Celinkayas Ziel: Die Ehefrau übertreffen

+
Höhenluft: Der SV Am Hart (beim Kopfball), hier beim 5:0 gegen den SC Lerchenauer See, gewann seine Gruppe.

Die Trainer-Freunde Ilhan und Ender trumpfen mit den Buben vom SV Am Hart auf – auch Lahms FT Gern weiter

Philipp Lahm, Schirmherr des Merkur CUP, hatte sich nicht blicken lassen. Viel Zeit hätte seine Mama am Muttertag ohnehin nicht für ihn gehabt. Als Jugendleitern der FT Gern war Daniela Lahm am Sonntag im Einsatz für ihren Verein. Bei optimalen äußeren Bedingungen hatten etliche Mütter ihre Söhne vorgestern zur Freien Turnerschaft im Münchner Westen begleitet, um sie in der zweiten Vorrunde des Merkur CUP zu untersützen. Daniela Lahm hatte am Ende ebenfalls Grund zum Jubeln, qualifizierten sich doch auch Michael Roths E-Junioren des Ausrichters für die dritte Vorrunde am kommenden Sonntag. Dessen 20-jähriger Sohn Tobias trainiert die B-Junioren des Klubs, der Vater ist mit seinen 47 Jahren zusätzlich noch bei den Senioren C aktiv. Gejubelt werden durfte am Sonntag aber auch beim SV Olympiadorf-Concordia, dem SV Untermenzing und dem SV Am Hart.

Und Mama Lahm mittendrin: Gerns Jugendleiterin Daniela Lahm, Mutter von Bayern-Profi Philipp Lahm, zwischen Organisator Maik Frey (l.) und Spielgruppenleiter Klaus Kliebenstein.

Bis zum großen Finalturnier am 15. Juli in Warngau ist es zwar noch ein weiter Weg, den nächsten Schritt allerdings erledigten die Buben von Ilhan Cinar und Ender Celinkaya ausgesprochen souverän. Die beiden 34-jährigen Trainer des SV Am Hart führten ihr Team zu zwei ungefährdeten Siegen über den SC Lerchenauer See (5:0) und den FC Schwabing (2:0), das abschließende 1:1-Remis gegen Gern rundete den gelungenen Auftritt nur noch ab. Seit 28 Jahren ist das Trainerduo des SV Am Hart eng befreundet, kennen lernten sie sich in der ersten Klasse. Heute sind auch die beiden Söhne Kumpels, Celinkayas Frau Andrea ist zudem Jugendleiterin des Vereins und trainiert selbst die F- und die C-Jugend. Vor vier Jahren aber hatte Andrea Celinkaya die U11 des SV Am Hart bis ins Kreisfinale des Merkur CUP geführt und war dort „nur wegen eines fehlenden Tores ausgeschieden“, wie sie heute noch stolz berichtet. Das Ziel ihres Mannes lautet somit „mindestens Kreisfinale“, wie er feixend betont.

Dass die beiden Am Harter Trainer ein derart harmonierendes Gespann darstellen, haben sie sich über nun fast drei Jahrzehnte erarbeitet. „Neun Jahre waren wir in der selben Klasse“, erzählen sie, darüber hinaus eint sie seit vielen Jahren die gemeinsame Leidenschaft für den Fußball. Auch heute spielen sie noch zusammen in der zweiten Mannschaft des Vereins, der eine als Torwart, der andere in der Abwehr. Einzig beim Lieblingsklub entzweit sich das Duo: Während Ilhan glühender Fenerbahce-Anhänger ist, schwärmt Ender für Galatasaray – beide Klubs kommen aus Istanbul. Dabei sind Cinar und Celinkaya in München aufgewachsen, vom „schwierigen sozialen Umfeld“ im Münchner Norden wissen sie zu berichten. So müssen sie neben ihrer Trainertätigkeit auch soziale Aufgaben und sogar Chauffeursdienste für ihre Jungs übernehmen. Der Spaß aber kommt dabei nie zu kurz.

Ihre Mannschaft baute das Trainerduo von frühester Kindheit an auf, seit fünf Jahren betreuen sie das Team nun in nahezu unveränderter Besetzung. Seit dieser Spielzeit agieren sie im Ligabetrieb „zum ersten Mal überregional“ und rangieren dort „für uns selber überraschend momentan auf dem ersten Platz“. Auch im Merkur CUP soll das letzte Wort mit der dritten Vorrunde noch nicht gesprochen sein. Sonst müsste sich Ender Celinkaya wohl noch jahrelang zu Hause anhören, dass die eigene Frau es damals bis ins Kreisfinale schaffte.

Weitere Artikel

Kreisfinal-Ticket im letzten Moment

Gern im Schlussspurt zum Gruppensieg – Auch Stern, Haidhausen und Amicitia weiter – Kreis 16: Finale am 25. Juni
Kreisfinal-Ticket im letzten Moment

FC Stern: Visionen eines Trainertalents

Auch wenn sich sein Team im abschließenden Gruppenspiel gegen den SV Am Hart mit einem torlosen Remis begnügte, stellten Rafael Jantschers E-Junioren …
FC Stern: Visionen eines Trainertalents

Mit 30 schon Trainer-Routinier

Andreas Wenzels SV Olympiadorf-Concordia trotzt den Missständen
Mit 30 schon Trainer-Routinier

Kommentare