkt München war Winkler immer auch als Konfliktmanager gefragt, er half, Vorurteile abzubauen, gab den Mediator, brachte unterschiedliche Gruppen an einen Tisch, unterstützte aktiv Aktionen wie „Fairplay München“, die den Fußball als erlebte Gemeinschaft über alle ethnischen, politischen und gesellschaftlichen Grenzen hinweg zurück in den Mittelpunkt rückt. In harten und beharrlichen Gesprächen mit der Stadt München setzte er sich nachdrücklich für eine Verbesserung der prekären Sportstätten-Situation in der Landeshauptstadt ein.

Horst Winkler war ein politischer Mensch, lange Jahre gehörte er auch dem Stadtrat in Rosenheim an, wo er stets die Belange des Rosenheimer Sports, vor allem des Fußballs, mit Nachdruck vertrat. Fußball, das war sein Leben.

Am Mittwochabend verließ er nach dem Champions League-Spiel der Bayern-Frauen gerade das Stadion an der Grünwalder Straße, als ihn ein Herzinfarkt mitten aus seinem schaffensreichen Wirken riss. Horst Winkler hinterlässt seine Frau und vier Kinder.

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