Lebendig in der Todesgruppe

Stolzer Finalteilnehmer: die Kicker von Dachau 65. foto: Schlaf

Es braucht schon ein Turnier der Extraklasse, damit sich ein Trainer des Letztplatzierten, ohne eigenen Torerfolg, anschließend hinstellen und völlig legitim behaupten kann: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen und können erhobenen Hauptes nach Hause fahren.“

Michael Probstmeier weiß die Leistung seines TSV 1865 Dachau eben realistisch einzuschätzen. Schließlich sei es schon „ein riesiger Erfolg“, überhaupt beim Finale des Merkur CUP in Ebersberg dabei gewesen zu sein, das der FC Ismaning im Überraschungsfinale gegen den SC Fürstenfeldbruck gewinnen konnte.

Im Finalturnier der besten acht Teams des weltweit größten E-Jugendturniers seiner Art, das der Münchner Merkur in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Fußballverband (BFV), unterstützt von den Sponsoren E.ON, CUP-Ausrüster uhlsport sowie Ensinger Mineralquellen zum 21. Mal veranstaltet hat, erwischten die Dachauer die Todesgruppe. Lange gelang es Probstmeiers Jungs im Auftaktspiel gegen Titelverteidiger FC Bayern München das 0:0 zu halten. Mit Mann und Maus kratzten sie immer wieder sämtliche Versuche der Roten von der Torlinie und hätten durch Alessandro Epifani und Roman Heit sogar in Führung gehen können. Kurz vor Schluss bewahrte die Münchner jedoch ein wuchtiger Kopfballtreffer vor einer Blamage. „Das berühmte Bayerndusel eben“, lächelt der TSV-Coach.

Auch die Münchner Löwen bissen sich an den tapfer verteidigenden Dachauern lange die Zähne aus. Die individuelle Klasse des TSV 1860 und die andauernde Hitze im malerischen Ebersberger Waldsportstadion machte Dachau mit der Zeit zusehends zu schaffen. Mit 0:3 konnte die Niederlage aber noch im Rahmen gehalten werden, was man von der 0:6-Packung im letzten Gruppenspiel gegen den späteren Finalisten SC Fürstenfeldbruck nicht behaupten konnte. „Ich bin schon traurig, dass wir nicht ins Halbfinale gekommen sind“, gesteht Dachaus Jannick Fischer (11), „aber wir haben umso mehr an wichtiger Erfahrung dazugelernt.“ 

So sieht das auch sein Coach: „Wir brauchen uns nicht mit den Lizenzvereinen oder Fürstenfeldbruck messen, die ziehen sich die besten Spieler von überall her.“ Umso schwerer fällt ihm nach der 0:1-Niederlage im Spiel um Platz sieben gegen den SV Eurasburg-Beuerberg „der schönste Abschied“ von seinen Jungs. „Nach fünf Jahren möchte die Jugendleitung etwas Neues ausprobieren, und ich bin beruflich ziemlich eingespannt.“ Die anschließende Heimreise im Fanbus wurde somit zu Probstmeiers Abschiedstour.

TSV 1865 Dachau

Valentin Denk, Timon Heit, Kaan Bilir, Lenton Zhutaj, Tufan Tetik, Jonas Hein, Noyan Celikörs, Ali Osman Sarin, Alessandro Epifani, Jannick Fischer, Kevin Probstmeier, Roman Heit, Konstantin Sikora; Trainer/Betreuer: Thomas Schlack, Michael Probstmeier.

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