„In Gaißach fast ein Finale dahoam“

So nah dran: Die E-Junioren des Lenggrieser SC haben es unter die besten acht Mannschaften ins Große Merkur CUP-Finale geschafft und spielen – fast dahoam – in Gaißach um den Pokal mit.

Lenggries – Die Buben waren außer sich. Vor Freude taumelnd rannten die Lenggrieser E-Junioren vom Spielfeld. Der Trainer wirkte eher erleichtert. Und das war er auch. „Ich war einfach nur froh, dass wir durchgekommen sind“, sagt Martin Drexler.

von Nick Scheder

„Wenn wir es nicht geschafft hätten, wären die Buam am Boden zerstört gewesen“, ist sich der LSC-Trainer sicher. Doch nach dem 5:1-Sieg im Halbfinale gegen den FSV Höhenrain stand fest: Er und seine Nachwuchs-Fußballer ziehen ins große Merkur CUP-Finale ein. Zum dritten Mal nach 1996 und 2000. Und zum ersten Mal ist es fast ein „Finale dahoam“: Die Lenggrieser E-Junioren müssen nur ein Stück weit die Isar herunterfahren, wenn sie am Samstag, 20. Juli, auf dem Sportplatz in Obergries unter den besten acht Vereinen mitmischen.

Dass sie im Endspiel gegen den FC Bayern chancenlos blieben, tat der Freude keinen Abbruch. Die kleinen Lenggrieser wollten ihre Trikots, in denen sie Höhenrain im Halbfinale keine Chance gelassen hatten, gar nicht mehr ausziehen. In voller Montur und mit lautem Hupkonzert wurden sie zum heimischen Sommerfest gekarrt. Dort gab es Glückwünsche reihum, und sie ließen sich feiern. Ganz ohne Alkohol, das geht auch. Drexler jedoch erwischte schon noch seine traditionelle Bierdusche. Und nach zwei, drei Stunden setzte auch bei ihm die Freude ein. Und zwar umso mehr: „Für einen Trainer ist das schon etwas ganz Besonderes. Das ist sogar mehr wert als eine Meisterschaft“, sagt Drexler. „Wahnsinn, der Höhepunkt der Saison.“ Aber die Buben hatten noch nicht genug. Drexler: „Sie haben sich bald wieder einen Ball geschnappt, und gekickt.“

Der Finaleinzug ist für den ganzen Verein etwas Außergewöhnliches. „Ein Riesenerfolg, und eine Bestätigung für unsere Nachwuchsarbeit“, sagt LSC-Vorsitzender Wolfgang Schalch, der das Gros des Erfolgs an Jugendleiter Norbert Maßmann und den Trainer weiterreicht. Hauptverantwortlich waren natürlich die acht- bis zehnjährigen Lenggrieser Buben auf dem Spielfeld. Das ganze Team habe zu dem Erfolg beigetragen, meint Drexler. „Wir haben nicht den einen Überflieger, sondern sind eine starke Mannschaft, spielerisch und läuferisch auf extrem gutem Niveau.“ Vor allem die stabile Defensive sieht er als ausschlaggebend dafür, dass der LSC so weit gekommen ist. „Wir haben hinten im gesamten Turnierverlauf wahnsinnig gut gestanden.“

Schalch möchte den Erfolg nicht auf einzelne Namen reduzieren. „Bei einem Turnier wie dem Merkur CUP sollte es nicht so sehr um einzelne Spieler gehen“, meint der LSC-Vorsitzende. Vielmehr zähle die Leistung der ganzen Mannschaft. Doch einige Namen des aktuellen E-Junioren-Teams wird man sich wohl merken müssen. Der Merkur CUP bringt immer wieder Talente hervor. In der Lenggrieser Mannschaft, die 2000 Fünfter im großen Finale wurde – damals unter Trainer Wolfgang Schalch – waren Florian Schauer und ein gewisser Sebastian Mützel im Team. Ersterer ist derzeit Torhüter im LSC-Bezirksliga-Team. Mützel spielt für Rot-Weiß Oberhausen in der Regionalliga West.

Bevor es um den großen Pokal geht, trainieren die Lenggrieser Buben noch ganz normal weiter. Zweimal die Woche. Speziell auf die Gegner einstellen können sie sich allerdings nicht, meint Drexler. „Die großen Vereine wie der FC Bayern sind immer einen Schritt schneller, technisch schon weiter, da sind immer vier, fünf Leute in Bewegung.“ Den Pokal machen deshalb vermutlich wie in den vergangenen Jahren der FCB, 1860 München und Unterhaching untereinander aus. „Aber um Platz fünf spielen wir mit“, glaubt Drexler. Und den Freudentaumel haben die kleinen Lenggrieser sowieso schon hinter sich.

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