FC Ismaning landet den ganz großen Coup

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Am Ziel: Die Ismaninger E-Jugend stemmt den Siegerpokal in die Höhe.

Ein kurzer Schlusspfiff ist das Startsignal für den Ismaninger Jubellauf. Von allen vier Seiten stürmen Eltern, Betreuer, Anhänger und Spieler des FCI den Rasen im Ebersberger Waldsportstadion.

Zum ersten mal in seiner Vereinsgeschichte hat der Ismaninger Nachwuchs den Merkur CUP, das weltweit wohl größte E-Jugendturnier seiner Art gewonnen. „Wir sind alle Ismaninger Jungs“, singt, tanzt und feiert die weiß-blaue Menschentraube das zu diesem Zeitpunkt noch Unfassbare: Im großen Finalturnier, das der Münchner Merkur in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Fußballverband (BFV), unterstützt von den Sponsoren E.ON, CUP-Ausrüster uhlsport sowie Ensinger Mineralquellen zum 21. mal veranstaltete, ließen die Buben von Trainer Maximilian Schlecht die üblichen Favoriten Bayern, 1860 München und die SpVgg Unterhaching allesamt hinter sich und schnappten durch eine taktische Meisterleistung dem starken SC Fürstenfeldbruck im Finale den Titel vor der Nase weg.

„Ebersberg hat heute Geschichte geschrieben“, kommentierte Merkur Marketingleiter Uwe Vaders das Finale ohne Beteiligung der „großen Drei“ bei der Pokalübergabe. Und selbst Hachings Präsident Manfred Schwabl gestand, „dass es mal gar nicht schadet, wenn keiner der drei im Finale steht.“ Ein noch vom Halbfinal- Jubel durchnässter FCICoach, erklärte sich den Erfolg kurz nach dem Konfetti-Regen der Siegerehrung so: „Normalerweise spielen wir sehr offensiv. Aber beim Merkur CUP wollte ich den Jungs den Erfolg nicht nehmen und habe passiver spielen lassen.“ Sich bei hochsommerlichen Temperaturen zurückziehen und auf schnelle Gegenstöße zu lauern, hatte sich beim 3:0-Finalsieg voll ausgezahlt.

Nach einem frühen Eigentor setzte die kleine Zaubermaus Mursel Ademi nach der Halbzeit rotzfrech mit der Pike das 2:0 drauf. „Danach haben wir das Ding auf der Euphoriewelle locker nach Hause gespielt“, sagt Schlecht und grinst schelmisch. Ademi krönte seine überragende Leistung mit dem 3:0-Endstand und eröffnete die Ismaninger Titelparty. Wirbelwind Fehmi Bagci (11) freute sich umringt von seinen haltlos durcheinander schreienden Mitspielern über „einen perfekten Tag und einen sehr guten Saisonabschluss. Wir haben super zusammengespielt und immer gegenseitig unsere Fehler ausgebügelt. Wir sind einfach ein gutes Team.“ Das hatte sich bereits im Halbfinale gegen die Münchner Löwen bezahlt gemacht.

„Trotz der Hitze haben wir gegen relativ stark eingeschätzte Sechziger versucht, mit zwei Kontakten zu spielen“, erklärt der FCI-Trainer, „mit einer taktisch ordentlichen Mannschaftsleistung und ein wenig Glück sind wir ins Finale eingezogen.“ Immerhin können sich die Löwen in der kommenden Saison auf eine Verstärkung aus Ismaning freuen, wie Schwarz auf dem Siegerpodest mit einem Augenzwinkern verkündete. „Ob der Wechsel von Rafael Pfauser nach dem heutigen Tag aber die richtige Entscheidung war, weiß ich nicht.“

Das goldene Füßchen des Halbfinales hatte Fehmi Bagci, dessen Treffer bei ihm so viel Adrenalin freisetzte, dass er sich etwas voreilig nach einem vermeintlichen Abpfiff das Trikot vom Leib riss, was mit Gelb geahndet wurde und allseits für viele Lacher sorgte. „Das ist mir egal. Ich dachte halt das Spiel ist aus“, grinste er später. Mit einem schallenden Hupkonzert setzte sich die Sieger-Karawane in Richtung Ismaninger Sportheim und der verdienten Pizza-Party in Bewegung.

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