Freisinger Tagblatt - Das wichtige Tor zur richtigen Zeit

Freisinger Tagblatt - Das wichtige Tor zur richtigen Zeit

„Fünfter zu sein muss bestimmt ein geiles Gefühl sein“, meint Thomas Pötzl lachend zu den Vöttingern, mit denen er sich gut versteht. Die Nummer 9 ist der Spaßvogel des SV Marzling, und ein erfolgreicher. Sein Tor im ersten Halbfinale gegen Gastgeber FCA Unterbruck bedeutete das Endspiel und die Qualifikation fürs Bezirksfinale.

Als Fußballdeutschland gestern Abend hupend, trötend den Achtelfinalsieg über England feierte, hatten die acht Vereine, die sich für das Kreisfinale im Merkur CUP 2010 qualifiziert hatten, längst ihre Jubelphase hinter sich gebracht. Und sie hatten den Fans nicht nur schöne Spiele und viele Tore, sondern auch einige Überraschungen geboten.

Zwar rechneten die Kenner damit, dass der SE Freising in einen der größten E-Juniorenturniere überhaupt, gesponsert vom E.ON Bayern Vertrieb, Merkur-CUP Ausrüster uhlsport sowie Ensinger Mineral- Heilquellen, den Einzug ins Bezirksfinale schaffen würde – und damit lagen alle richtig. Den zweiten Qualifikanten, die Vertretung des SV Marzling, hatte allerdings niemand auf der Rechnung.

Schließlich war die Truppe um Trainer Alexander Wärthl beim Toreschießen recht sparsam und agierte irgendwie unauffällig. Aber genau das war die Stärke. Nach zwei Siegen und einer Niederlage (gegen den späteren Kreissieger) hatte man sich fürs Halbfinale qualifiziert.

Und dort traf man auf Gastgeber Unterbruck – von manchem, wohl nicht zu Unrecht, als Geheimfavorit gehandelt – schließlich hatte der FCA in den Gruppenspielen acht Treffer mehr als die Marzlinger erzielt. So sollte es auch weitergehen. Aber die Gastgeber fanden kein Mittel, in diesem entscheidenden Spiel Marzlings Torwart Celso Zita zu überwinden. Was der junge Keeper hielt, was der raus holte, war schier unglaublich, und hätte es eine Wertung für den besten Torwart des Turniers gegeben, die Krone wäre zweifelsohne an den SVMSchlussmann gegangen.

Ja, und dann war da eben auch noch Thomas Pötzl. Der Rotschopf mit den Sommersprossen erzielte das wichtigste Tor für seinen SVM an diesem Tag und schoss damit Marzling ins Merkur CUPBezirksfinale. Dass die Marzlinger im Endspiel gestern dann gegen den SEF 0:3 verloren war zweitrangig. Die Wärthl-Truppe hatte es geschafft, der Jubel war perfekt.

Jubeln durfte am Ende auch Gastgeber Unterbruck. Zwar blieb für ihn nach der tollen Gruppenrunde „nur“ der vierte Platz, weil man sich im kleinen Finale um Rang 3 gegen den FC Moosburg nach Acht-Meter-Schießen mit 4:5 geschlagen geben musste, aber einen Satz Trikots dürfen die Unterbrucker bald ihr eigen nennen. Mit 80 Punkten und damit weitem Vorsprung gewann der FCA mit Trainer Robert Hauptkornden erstmals „ausgespielten“ E.ON Bayern Vertrieb Fairnesspreis. Das verkündete Mickey Klabe vom Merkur CUP-Organisationsteam, die mit Matthias Reich sowie Spielgruppenleiter Sepp Schmid die Veranstaltung managte, was nicht zuletzt wegen eines hervorragenden Gastgebers FCA Unterbruck eine angenehme Aufgabe war.

Leer ging niemand aus: Sogar der TSV Eching, für den mit seinem sehr jungen Team nur Platz acht blieb, machte in der letzten Partie beim 1:4 gegen Allershausen noch ein Tor. Und natürlich gab es für alle Kreisfinale-Teilnehmer auch heuer jeweils 17 Ticket für ein Spiel des TSV 1860 München in der Arena. Kreissieger SEF bekam sogar noch 17 Karten für ein Spiel des FC Bayern, der neuer Partner des Merkur CUP ist und obendrauf ein gerahmtes Original- FCB-Trikot mit allen Unterschriften der Stars.

Die zahlenmäßig größte Fangemeinde kam aus Allershausen und brachte dem TSV Trinkflaschen und Becher ein, wogegen die kleine Elena vom FCA Unterbruck nur für die Gäste vom FC Moosburg ein glückliches Händchen bewies, denn alle drei Preise gingen nach Moosburg. Klaus Kronthaler gewann die uhlsport- Sporttasche, Ulrike Nitsche den Spielball und ihr Sohn Timo vier Tickets für ein Spiel der „Löwen“. Philipp Stock, Joshua Balden und Maximilian Gattinger, das junge Schiedsrichtertrio vom VfB Hallbergmoos, durfte sich nach den „Hitzeschlachten“ über uhlsport- Regenjacken freuen. Danach ging’s schnell nach Hause, um das Spiel der Deutschen im Achtelfinale zu verfolgen. „Ich helfe zu England, ich tipp auf England“, hörte man die Buben fachsimpeln. Wie man sich doch täuschen kann! Wer hätte nämlich gestern Morgen auf den SV Marzling getippt?

VON MARGIT CONRAD

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