2:0-Finalsieg der U11 über den SC Fürstenfeldbruck passt in die aktuelle Aufbruchstimmung der Sechziger – Spektakulärer Torjubel

Die Jung-Löwen gehen mit bestem Beispiel voran

„Das passt ganz gut rein bei uns zur Zeit“, betonte Florian Hinterberger, Sportchef des TSV 1860, angesichts des Siegs seiner U 11 im Merkur CUP 2012 sowie der aktuell herrschenden Aufbruchstimmung im Verein. Die Profis gehen dank viel versprechender Verstärkungen hoffnungsvoll wie schon lange nicht mehr in eine Saison.

Und auch der Nachwuchs bereitete dem 53-Jährigen viel Freude am vergangenen Samstag beim Merkur-CUPFinale 2012 in Hallbergmoos. Im Endspiel bezwangen die jungen Löwen den SC Fürstenfeldbruck mit 2:0 und konnten so nach zuletzt drei Siegen des FC Bayern in Serie dem Lokalrivalen den Status des Merkur-CUP-Titelträgers wieder entreißen. In der ewigen Bestenliste liegen die „Roten“ im Vergleich zu den „Blauen“ nun nur noch mit 9:8-Siegen in Führung.

Verklebt von einer Apfelschorle- Dusche, die ihm seine Buben verpasst hatten, erklärte Löwen-Trainer Ludwig Schneider: „Nächstes Jahr wollen wir den Titel verteidigen und so den Ausgleich herstellen.“ Im Vorjahr war Franz Leder noch der Verantwortliche bei den jungen Löwen gewesen, in diesem Jahr ist er zwar wieder dabei, jedoch in der Funktion als Schneiders Co-Trainer. „Die Mischung stimmt bei uns, ich als der Ältere bin dabei eher für die psychologische Seite zuständig“, berichtet Leder über die fruchtbare Zusammenarbeit. „Die gute Mischung“ hebt auch Trainer Schneider hervor, meint damit allerdings jene innerhalb seiner Mannschaft.

Auffällig viele noch vergleichsweise klein gewachsene Spieler befanden sich im Kader der Löwen. Dem Erfolg stand das nicht im Wege. Wobei ein Jung-Sechziger sich ganz besonders auffällig in Szene setzte. Yannick Brugger entschied das Endspiel mit seinen beiden Treffern quasi im Alleingang zugunsten seiner Mannschaft. Seinen ganz großen Auftritt hatte er allerdings erst nach den Toren. Insbesondere nach seinem Führungstreffer ließ er sich zunächst mit ausgebreiteten Armen gen Himmel blickend bejubeln, ehe er die Eckfahne zur Luft-Gitarre umfunktionierte und so die einstige „Mainzer Boygroup“ um Lewis Holtby, Adam Szalai und Andre Schürrle imitierte.

Das hatte bereits Bundesliga- Niveau, war andererseits jedoch arg dick aufgetragen von einem 11-Jährigen. Der Stimmung freilich tat es keinen Abbruch, sorgte vielmehr für Erheiterung. Zumal sich Yannick Brugger diese Bühne schließlich selbst bereitet und auch verdient hatte.

Wie auch sein Team den Gesamtsieg. Einzig das für die Löwen nach zuvor zwei Siegen bedeutungslose dritte Vorrundenspiel war verloren gegangen. Gegen den FC Bayern unterlag der TSV 1860 mit 0:2. „Alles Strategie“, erklärte 1860-Jugendleiter Robert Reisinger anschließend schmunzelnd. Er sollte recht behalten. In den beiden vorangegangenen Ausgaben des Merkur- CUP-Finalturniers hatten die Löwen jeweils in der Vorrunde den großen Nachbarn geschlagen, um dann beide Male im Finale zu unterliegen. Der von Reisinger angekündigte „große Masterplan“, den Lokalrivalen im Endspiel zu schlagen, scheiterte letztlich einzig am Aus des FC Bayern im Halbfinale gegen den SC Fürstenfeldbruck.

Bereits in den beiden Vorjahren hatten die Löwen die Endstation für den SCF dargestellt. Jeweils im Halbfinale mussten sie für den Sieg allerdings zweimal das Achtmeterschießen bemühen. Diesmal hatte der TSV 1860 im Finale gegen erschöpfte Brucker relativ leichtes Spiel. Dennoch war Trainer Schneider nach dem Triumph „total leer“. Hatte er doch schon zuvor vom „natürlichen Druck“ berichtet, mit dem man bei einem Großverein wie dem TSV 1860 leben müsse. „Und diesem Turnier fiebern die Jungs schließlich das ganze Jahr entgegen“, erläuterte er den Vorlauf auf den Saison-Höhepunkt. Umso schöner, wenn dann am Ende gefeiert werden kann. „Glücksbringer“ Florian Hinterberger jedenfalls darf gerne wiederkommen. Auch Wolfgang Schellenberg, der Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums der Löwen, kann sich über einige künftige Stars freuen. Zumindest können sie schon jubeln wie solche.

Wie bei den Profis: Bayern unter Tränen Titelverteidiger scheitert im Acht-Meter-Schießen – Trainer Backer: Waren nicht heiß genug

Seinen Abschied hatte sich Sebastian Backer anders vorgestellt. Der U 11-Trainer wird den FC Bayern nach vier Jahren verlassen. Seine Aufgabe beim Merkur CUP war klar: Der Pokal sollte in seiner Amtszeit zum dritten Mal in einer Vitrine an der Säbener Straße landen. Doch das Turnier verlief gar nicht nach den Vorstellungen des FC Bayern.

Bereits in der Vorrunde tat sich die Mannschaft schwer. Die Zuschauer warteten vergeblich auf Kantersiege wie in den vergangenen Jahren. Gegen die SpVgg Unterhaching, den späteren Turnierletzten, holte die Mannschaft von Sebastian Backer mit Mühe und Not noch ein Unentschieden. Gegen Freising drehte der Nachwuchs erst spät auf. Vor dem entscheidenden Spiel gegen die Löwen war Zittern angesagt. Doch dank einer tollen Leistung sicherte sich die U11 mit einem 2:0-Sieg über den Lokalrivalen das Ticket fürs Halbfinale. Dort war nach dem Acht-Meter-Schießen gegen den SC Fürstenfeldbruck Schluss. Wie bei den Profis im „Finale Dahoam“ fehlten auch den kleinen Bayern vom Punkt die Nerven.

Dominik Schmidt trat zum entscheidenden Strafstoß an, doch die Träume des FC Bayern endeten an diesem Tag an der Latte. Es waren Bilder, die einem Bayern-Fan in der Seele wehtun: Minutenlang lagen die Spieler auf dem Rasen, vergruben die Gesichter in den Händen. „Die Enttäuschung bei mir und meinen Spielern ist sehr groß. Wir wollten den Merkur CUP unbedingt gewinnen“, sagte Trainer Sebastian Backer nach dem Schlusspfiff.

„Gegen 1860 haben wir in der Vorrunde noch gekämpft. Gegen Bruck waren wir nicht heiß genug. Wir sind immer wieder beim Gegner hängen geblieben“, sagte Backer. Die anwesende Prominenz vom Junior Team des FC Bayern wollte nach der Niederlage nur das Nötigste sagen. Während Michael Tarnat noch mit der Niederlage zu kämpfen hatte, gab es von Jürgen Jung zumindest ein Lob für Gegner und Veranstalter: „Das Turnier ist toll organisiert, Die Anlage hier ist super. Bruck hat verdient gewonnen“, sagte Jung knapp. Auch im Spiel um Platz 3 zeigte sich, dass nicht nur beim FC Bayern hervorragende Jugendarbeit geleistet wird. Der SV DJK Taufkirchen (siehe nächste Seite) ging sogar in Führung, am Ende drehten die Bayern aber das Spiel und gewannen 2:1. Freuen über den dritten Platz konnte sich bei den Roten aber keiner so richtig.

von Christoph Seidl

Alle Ergebnisse vom Merkur CUP Finale 2012 gibt's hier zum Download.

Fotos vom Finale:

Merkur CUP Finale 2012

Bilder vom Merkur CUP Finale 2012 in Hallbergmoos © Marcus Schlaf
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