Pasing setzt die richtigen Zeichen

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Klare Sache: Die DJK Pasing (M.) schlägt Ludwigsvorstadt mit 5:1.

Gastgeber DJK stürmt ins Kreisfinale, engagiert sich bei der Ausbildung junger Trainer – Verstärkung durch Ex-Profi

Am Ende hatte sich der Ausrichter fast ebenso souverän durchgesetzt wie der TSV 1860 in der anderen Gruppe. Dabei war der Auftakt der zweiten Merkur-CUP-Vorrunde am Sonntag auf der eigenen Anlage ziemlich missraten: Gegen den TSV Gräfelfing kamen die E-Junioren der DJK Pasing nicht über ein 2:2 hinaus, erst in der Folge zeigte Gerd Thielens Mannschaft, was in ihr steckt. Einem 5:1 über Ludwigsvorstadt ließen die Pasinger einen 5:0-Erfolg über den TSV Großhadern folgen und qualifizierten sich damit letztlich doch ziemlich ungefährdet für das Kreisfinale des Kreises 15 (München Süd/West) am 23. Juni beim FC Ludwigsvorstadt.

Nachhaltige Nachwuchsarbeit: Pasings Trainer Gerd Thielen und Matthew N. Okoh (l.).

Dass die DJK den Heimvorteil nutzen konnte, passt durchaus ins Bild. Es rührt sich was in Pasing. Die erste Mannschaft scheiterte zwar erst am vergangenen Mittwoch in der entscheidenden Relegationspartie mit einem 0:1 gegen den TSV Gräfelfing an der ersehnten Rückkehr in die Bezirksliga. Die starke Saison in der Kreisliga aber ist auch ein Resultat der nachhaltigen Nachwuchsarbeit an der Agnes-Bernauer-Straße. Mit dem Ex-Löwen (1996/97) und ehemaligen Hachinger (1997 bis 1999) Matthew N. Okoh konnte hochkarätige Verstärkung an Land gezogen werden. Der mittlerweile 46-jährige US-Amerikaner mit nigerianischen Wurzeln besitzt die UEFA-A-Lizenz und engagiert sich mit seiner Firma „soul of soccer“ im Pasinger Nachwuchsfußball. Bei seinem „Trainingskonzept stehen Spiel und Freude der Kinder im Vordergrund“, erklärt der Ex-Profi, dabei müssten „nicht nur die Spieler, sondern oft genug auch die Eltern erzogen“ werden.

Exemplarisch und unfreiwillig vorgeführt von einem Vater des TSV Gräfelfing, der meinte, den erst 24-jährigen Trainer Andreas Eichelbaum während eines Gesprächs mit der Presse darauf hinweisen zu müssen, dass sich sein Bub „von ihm komplett ignoriert“ fühle und dieser doch ohnehin auf einer anderen Position einzusetzen sei. Kühl erläuterte ihm der junge Gräfelfinger Coach seine Gründe und dass die Entscheidung über die Aufstellung nun einmal ihm obliege. Nun ist nicht von jedem 24-Jährigen zu erwarten, dass er eine solche Situation derart souverän löst. Vielmehr sind es die Eltern, die sich mehr zurücknehmen sollten oder ihre Kinder einen Einzelsport praktizieren lassen sollten.

Auch in Pasing sind derartige Probleme mit übereifrigen Eltern nicht unbekannt, begegnet wird diesen rigoros, wie Thielen betont: „Wir wollen, dass die Jungs auf dem Platz ihre Ruhe haben und sich auf das Spiel konzentrieren können.“ So werden bei der DJK auch noch minderjährige Trainer an den Job an der Seitenlinie herangeführt, die Kosten für die entsprechenden Trainerscheine übernimmt der Verein. Als Ergebnis dessen sind einige Pasinger Ex-Trainer mittlerweile beim TSV 1860 tätig.

Dieses Konzept mit Fördertraining und einer Fußballschule sei auch bei anderen Vereinen anwendbar, so Okoh. Er selbst, der eigentlich in Denver, Colorado, beheimatete Amerikaner, bezeichnet München inzwischen als „meine zweite Heimat“. So ließ er einst seine Karriere, in der er es auf immerhin zwei Bundesliga-Einsätze brachte, beim FC Wacker und beim FC Viktoria in der Landeshauptstadt ausklingen. Im Merkur CUP allerdings soll auch das Kreisfinale am 23. Juni noch nicht die Endstation darstellen.

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