Brucker Juwelen im Schaufenster

Brucker Juwelen im Schaufenster

Auf dem besten Wege, als die „Engländer“ des Merkur CUP verschrien zu werden, ist der SC Fürstenfeldbruck. Zum zweiten Mal in Folge scheiterten die Brucker im Achtmeterschießen des Halbfinales am TSV 1860. Was einerseits eine großartige Bestätigung des Vorjahres-Erfolgs darstellt, ist andererseits natürlich ein bitteres Déjà-vu.

Dennoch spricht Trainer Reiner Wenig von einem „Wahnsinns-Erfolg“. Er sei stolz auf seine Truppe. Auch sein Co-Trainer Angelo Pucci (43), der zudem noch die Brucker Frauenmannschaft betreut, betont, dass dieser dritte Platz „kein Drama“ sei. Vielmehr ist das Trainergespann stolz darauf, jedes Jahr „drei bis vier Spieler“, wie Wenig erläutert, an die großen Vereine abzugeben. Dies sei auch eine „Bestätigung unserer Arbeit“, man wehre sich nicht dagegen und stelle seine Juwelen „gerne beim Merkur CUP ins Schaufenster“, so der 47-jährige Wenig. Schließlich scoute man selbst „intensiv im Landkreis“ und verstehe sich dort als Anlaufstelle für die Talente der Region.

Die Position als dritte Kraft hinter den beiden Münchner Großklubs konnte durch einen 4:2-Erfolg im Spiel um Platz drei gegen den SV Heimstetten bestätigt werden. So war die Besetzung auf dem Podium die selbe wie im Vorjahr – in der identischen Reihenfolge.

Auf Platz vier jedoch folgt in diesem Jahr mit dem SV Heimstetten ein Verein, der sich nach 2008 erst zum zweiten Mal für das Finalturnier qualifizieren konnte. Damals hatte man auf dem sechsten Rang abgeschlossen. Insofern stellt das Abschneiden in diesem Jahr den größten Erfolg in der „Champions League der Elfjährigen“ dar.

Betreut werden die Heimstettener E-Junioren von Christoph Schmitt und seinem Co-Trainer Roman Langer. Beide stehen im Bayernliga- Kader von Claus Schromm, ehemals U-19- Trainer beim TSV 1860. Auch Schmitt und Langer können auf eine Vergangenheit bei den Löwen verweisen. All diese Verbindungen zum Giesinger Traditionsklub waren bei Torsteher Michael Wagner jedoch nutzlos. Dieser wechselt im Sommer zum FC Bayern.

Den Halbfinal-Einzug bezeichnete Schmitt als „Zuckerl auf die Saison“. Der Sportmanagement-Student sieht einen „positiven Effekt“, dass ihm als Bayernliga-Akteur die jungen Nachwuchskicker „schon vielleicht manchmal besser zuhören“.

Letzter mit Stolz

Vier Spiele, vier Niederlagen, 0:14 Tore. Doch trotz dieser schauderhaften Bilanz zog Thomas Kölbl, Trainer des TSV Otterfing, ein uneingeschränkt positives Fazit. Schließlich sei allein die Finalteilnahme „für unseren kleinen Verein ein großer Erfolg“.

Bereits vorab war ihm „klar, dass die großen Klubs einfach besser besetzt sind“. Daher sei er „stolz, nicht traurig“, seine Mannschaft habe „insgesamt eine grandiose Saison gespielt“. Ungeschlagen war man durch die Liga marschiert, musste sich im Bezirksfinale des Merkur CUP erst dem großen FC Bayern geschlagen geben, qualifizierte sich dennoch für das Finalturnier. Dort allerdings hätten seine Burschen „dem Finaldruck nicht Stand gehalten“, er müsse „die Jungs jetzt erst mal wieder aufbauen“.

Im Vergleich mit den Großklubs kämen seine Akteure ausschließlich aus dem kleinen Ort nahe Miesbach. Durch die Gründung der „JFG Hofoldinger Forst“ erhofft sich Kölbl, seit sechs Jahren in Otterfing, einen Schub, um solch einen Erfolg wiederholen zu können.

Alle Ergebnisse vom Finale gibt's hier zum Download.

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