In Fanmontur und mit strahlenden Augen

Drei eingefleischte Fans: Florian, Kilian und Christian vom FC Penzberg. FOTOS (4): marcus Schlaf

Den Idolen ganz nah  - 17 Teams des großen E-Jugend-Turniers feuerten den FC Bayern gegen Braunschweig an

München – „3:0“ sagte Till Alefelder aus Freising, „4:0“ tippten die Jungs aus Starnberg, gar „5:0“ sagte Tobias Schlick vom Lenggrieser SC – die Kinder im vollbesetzten Block 305 der Allianz Arena waren sich am Samstag schon vor dem Anpfiff einig, dass der FC Bayern gegen Eintracht Braunschweig keine Probleme haben würde. Lediglich Elias Volkmann aus Ebersberg prognostizierte ein 1:1 und damit keinen Bayern-Sieg. „Weil mein Lieblingsspieler Xherdan Shaqiri nicht dabei ist“, sagte der Flügelspieler. Am Ende, nach dem 2:0 des Triple-Siegers, war auch er froh, dass sein Tipp nicht Realität geworden war.

Zünftiges Outfit: Michael und Tobias vom Lenggrieser SC zeigten sich in Sachen Fan-Kleidung sehr kreativ.

Es war ein ereignisreicher Tag, den die 17 Mannschaften (16 Kreissieger und das beste Mädchen-Team) im Rahmen des Merkur CUP 2013 gewonnen hatten. Der FC Bayern hatte es den kleinen Stars möglich gemacht, die großen Stars hautnah zu erleben. Das Strahlen in den Kinderaugen, als lauthals die Aufstellung gebrüllt wurde, sprach Bände. „Ich bin zum ersten Mal hier, es ist einfach alles so cool“, sagte beispielsweise Junis Miehle, die mit dem FFC Wacker München die diesjährige erste Ausgabe der Mädchen-Konkurrenz gewonnen hatte.

Mehr als 5000 Kinder waren im Frühjahr mit ihren Mannschaften zum größten E-Jugend-Turnier der Welt angetreten. Zum 19. Mal (seit 1995) suchte unsere Zeitung gemeinsam mit dem Bayrischen Fußball-Verband sowie den Sponsoren E.ON Bayern Vertrieb, Ensinger Mineral-Heilquellen und dem offizielen Ausrüster ulhsport die besten Nachwuchsmannschaften der Region. Und die jungen Kicker gaben nicht nur im Frühjahr auf dem Feld, sondern auch am Samstag auf der Tribüne der Allianz Arena Vollgas.

Große Fahnen, zahlreiche Schals, Trikots in allen Variationen: Die Stars von morgen waren bestens

Neuer-Fans: Die Merkur-Cup-Siegerinnen vom FFC Wacker 99 jubelten für den Bayern-Torhüter.

ausgerüstet. Der Geräuschpegel stieg ernorm, als die Karten-Gewinner ihre Idole auf den Rasen laufen sahen. Sehr beliebt: Thomas Müller („der schießt so gute Elfmeter“), Franck Ribery („der kann so gut tricksen“) und Mario Götze („der ist einfach geil“). Beim FT Starnberg häuften sich allerdings Fans von David Alaba. „Natürlich“, sagte Maxi Czerny, „weil der so gut spielen kann.“ Allerdings auch, „weil sein Onkel bei uns im Verein ist“. Getroffen haben die Starnberger Jungs den österreichischen Nationalspieler noch nicht: „Aber wir würden uns total freuen, wenn er einfach mal vorbeikommt.“

Erstmal machte Alaba auf dem Rasen eine gute Partie – das begeisterte die Kinder genauso. Sogar eingefleischte Fans des Lokalrivalen TSV 1860 freuten sich, unter den 71 000 Arena-Besuchern zu sein. „Ich war schon oft hier, meistens mit meinem Vater“, sagte Michael Schnaderbeck. „Der Papa“ sei zwar ein „Sechzger“, kann seinen Sohn aber bestimmt nicht mehr umstimmen. Deshalb muss er auch häufig in den sauren Apfel beißen – und mit zu den Bayern gehen.

Daumen hoch, Daumen runter: Beim TSV 1965 Dachau gibt es Bayern-Fans (hinten) und 1860-Anhänger (vorne). Gefallen hat der Arena-Besuch aber dem gesamten Team.

Dass beide Fanlager gemeinsam Spaß haben können, zeigten die Jungs aus Dachau. „Ich bin immer bei 60, aber ich freue mich auch, mal bei den Bayern zu sein“, sagte Yalcin Sular. Viele seiner Teamkollegen feuern eigentlich die „Blauen“ an. Am Samstag aber feierten sie alle gemeinsam.

2:0 hatte übrigens niemand getippt. Trotzdem waren alle zufrieden mit dem Teamausflug in die Arena. Der Tenor: „Hoffentlich dürfen wir nächstes Jahr wiederkommen.“ Hanna Schmalenbach

Den Zeitungsbericht gibt's hier zum Download.

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