Auch Mädchen spielen Fußball

Den Merkur CUP gibt es auch für Mädchen: Im vergangenen Jahr traten in der Vorrunde des großen Finales der SC Huglfing (in Gelb) und der FFC Wacker München gegeneinander an.

Für die Fußballerinnen des TuS Holzkirchen läuft es derzeit richtig gut: Nach dem Unentschieden beim Tabellenzweiten TSV Weyarn ist den Holzkirchnerinnen der Aufstieg in die Bezirksliga wohl kaum noch zu nehmen.

Was hingegen fehlt, ist der Nachwuchs – Juniorinnen hat der TuS nicht. Das soll sich jetzt ändern: Spätestens zur Saison 2017/18 sollen eine C- und eine B-Juniorinnen-Mannschaft im Ligabetrieb an den Start gehen.

„Wir wollen unser Angebot erweitern“, erklärt Holzkirchens neuer Jugendleiter Bernhard Walther. „Fußball ist kein Herren- und Bubensport mehr – Gott sei Dank.“ Auslöser war der gegenwärtige Erfolg der Frauen, den letzten Anstoß gab dann U10-Trainer Ralph Eckle. „Seine Tochter spielt Fußball“, erklärt Walther. Die Frage, die sich stellt, ist: „Was macht sie in ein, zwei Jahren?“ Bis zur D-Jugend könnten die Mädchen problemlos in die Buben-Mannschaften integriert werden, danach ist Schluss.

Nach einer Analyse kam Eckle zu dem Ergebnis, dass es im Landkreis lediglich in Otterfing mit der JFG Hofoldinger Forst, beim TV Tegernsee und bei der Spielgemeinschaft Schaftlach/Waakirchen Mädchen-Mannschaften gebe. Die Lücken zwischen Valley, Miesbach, Irschenberg und Schliersee will der TuS nun schließen. „Erfahrungsgemäß sind Eltern bereit, 20 Kilometer weit zu fahren, mehr nicht. Da ist Holzkirchen attraktiv“, sagt der Jugendleiter.

Bernhard Walther ist Jugendleiter beim TuS Holzkirchen.

Hinzu kommt, dass es in Holzkirchen sowohl am Gymnasium als auch an der Realschule eine Mädchen-Fußball-AG gibt. „Das Potenzial ist also vorhanden“, meint Walther. Ob es dann vielleicht sogar schon in der nächsten Saison mit einer Mannschaft klappt, hängt auch vom Zuspruch am TuS-Talent-Tag ab.

Unter dem Motto „Wir suchen dich“ scoutet der TuS am Montag, 1. Mai, auf dem Gelände an der Haidstraße Mädchen und Buben im Alter zwischen sechs und 15 Jahren. Walthers Ziel bei Amtsantritt war, wie berichtet: „Wir wollen ausbilden“, sagt der 48-Jährige. In Absprache mit den Klubs sollen Vereine ihre Spieler, die höherklassig spielen wollen, beim TuS ausbilden lassen. „Wir wollen der Vorzeige-Verein werden“, wiederholt Walther.

Möglichkeit zum Ausprobieren gibt es für Fußballer anderer Vereine nun am Maifeiertag. Unter der Anleitung von Trainern der Münchner Fußballschule werden an fünf Stationen unter anderem Ausdauer, Schnelligkeit und koordinative Fähigkeiten getestet. „Über große Resonanz würden wir uns freuen“, sagt Walther. Denn der Tag steht auch unter dem Motto: „Der TuS öffnet sich“, ergänzt der Jugendleiter. „Die Leute sollen die Gelegenheit haben zu sehen, wer steht dahinter, und will ich denen mein Kind anvertrauen.“ Vor allem über ein paar Mädchen würde sich Walther dann freuen.

Der TuS-Talent-Tag

findet am Montag, 1. Mai, ab 9 Uhr am Fußballplatz an der Haidstraße statt. Eingeladen sind alle Mädchen und Buben im Alter zwischen sechs und 15 Jahren.

von julia pawlovsky

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