Milbertshofen bringt Löwen ins Schwitzen

Im Endspiel ging der Saft aus: Der SC Amicitia (r.) unterlag 1860 mit 0:12.

Titelverteidiger übersteht Halbfinale nur knapp – Überraschungsteam Amicitia verliert 0:12, steht aber im Bezirksfinale

Von Matthias Horner

„Ihr könnt stolz auf euch sein“, versuchte Zeljko Deprander seine am Boden zerstörte Mannschaft wieder aufzurichten. Zunächst allerdings verhallten die Worte des Milbertshofener Trainers weitgehend ungehört. Zu groß war die Enttäuschung seiner Spieler nach dem Halbfinal-Aus am Sonntag beim Merkur-CUP-Kreisfinale auf der Anlage des TSV Moosach-Hartmannshofen. Mit 2:3 unterlagen Depranders Buben Titelverteidiger TSV 1860 und hatten diesen dabei „ganz schön ins Schwitzen gebracht“, wie der 34-jährige Milbertshofen-Coach konstatierte. Was von seinem Pendant Ludwig Schneider von den „Löwen“ eingeräumt wurde: „Wir haben echt geschwitzt.“ Seine überaus talentierte Mannschaft, die laut Schneider „vielleicht sogar besser ist als letztes Jahr“, als der Merkur CUP errungen werden konnte, zeichne eine „gewisse Labilität“ aus.

Die Semifinal-Paarung 1860 gegen Milbertshofen stellte zweifellos einen der bisherigen Höhepunkte in der diesjährigen Austragung des Turniers dar. Zweimal war Milbertshofen in Führung gelegen. Wie außergewöhnlich alleine diese Leistung war, belegt der Umstand, dass die Junglöwen alle anderen Partien im ohne einen einzigen Gegentreffer gewannen. „Das Halbfinale im Kreisfinale ist jedes Jahr das schwierigste Spiel bis zum Finalturnier“, erläuterte 1860-Jugendleiter Roy Matthes. Dabei hatten sich Depranders Milbertshofener, gewiss mit dem Potenzial für eine Finalteilnahme ausgestattet, das Ausscheiden in der Vorschlussrunde gegen den großen Favoriten durch zwei torlose Remis zu Beginn selbst eingebrockt. Erst ein abschließendes 3:1 über den SC Arcadia Messestadt sicherte das Halbfinal-Ticket.

Dreifache Mutter trainiert SV Am Hart

Gruppensieger wurde der SC Amicitia, der damit aber noch nicht genug hatte. Durch einen 2:0-Semifinal-Sieg über Ausrichter Moosach-Hartmannshofen buchte die Mannschaft des erfahrenen Übungsleiters Horst Ehrhardt sowohl die Endspielteilnahme als auch die Quali für das Bezirksfinale. Dann war die Luft raus. Mit 0:12 geriet Amicitia im Endspiel unter die Räder. „Zu offensiv“ habe man agiert, erklärte Ehrhardt lächelnd – die Pleite konnte seine gute Laune nicht trüben. „Absolut stolz“ sei er auf sein Team, sagte der 65-Jährige, „eine schöne Geschichte, jetzt unter den letzten 32 zu stehen“. In der Tat.

Seit 19 Jahren richtet unsere Zeitung den Merkur CUP gemeinsam mit dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) aus, unterstützt von Hauptsponsor E.ON Bayern Vertrieb, dem offiziellen Ausrüster uhlsport sowie Ensinger Heilquellen. Nur ein Schritt noch, die Bezirksfinals am kommenden Wochenende, trennt die Teilnehmer nun noch vom großen Finale am 20. Juli in Gaißach.

Fotos vom Kreisfinale:

Merkur CUP: Fotos vom Kreisfinale Münchner Merkur (Kreis 16)

Fotos vom Merkur CUP Kreisfinale in Moosach
Fotos vom Merkur CUP Kreisfinale in Moosach © Lackovic
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Neben Milbersthofen zählte die Mannschaft des Veranstalters zu den Enttäuschten. Das junge Trainer-Duo Kevin Klieber (21) und Michael Herzog (20) wusste um die Chance, die mit dem Halbfinal-Aus vertan worden war. Kopfschüttelnd verfolgten sie die Endspiel-Abfuhr Amicitias. Jedoch: Der TSV hatte sich erneut als ausgezeichneter Gastgeber erwiesen.

Bereits nach der Gruppenphase hatte dagegen der SV Am Hart die Segel streichen müssen. „Schade, es war mehr drin“, haderte Trainerin Andrea Celikkaya, „die zwei späten Gegentore in den ersten zwei Spielen haben uns das Weiterkommen gekostet“. Als dreifache Mutter hat die Übungsleiterin ihr Team fest im Griff. Bis vor kurzem habe sie auch noch selbst gespielt, berichtete die 31-Jährige, jetzt aber sei sie „lieber Trainerin als Spielerin“. Es mangelt eben nur noch an Erfahrung, vielleicht aber kann sie schon im nächsten Jahr das Kunststück des 65-jährigen Horst Ehrhardt mit ihrer Mannschaft nachmachen.

Den Zeitungsbericht vom Kreisfinale gibt's hier zum Download.

Die Ergebnisse im Überblick.

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