Stratege, Kampfsau und der Wusler

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Jung und wild: Oskar Zuhr (l.) stürmt mit Gastgeber Uffing ins Kreisfinale.

Zwei Tage, zwei Welten: Am Samstag gehen die Uffinger E-Junioren in Murnau unter, Sonntag schlagen sie bei der Merkur-CUP-Vorrunde gar den 1. FC. Favorit im Kreisfinale in zehn Tagen ist aber der TSV Murnau.

Als Arthur Obermeier vor vier Jahren als Herren-Trainer beim SV Uffing aufgehört hat, dachten alle: Jetzt macht er ruhiger. Aber wenn’s um Fußball geht, kennt der Uffinger nur Vollgas. Mittlerweile betreut er die B-Mädchen des SVU – neben der E-Jugend. Das bedeutet Stress. Gestern ging ein verlängertes Wochenende zu Ende, das er selbst zu Senioren-Zeiten selten erlebt hat. Am Mai-Feiertag ein Turnier in Eglfing, Sonntag das Merkur-CUP-Heimspiel, Samstag erstes Ligaspiel des Sommers in Murnau. Eine Katastrophe war’s. „Zu viel Angst, zu viel Bammel“, sagt Obermeier. 1:8 verloren die Uffinger. Darf nicht passieren, findet ihr Coach. Natürlich sei der TSV ein übermächtiger Gegner. „Aber meine waren gar nicht auf dem Platz.“ Im Winter haben sie offenbar vergessen, was sie in der perfekten Vorrunde starkgemacht hat – ihr Einsatz und Teamgeist. „Vielleicht waren sie ein bisschen überheblich.“

Fehleranalyse: der Seehauser Trainer Wolfgang Robl (Mitte) mit Torwart Leopold Springorum (l.) und Paul Juntke.

Es folgte ein Einlauf. Den habe es gebraucht, sagt Obermeier. Auf dem Spiel stand das Heimspiel im Merkur-CUP. Zum zweiten Mal am Stück hat der SVU die Vorrunde ausgerichtet. Wieder hat sich das Heim-Team fürs Kreisfinale qualifiziert. Eine Hälfte brauchten die Gastgeber, um ihre Verunsicherung loszuwerden. Die vielen Zuschauer, die Klatsche vom Vortag, der Druck gegen Außenseiter Grainau – es kam viel zusammen. „Alle sind neun oder elf Jahre alt. Die sind keine Maschinen“, sagt Obermeier. Der Coach machte ihnen klar, dass es nur um Fußball geht, um Sport. Auf einmal lief’s. Erst putzte der SVU Grainau, danach Favorit Garmisch-Partenkirchen gleich noch 3:0. „Vom Feinsten“, schwärmt Obermeier. Das Geheimnis seines Teams: Vier unterschiedliche Typen bilden den Kern. Noah Eulenburg nennt er den Strategen. Eulenburg erinnert ihn an Bastian Schweinsteiger, der in der Jugend mit Obermeiers Sohn gekickt hat. Oskar Zuhr, einer der Kleinsten, ist ein Wilder, der aggressiver als alle anderen in dem Alter kickt. Valentin Klose wuselt die Bälle ins Tor. Felix Lahr ist „die Kampfsau“. „Um die herum entwickelt sich der Rest.“ Dazu steht mit Danjela Kurtin ein Mädchen im Kasten, das „brutal sicher ist“. „Sie fliegt durchs Tor wie ein kleiner Hubschrauber.“ Überhaupt sind ihm die Torhüter in der Vorrunde aufgefallen. „Es gab viele gute.“

Neben seinem Team qualifizierten sich der 1. FC, Murnau, Oberau, Farchant, Mittenwald, Bad Kohlgrub und Ohlstadt für das Kreisfinale am Samstag, 12. Mai, in Murnau. Nicht nur wegen des Heimvorteils sieht Obermeier die Drachen als klaren Favoriten. Vereinskollege Dennis Destek, der in Murnau trainiert, mache alles richtig. „Der Wahnsinn“ ist es, wie er mit einem riesigen Kader arbeitet. „Diese Quantität hast du auf dem Dorf ja gar nicht.“ Zu schlagen sei Murnau kaum. Auf höchstens 15 Prozent schätzt er die Chancen an einem sehr guten Tag. Die Vorrunde beendete der TSV mit 19 Toren und null Gegentoren in zwei Partien. Beeindruckt haben Obermeier auch die eingespielten und torhungrigen Kohlgruber. Weitere Geheim-Tipps fürs Kreisfinale: Farchant und Ohlstadt.

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