Das Sahnehäubchen verdribbelt

Wirbelte die Hachinger Defensive im Halbfinale durcheinander: Stanley Bublak, Torjäger vom SC Fürstenfeldbruck.

Die Edeltechniker vom SC Fürstenfeldbruck scheitern erst im Finale – Angebote von Bayern und 1860 lehnen alle ab

Stanley Bublak stand das Dilemma ins Gesicht geschrieben: Ein paar Minuten nach Abpfiff des großen Merkur CUP-Finales lächelte der Torjäger vom SC Fürstenfeldbruck – aber die Tränen waren nicht ganz getrocknet und die Mundwinkel noch träge. Einerseits hätten er und seine Brucker Mitspieler nicht zu träumen gewagt, die Gruppenphase mit dem FC Bayern und dem TSV 1860 zu überstehen und dann sogar die SpVgg Unterhaching im Halbfinale auszuschalten. „Ich freue mich, dass wir so weit gekommen sind“, sagte Stanley also, „aber gerade bin ich traurig, dass wir das Finale gegen Ismaning verloren haben.“

Viel hat dem SC Fürstenfeldbruck, Fünfter der ewigen Merkur CUP-Tabelle, am Ende nicht gefehlt zum ganz großen Triumph. „Wenn man bedenkt, dass wir uns im Finale von drei Gegentoren eineinhalb selber reingehaut haben, dann ist das schon riesenbitter“, resümierte Trainer Alexander Plabst nach Schlusspfiff. Ein Abstimmungsfehler in der Brucker Defensive hatte Ismaning schon nach einer Minute in Führung gebracht. Danach zündete der SC Fürstenfeldbruck sein Offensivfeuerwerk. Allen voran Stanley Bublak und Benedikt Holzmeier zauberten sich eins ums andere Mal durch die dichte Abwehrreihe der Ismaninger. Am Ende kam aber zuverlässig ein Pfosten, ein Abwehrbein oder eine Torwartparade dazwischen.

„Wir sind nicht drei Tore schlechter als Ismaning“, stellte Trainer Plabst trotzig fest und kein Zuschauer des Finales konnte dem ernsthaft widersprechen. Warum das Ergebnis am Ende trotzdem ein so deutliches 0:3 war? Rechtsaußen Benedikt griff tief in die Kiste der Fußball-Weisheiten: „Wenn man seine Tore vorne nicht macht, kriegt man sie hinten.“

Dabei hatten die Brucker noch in der Vorrunde eindrucksvoll gezeigt, dass sie vor dem gegnerischen Tor keine Hemmungen haben. Nachdem sie dem FC Bayern ein 0:0 abgerungen hatten, rochen sie die Sensation, vor den „Roten“ ins Halbfinale einzuziehen – und schickten den TSV Dachau 1865 mit 6:0 vom Feld. Die Bayern verloren zeitgleich gegen die Löwen, die Sensation durch Bruck war perfekt. Wie taktisch variabel die Buben in den gelb-blauen Trikots aufgestellt sind, zeigte sich im Halbfinale gegen Unterhaching, wo Trainer Plabst auf eine gefestigte Dreierkette und gezielte Nadelstiche seiner Sturmjuwelen setzte, von denen einer saß – 1:0.

Technisch versiert, taktisch flexibel – fehlt da noch was? „Wir versuchen zu oft, es fußballerisch zu lösen. Manchmal geht das nicht“, suchte Trainer Plabst nach Gründen. Vielleicht sei die Mannschaft ein bisschen zu brav gewesen.

Einen großen Vorteil hat die Besonnenheit der Brucker Buben aber auch: Natürlich sind die Scouts vom FC Bayern und vom TSV 1860 längst auf die vielen Edeltechniker aus dem Münchner Westen aufmerksam geworden. „Die Hälfte der Mannschaft hatte Angebote,“ so Trainer Plabst, „aber sie sind vernünftig und bleiben alle bei uns.“

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