Wechselbad der Gefühle

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Bayern-Fans: Jasper (l.) und Tian vom TuS Geretsried kamen in den Trikots ihres Lieblingsvereins in die Allianz Arena.

Als früh im Spiel die Südkurve das obligatorische „Steht auf, wenn ihr Bayern seid!“ anstimmte, erhob sich fast der gesamte Block 306 auf dem Oberrang der Allianz Arena.

Dort saßen mehr als 300 Mädchen und Jungen, Betreuer und Eltern, die im Sommer mit ihren Mannschaften erfolgreich an der 25. Auflage des Merkur CUP teilgenommen hatten und vom FC Bayern am Samstagabend zum Heimspiel gegen Bayer Leverkusen eingeladen worden waren. Der größte Teil der Nachwuchsfußballer drückte den Gastgebern die Daumen, über die Jacken und Mützen in den Farben der Heimatvereine wurden Bayern-Trikots gestreift, Fanschals halfen auch gegen die Kälte.

„Wir sind alle rot“, erzählte Jens Hohnhold, dessen Sohn Jonas für den SC Gaißach am weltweit größten E-Junioren-Turnier teilgenommen und das Bezirksfinale erreicht hatte. Nicht ganz einig waren sich die beiden bei ihren Tipps für die Partie, während der Vater auf ein 6:0 hoffte, glaubte Jonas an ein 3:1.

Fast alle tippten auf einen deutlichen Sieg der Bayern und zunächst sah es auch gut aus. Als Serge Gnabry früh den Pfosten traf, wurde es laut im Block 306, alle sprangen auf. Ruhig wurde es dann, als im Gegenzug Leon Bailey das 1:0 für Leverkusen erzielte.

Das Wechselbad der Gefühle setzte sich bei Thomas Müllers Ausgleich und Baileys zweitem Treffer fort. Simon Waiz von der SC Fürstenfeldbruck hatte bei den Gegentoren besonders die Abwehrspieler im Blick, schließlich ist er auch Verteidiger. „Boateng, Süle, Kimmich“, zählte er seine Lieblingsspieler beim FC Bayern auf. Mit seiner Mannschaft war Waiz bis ins große Finale des Merkur CUP in Unterhaching vorgedrungen, dort mussten sich die Fürstenfeldbrucker den Rekordgewinnern FC Bayern und 1860 München geschlagen geben und wurden am Ende Sechster.

Bundesligaathmosphäre schnupperten auch die Mädchen vom Merkur-CUP-Rekordsieger FC Wacker.

Bei den Mädchen gewann in diesem Sommer der FFC Wacker München, mit insgesamt sieben Siegen ist Wacker auch Rekordgewinner. Am Samstag war die Sieger-Mannschaft zu Gast in der Allianz Arena, Ende Oktober bekamen die Wacker-Mädchen als Teil ihres Gewinns selbst Besuch vom FC Bayern. Die Münchner Nationalspielerinnen Linda Dallmann und Lina Magull von der Frauen-Mannschaft des FCB absolvierten eine Trainingseinheit mit dem Team und beantworteten im Anschluss Fragen und schrieben Autogramme. „Die Mädels fanden es cool, dass die beiden da waren“, berichtete Trainerin Sabrina Gahr, die mit Veronika Capoccia die Mannschaft trainiert.

Auch die Nachwuchskicker des FC Türkgücü Erding fieberten mit dem FC Bayern, obwohl viele der Buben Fans der Istanbuler Klubs Galatasaray, Fenerbahce und Besiktas sind. Beim Merkur CUP zogen die Erdinger ins Bezirksfinale ein, vielleicht wäre auch noch ein bisschen mehr drin gewesen, „aber die Nervosität hat uns ein bisschen einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erzählte Abteilungsleiter Gökmen Uluhan. Türkgücü trat mit der jüngsten Mannschaft an, mehr als die Hälfte der Jungs darf im nächsten Jahr wieder mitspielen. „Wir hoffen, dass wir vielleicht nochmal einen Schritt weiterkommen“, sagte Uluhan.

Auch die Profis des FC Bayern hätten gerne den nächsten Schritt gemacht, verlor jedoch trotz der Unterstützung der Nachwuchsfußballer gegen Leverkusen. Aber Niederlagen und der Umgang mit ihnen gehören zum Fußball dazu, das ist beim FC Bayern nicht anders als beim Merkur CUP.

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