Wenn Eltern in ihrem Sprössling den nächsten Superstar sehen

Manchmal ist es nicht gerade leicht, den besten Spieler der Mannschaft zum Sohn zu haben. Wissen Sie wahrscheinlich selbst, weil auch Ihr Sohn bestimmt der Beste seiner Mannschaft ist.

Man hat schon unheimlich viel zu schlucken, wenn die eher mittelmäßig begabten Mitspieler wieder einmal einen großartigen Erfolg verhindern. Weil sie ständig patzen, lauffaul sind und nie auf die genialen Einfälle Ihres Buben eingehen. Und hinterher keck behaupten, er habe katastrophale Fehlpässe gespielt.

Nein, wir haben es nicht leicht, wir Eltern hochbegabter Kinder. Weil wir auch ständig schauen müssen, dass die Trainer diese außerordentliche Begabung unseres außergewöhnlichen Sohnes auch wirklich außerordentlich fördern. Weil wir schon träumen vom Anruf des FC Bayern. Und dann fährt immer wieder das wirkliche Leben dazwischen, hart und gnadenlos, weil wir umgeben sind von lauter Ignoranten, die die außergewöhnliche Begabung unseres außergewöhnlichen Kindes nicht zu würdigen wissen.

Neulich sind wir Eltern ziemlich aneinandergeraten am Spielfeldrand. Weil der Vater dieses ungelenken Abwehrspielers einfach nicht akzeptieren wollte, dass zwei Gegentore auf die Kappe seines Buben gehen. Sogar rotzfrech behauptet hat, sein Sohn sei der Beste gewesen an diesem Tag. Und unser außerordentlich begabter Bub hat wieder einmal eine Niederlage wegstecken müssen, der, sagen wir es vorsichtig, minderbemittelten Mitspieler wegen. Aber spricht es nicht für den guten Charakter unseres außergewöhnlichen Buben, dass er das gar nicht so dramatisch empfunden und seinen Abwehrspieler sogar verteidigt hat gegen unsere Vorwürfe? Oder sollten es die Kinder doch ganz anders sehen als wir, sollte ihnen Freundschaft und Teamgeist vielleicht sogar wichtiger sein als der Ehrgeiz der Eltern?

Ein Jugendtrainer eines großen Vereins hat es mal so ausgedrückt: Die Buben haben kein Problem, sich in die Hierarchie einer Mannschaft einzugliedern, ihre Rolle zu finden und zu akzeptieren. Die Eltern aber würden immer alles durcheinander bringen, weil es ihnen um die Befriedigung ureigenster Bedürfnisse geht, um die Erfüllung von Träumen, um die Projizierung eigener, unerfüllter Hoffnungen in die Kinder.

Und während die Buben auf dem Spielfeld gemeinsam kämpfen, kämpfen wir Eltern an der Linie gegeneinander. Weil jeder von uns überzeugt ist, dass sein Sohn der Beste ist, der Außergewöhnlichste, der Förderungswürdigste. Und dass er vollkommen verschenkt und unterfordert ist in dieser Mannschaft, dass er es eigentlich verdient hätte, längst bei den Bayern zu spielen oder sogar im Jugend-Nationalteam.

Später dann, wenn das Leben manche Hoffnungen, manche Träume zerstört hat, werden wir vielleicht einmal emotionsloser nachdenken können über alles. Können uns fragen, ob es nicht besser gewesen wäre, die eigenen Wünsche zurückzustellen, den Kindern den Druck zu ersparen, ihnen eine natürliche, stressfreie Entwicklung im Kreis ihrer Mannschaft und Freunde, ihnen schöne Erlebnisse durch und mit dem Sport zu gönnen, von denen sie ein Leben lang zehren.

Leicht gesagt. Wer nämlich will und kann schon tatenlos zuschauen, es dem Zufall und dem Trainer überlassen, wie und ob der Bub sich entwickelt, wenn er doch das außergewöhnlichste deutsche Fußball-Talent seit Franz Beckenbauer ist?

Weitere Artikel

Vertrag verlängert: Volks- und Raiffeisenbanken bleiben Merkur CUP …

Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, dass man starke und vor allem zuverlässige Partner hat.
Vertrag verlängert: Volks- und Raiffeisenbanken bleiben Merkur CUP als Sponsor treu

Mannschaftsfoto aus Kreis 05 - Fürstenfeldbrucker Tagblatt

Jeden Tag neue Fußball-Challenges

Eigentlich würden die GW-Gröbenzell-Coaches Dietmar Neumann und Florian Wallner ihre Nachwuchs-Kicker gerade auf den Merkur CUP einstimmen.
Jeden Tag neue Fußball-Challenges

Ein bisschen verrückt darf man schon sein

Und dann erzählt Manni Schwabl noch die Geschichte von der Mami, die ihren Buben so gerne bei einem größeren Verein sähe:
Ein bisschen verrückt darf man schon sein

Kommentare