Das wehrhafte gallische Dorf

Schwer zu überwinden: Marlin Seelbach, der Schlussmann des SV Eurasburg-Beuerberg.

Der kleine SV Eurasburg-Beuerberg ist glücklich mit Platz sieben – und hat den besten Torwart

„Wir haben uns teuer verkauft und uns nicht abschlachten lassen“, zog Peter Furtner, der Trainer des SV Eurasburg-Beuerberg, ein „super zufriedenes“ Fazit. In der Tat hatten sich die Kicker aus der kleinen Gemeinde im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen als wehrhafter Kontrahent erwiesen. Drei knappen Niederlagen in der Vorrunde ließ Furtners Team im Spiel um Platz sieben noch einen 1:0-Erfolg über den TSV 1865 Dachau folgen.

Doch auch der zahlreiche Anhang, der lautstark selbst die Unterstützer der Bayern und der Löwen übertrumpfte, hinterließ einen bleibenden Eindruck. „In der Gruppe wäre sogar mehr drin gewesen“, ärgerte sich der Trainer ein klein wenig. Aufmerksamkeit aber zog seine Mannschaft dennoch auf sich. So etwa Torhüter Marlin Seelbach, der zuvor schon ein Probetraining beim TSV 1860 hatte absolvieren dürfen. „Er wollte aber dann nicht wechseln“, erzählt der Coach, sein Team sei eben ein „eingeschworener Haufen“. Trotz sechs Gegentreffern wurde Seelbach völlig zu Recht als bester Schlussmann des Turniers ausgezeichnet und erhielt dafür ein Paar Torwarthandschuhe und einen Gutschein von Ausrüster uhlsport.

Falls der Keeper doch zu den Löwen gegangen wäre, hätte Furtner damit kein Problem gehabt: „Es ist für uns auch eine Bestätigung unserer Arbeit, wenn einer zu einem höherklassigen Verein wechselt.“ Seit fünf Jahren betreut Furtner das Team. Als er noch bei den Eurasburger Senioren aktiv war, trat man an ihn heran und fragte, ob er sich einen Trainerjob vorstellen könnte. Dabei hat Furtner zwei Töchter, „die leider dadurch manchmal ein bisschen zu kurz kommen“, wie er berichtete.

Die Arbeit mit dem Nachwuchs aber bereitet ihm derart viel Freude, dass er das Team nun auch in den U12- Bereich führen wird. Dort wird Neun gegen Neun gespielt, die Abseitsregel tritt in Kraft und Rückpässe dürfen vom Torwart nicht mehr aufgenommen werden. „Das ist eine spannende neue Herausforderung“, so Furtner, „ich bin gespannt, wie die Jungs damit klarkommen.“ Dafür will der Familienvater sogar den ein oder anderen Trainerschein in Angriff nehmen, wie er erläuterte: „Man sollte nie zu eingefahren sein, da kann man sicher ein paar neue taktische Elemente lernen.“

Die Herrenmannschaft des kleinen Vereins aus der 4300- Seelen-Gemeinde ist lediglich in der Kreisklasse beheimatet. Der Nachwuchs aber bewies, dass mit Engagement, Disziplin und Teamgeist viel möglich ist. „Alleine schon, dass wir uns überhaupt für das Finalturnier qualifiziert haben“, resümierte Furtner, „ist eine stolze Leistung.“ Dabei hatte er am Samstag über seinen Schatten springen müssen. „Eigentlich legen wir Wert darauf, Fußball zu spielen“, erzählte der Trainer, „heute mussten wir uns bei den starken Gegnern aber mehr auf das Verteidigen konzentrieren.“

Mit einem zuverlässigen Schlussmann wie Seelbach im Rücken der Abwehr kann man das schon mal machen. Platz sieben ist für das kleine gallische Dorf schließlich aller Ehren wert.

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