Fallrückzieher-Show und ein „falscher“ Fuß

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Gastgeber FC Phönix und die SG MSV/Bajuwaren kommen mit außergewöhnlichen Toren in die nächste Runde

Gastgeber FC Phönix und die SG MSV/Bajuwaren kommen mit außergewöhnlichen Toren in die nächste Runde

Ein Artist weiß immer genau, wie die Choreographien funktionieren. Und so lief der 10-jährige Walid Teich mitten aus der Jubeltraube auf direktem Weg zu seinem Trainer. Gerade war ihm Außergewöhnliches gelungen: Ein hohes Anspiel hatte er aus gut zehn Metern Entfernung per Fallrückzieher ins Tor verwandelt. Aber die Show der SG MSV/Bajuwaren war damit noch nicht vorbei. An der Seitenlinie empfing Bajuwaren-Trainer Sinisa Pavic den Kapitän, ging in die Hocke und deutete an, dem akrobatischen Torschützen die Schuhe zu putzen. „Ich bin jetzt seit fünf Jahren der Trainer dieser Mannschaft. Aber so ein tolles Tor habe ich noch nie gesehen“, erklärte Pavic später seine Geste.

Beide weiter: Phönix (r.) und MSV/Bajuwaren.

Die artistische Einlage war nicht nur für die Galerie. Das Tor bedeutete das wichtige 1:0 für die SG MSV/Bajuwaren im letzten Gruppenspiel. Es ging um den Einzug in die Dritte Runde von Kreis 16 des Merkur CUP, dem größten E-Jugend-Turnier der Welt, das unsere Zeitung gemeinsam mit dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) und in Zusammenarbeit mit den Partnern E.ON, Ensinger Mineral-Heilquellen, CEWE, der Bavaria Filmstadt und macron austrägt. Am Ende reichte auch ein 1:1, weil sich der FC Sportfreunde und der FC Phoenix zeitgleich ebenfalls mit einem Unentschieden trennten. „Das Weiterkommen ist eine tolle Leistung“, lobte Trainer Pavic die Buben um Torjäger Enrico Kronberg und Torwart Orges Ajeti.

Aber nicht nur den Bajuwaren gelang an diesem Nachmittag ein besonderes Tor. Dass Gastgeber FC Phönix am Ende den ersten Platz in der Gruppe belegte, lag ebenfalls daran, dass beim Merkur CUP auch mal kleine Schmankerl klappen. Nach einem 0:0 gegen die Bajuwaren zum Auftakt musste für Phönix im zweiten Spiel gegen den ESV Ost ein Sieg her. Und dafür ergriff Stürmer Matej Adzaip auch mal ungewöhnliche Maßnahmen: „Eigentlich schieß ich immer mit rechts, aber der Ball lag blöd.“ Also zog Matej ausnahmsweise mit links ab – und traf zum 1:0 für Phönix. Sein Torjubel war ein Fingerzeig aufs linke Bein, dazu ein Gesichtsausdruck: halb stolz, halb ungläubig.

Traumtag für Phönix: Zum ersten Mal Gastgeber in 23 Jahren Merkur CUP

„Dass wir so früh in Führung gegangen sind, war entscheidend. Das hat uns Vertrauen gegeben“, so Martin Prankl, der zusammen mit Ruben Eismann bei Phönix das Trainergespann bildet, „plötzlich hat alles funktioniert.“ Auf Matejs Führungstor ließ Valentino Melis noch vor der Halbzeit per Freistoß das 2:0 folgen. Trotzdem trieb Trainer Prankl die Buben in der Pause weiter nach vorn: „Nicht auf der Führung ausruhen, wir wollen das dritte Tor.“ Dann nämlich, so die traditionelle Merkur-CUP-Besonderheit, gibt es nämlich einen Zusatzpunkt. Am Ende stand es 4:0 – der wichtigste Schritt auf dem Weg zum Gruppensieg.

Und Phönix hatte noch einen weiteren Grund zur Freude. In der 23-jährigen Geschichte des Merkur CUP waren sie zum ersten Mal Gastgeber. „Unser Jugendleiter hat sich das schon immer gewünscht“, so Martin Prankl, „dieses Mal haben wir endlich die Chance gekriegt.“ Herausgekommen ist ein sonniger Nachmittag, an dem alles geklappt hat – und das sogar mit links.

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