Best-of-Turnier in Unterhaching

Schwabl freut sich auf besonderen Merkur CUP: „Daran erinnert man sich sein ganzes Leben“

Zwei „Macher“ des Merkur CUP: Uwe Vaders (l.), der langjährige Gesamtleiter der Turnierserie, und Haching-Präsident Manfred Schwabl als Schirmherr.
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Zwei „Macher“ des Merkur CUP: Uwe Vaders (l.), der langjährige Gesamtleiter der Turnierserie, und Haching-Präsident Manfred Schwabl als Schirmherr.

Das Best-of-Turnier des Merkur CUPs kann stattfinden! Die SpVgg Unterhaching und der SV Pullach freuen sich auf dem Showdown im Sportpark.

Landkreis – Lange ist es her, viel zu lange, seit beim Jubiläum 2019 letztmals der Ball im Merkur CUP rollte. Nach dieser 25. Auflage des weltgrößten E-Junioren-Fußball-Turniers folgte die Corona-Zwangspause. Nun hat das Warten endlich ein Ende: Am Samstag und Sonntag treffen die Besten der Besten aus einem Vierteljahrhundert Merkur CUP-Geschichte im Unterhachinger Sportpark aufeinander.

Aus dem südlichen Münchner Landkreis sind die SpVgg Unterhaching und der SV Pullach am Start.

Es traf den Fußballnachwuchs der Jahrgänge 2009 und 2010 hart, dass in den Jahren 2020 und 2021 kein regulärer Merkur CUP stattfinden konnte. Und das stimmte sehr viele Kinder traurig, denn am Jubiläumsturnier 2019 hatten immerhin 375 Mannschaften teilgenommen. Die geplante zeitversetzte Austragung im Herbst 2020 musste wegen Corona ebenso gestrichen werden wie das erhoffte Turnier-Comeback im Frühling dieses Jahres. Die Veranstaltung an diesem Wochenende ist zwar kein Ersatz für einen aus logistischen Gründen in dieser kurzen Zeitspanne nicht durchführbaren kompletten Merkur CUP, sie soll bei den Nachwuchskickern aber die Zuversicht stärken. „Wir wollen ein Zeichen setzen, der Fußball spielenden Jugend Hoffnung auf Normalisierung machen und den Jugendfußball zurück in die Zukunft führen“, sagt Uwe Vaders, Gesamtleiter des Merkur CUP.

Unmittelbar von der Ausrichtung profitieren werden in der Praxis zunächst nur 16 Buben- und vier Mädchenteams der Jahrgänge 2011. Die 2010 geborenen Kinder, die dieses Jahr regulär dran gewesen wären, spielen bereits nach D-Junioren-Modus, also neun gegen neun mit Abseits- und Rückpassregel. Eine Rückkehr aufs Kleinfeld wäre nicht im Sinne einer guten Ausbildung gewesen.

Die 20 teilnehmenden Mannschaften wurden auf Grundlage der ewigen Bestenliste seit Beginn des Merkur CUP (bei den Buben 1995, bei den Mädchen 2013) ermittelt. Dass in diesem Turnier der Besten der Besten bei den Buben ausgerechnet die bislang Allerbesten, nämlich die in der Rangliste führenden Talente des FC Bayern, aus terminlichen Gründen fehlen, mag ein Manko sein. Doch Manfred Schwabl, Präsident des Ausrichters SpVgg Unterhaching und Schirmherr des Merkur CUP, sieht darin auch einen positiven Aspekt: „Es ist natürlich schade, dass die Bayern nicht dabei sind, andererseits ist es eine wunderbare Chance für einen kleinen Verein, der sich bestimmt sehr darüber freut.“ Das gilt in diesem Fall für den SV Pullach, denn die kleinen Raben rücken wegen der Absage des Rekordmeister-Nachwuchses als Nummer 17 der Merkur CUP-Rangliste nach. „Für uns ist das eine kleine Sensation. Der Merkur Cup ist ein Super-Event für alle Nachwuchsfußballer. Wir sind stolz, in so einem illustren Feld vertreten zu sein und uns mit diesen Mannschaften messen zu können“, freut sich SVP-Jugendleiter Christian Lyra. „An so etwas erinnert man sich sein ganzes Leben.“

Das kann Korbinian Vollmann nur bestätigen. Der 27-jährige, derzeit vereinslose Profi stieg in diesem Jahr mit Hansa Rostock in die 2. Bundesliga auf. Der erste große Höhepunkt seiner Laufbahn war das Erreichen des Endspiels mit dem SVP im Merkur CUP 2004. „Leider haben wir gegen die Löwen 0:2 verloren, aber dass wir damals mit dem kleinen SV Pullach die Großen ärgern konnten, hat natürlich Spaß gemacht. Ich habe durchweg positive Erinnerungen an den Merkur CUP. Ein tolles Turnier mit großer Bedeutung für junge Fußballer.“ Vollmann wechselte nach dem sensationellen zweiten Platz mit den Raben zum TSV 1860 – die Grundlage für seine Profikarriere. Auch andere, noch viel prominentere Fußballer machten im Merkur CUP schon auf sich aufmerksam, wie etwa Philipp Lahm und Thomas Müller, die seinerzeit noch für ihre Heimatvereine FT Gern und TSV Pähl antraten, oder auch Mats Hummels, damals schon für den FC Bayern im Einsatz. Auf den Spuren der drei Weltmeister befindet sich heute Jung-Nationalspieler Karem Adeyemi, der 2013 mit der SpVgg Unterhaching einen Überraschungscoup feierte und damals den Merkur CUP gewann.

Von Mats Hummels ist übrigens der Spruch überliefert: „Den Merkur CUP zu verlieren, ist schlimmer als die Champions League, denn den kannst du nur einmal im Leben spielen.“ Doch gerade nach der Corona-Zwangspause gelten für dieses Best-of-Turnier andere Prioritäten. „Ich sehe es eher als Freundschaftsturnier im Vorgriff auf das nächste Jahr, in dem es hoffentlich wieder normal läuft, mit allen Runden, bei denen man zu den Vereinen rausfährt, was ja den Merkur CUP ausmacht“, rückt selbst Manfred Schwabl, dessen Hachinger Jugend ja durchaus erfolgsorientiert arbeitet, das Motto „Zurück in die Zukunft“, in den Mittelpunkt, das im Moment so wichtig sei: „Es ist großartig von Uwe Vaders, dass er dieses Turnier möglich macht.“ Die Außenseiter aus Pullach treten sowieso ohne Erfolgsdruck an. Jugendleiter Lyra: „Für die Jungs soll das ein Riesenspaß und ein tolles Erlebnis werden. Wir werden unser Bestes geben, mehr können wir nicht tun.“

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