Ebersberg schreibt CUP-Geschichte

Hier jubeln Spieler, Betreuer und Fans des Ismaninger Nachwuchses nach ihrem Finaltriumph im Waldsportpark.

FC Ismaning lässt die „großen Drei“ hinter sich – Viel Lob für die Ausrichter

Manfred „Manni“ Schwabl lässt seinen Blick durch den Ebersberger Waldsportpark schweifen. Eine riesige Piratenhüpfburg, eine Torschuss-Geschwindigkeitsmessanlage, ein Pool, sechs große, weiße Zelte, aus denen die Rauchschwaden der Holzkohlegrills wabern und natürlich die Masse an Kindern, die unter strahlend oberbayrischem Himmel durch sämtliche Attraktionen hindurch wuselt – ein wahres Fußballgemälde. „Eine sensationelle Organisation“, sagt der Präsident der SpVgg Unterhaching beeindruckt, „in diesem Wald hier, ist das wie geschaffen. Richtig bayerisches Flair eben.“

Auch wenn er als Cheforganisator nur wenig Zeit hatte, das Großereignis zu genießen, ist auch Ebersbergs TSV-Vorsitzender Martin Schedo glücklich. „Es ist alles absolut rund und ohne Schwierigkeiten verlaufen“, schnauft er auf dem von Konfetti übersäten Rasen durch, „ich bin stolz auf meine Helfer, die in erster Linie aus Eltern und Mitgliedern bestanden. Besonders hervorheben möchte ich dabei Michael und Florian Huber.“

Zwischen bundesligareif inszenierter Siegerehrung und bevorstehendem Abbau-Marathon fällt die Last und der Stress der letzten Wochen allmählich von Schedo ab. „Gerade das Wetter war für uns eine riesige Belastung. Da hat uns der Forst wirklich vor vorzeitigem Gewitter gerettet. Wir haben zwar mit doppelt so vielen Leuten gerechnet und entsprechend Fleisch eingekauft. Aber ich könnte das jederzeit wieder organisieren.“ Allerdings „nicht gleich morgen, erstmal brauche ich ein paar Tage zum Durchschnaufen“, lacht der TSV-Chef.

Der Verein erhielt als Dankeschön ein signiertes Trikot des Zweitligisten TSV 1860 München, während die Stadt Ebersberg, bei der Siegerehrung vertreten durch Bürgermeister Walter Brilmayer, ein Bayern-Trikot von Uwe Vaders, Marketingleiter des Münchner Merkur und CUP-Mitbegründer, überreicht bekam.

Es lag zwar nicht unbedingt an Martin Schedo und seinem Helferteam. Doch der TSV Ebersberg hatte mit der Austragung des 21. Merkur CUP Finalturniers, das der Münchner Merkur in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Fußballverband (BFV), unterstützt von den Sponsoren E.ON, CUP-Ausrüster uhlsport sowie Ensinger Mineral-Heilquellen veranstaltete, „Geschichte geschrieben“, wie Uwe Vaders zum Abschluss verkündete.

Der „Mr. Merkur CUP“ und Cheforganisator verwies auf das Novum des Endspiels ohne Teilnehmer „der großen Drei – FC Bayern, 1860 München oder Haching“, so Vaders. Das Überraschungsfinale zwischen dem SC Fürstenfeldbruck und dem FC Ismaning entschied der FCI mit 3:0 für sich und verließ unter lautem Hupkonzert und – zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte – mit dem großen Pokal im Gepäck jubelnd den Waldsportpark.

Als Gewinner des E.on-Fairnesspreises konnte sich Final-Debütant SV Eurasburg-Beuerberg nicht nur über einen Trikotsatz und Medaillen freuen. Sein starker Rückhalt, Keeper Marlin Seelbach, erhielt zudem als bester Torwart maßgefertigte Torwarthandschuhe und einen 200-Euro-Gutschein von CUP-Ausrüster uhlsport. „Es schadet überhaupt nicht, dass mal keiner der drei Großen im Finale steht“, gestand selbst Hachings Präsident. „Die kleineren Vereine erhalten sonst eh zu wenig Wertschätzung“, gab sich Manni Schwabl diplomatisch, als seine Unterhachinger Nachwuchskicker den Pokal für den vierten Platz (0:3 im kleinen Finale gegen 1860 München) aus den Händen von Bernhard Failer, Vorstand der Raiffeisen-Volksbanken im Landkreis Ebersberg, erhielten.

Natürlich bildeten die Lizenzvereine wieder einmal das Zugpferd der Veranstaltung, doch wie es Ballakrobat Alfred Reindl so treffend ausdrückte, stand im Vordergrund der Veranstaltung, „dass die Jungs weg kommen vom PC, Fernseher oder dem Handywischen und ran gehen an den Ball.“

Noch pathetischer formulierten es die Moderatoren des Merkur CUP in ihren Audioclips: „Nationen, Lobbyisten, die NSA. Heute schauen alle auf dieses Ereignis.“ Wenn Manni Schwabl seinen Blick so über dieses Ereignis schweifen lässt, stellt er letztlich fest: „Wir haben den CUP letztes Jahr selber veranstaltet. Und ich muss sagen, dass es der TSV Ebersberg organisationstechnisch locker mit uns aufnehmen kann.“

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