Vom Bolzplatz-Kicker zum Fan und Förderer des Jugendfußballs

Ohne Netz ist das Tor im Erdinger Stadion. Corona hat den Fußball und damit auch den Merkur CUP ausgebremst – sehr zum Bedauern von Johann Luber, Vorstandschef der Volksbanken-Raiffeisenbanken im Landkreis Erding.
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Ohne Netz ist das Tor im Erdinger Stadion. Corona hat den Fußball und damit auch den Merkur CUP ausgebremst – sehr zum Bedauern von Johann Luber, Vorstandschef der Volksbanken-Raiffeisenbanken im Landkreis Erding.

Die 26. Auflage des beliebten Merkur CUP konnte heuer nicht über die Bühne gehen. Das Corona-Virus hatte das weltweit größte E-Jugendturnier schon kurz vor der Auftaktveranstaltung in Unterhaching zum Erliegen gebracht.

Keine Spiele, keine Finals, keine Siegerehrungen und Preisübergaben – auch die treuen, den Jugendfußball liebenden Sponsoren des Merkur CUP waren davon arg betroffen. Einer davon ist der Lokalsponsor Volksbanken-Raiffeisenbanken im Landkreis Erding. Johann Luber ist als Vorstandschef seit vielen Jahren ein treuer Begleiter und auch Besucher des Merkur CUP. Der 52-Jährige hat vielen Mannschaften aus dem Landkreis schon zu ihren Erfolgen gratuliert und Trikotsätze als Gewinn überreicht. Im Gespräch mit der Heimatzeitung gibt der gebürtige Oberpfälzer aus Nabburg Auskunft darüber, warum ihm der Fußballnachwuchs so sehr am Herzen liegt und sein Kreditinstitut weiterhin den Jugendfußball beim Merkur CUP fördert.

Herr Luber, was waren Ihre ersten Gedanken, als Sie von der Absage des Merkur CUP erfahren haben?

Die Enttäuschung war sehr groß. Bei der Champions League der E-Jugend – der Vergleich sei erlaubt – ist die Begeisterung bei Buben und Mädchen sehr groß. Alle sind bis in die Haarspitzen motiviert und engagiert, es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Es ist einfach unglaublich schade. Meistens hatten wir auch sehr viel Glück mit dem Wetter, und gerade mit den Kreisfinals verbinde ich viele sehr schöne Erinnerungen.

Dass es keine „Road to Haching“, so der CUP-Slogan, gibt, hat Sie getroffen?

Natürlich. Gerade, wenn man immer die Begeisterung der Kinder sieht. Es ist alles sehr professionell organisiert und spielt auch in den sozialen Medien eine große Rolle. Für die Veranstalter ist es sehr schade, da sie alles wieder so gut vorbereitet hatten.

Haben Sie selbst eine Fußballer-Vergangenheit?

Nicht wirklich. In erster Linie habe ich auf dem Bolzplatz gekickt und auch mal bei der SpVgg Pfreimd gespielt. Aber mein Schwerpunkt lag schon immer bei der Wasserwacht – also eher Wasser als Rasen.

Wann glauben Sie, rollt der Fußball wieder?

Da können wir uns sicher noch auf eine lange Hängepartie einstellen, was mir vor allem für die Kids leid tut.

Mit den Volksbanken-Raiffeisenbanken im Landkreis Erding bleiben Sie dem Merkur CUP als lokaler Sponsor trotz der Absage 2020 treu. Wieso?

Seit ich denken kann, sind wir als Sponsor dabei, und es gibt keinen Grund, das Sponsoring trotz der Absage heuer zu beenden. Als große Geste des Veranstalters sehe ich es, dass 2021 dafür gleich zwei Turniere gespielt werden sollen. So gesehen ist das 2020er-Turnier nur aufgeschoben, und es ändert sich für uns nicht wirklich was. Außerdem herrscht bei diesem Turnier – wie ich vorher schon gesagt habe – eine ganz besondere Atmosphäre, vor allem was die Fairness anbelangt.

Sie sprechen damit auch das „Buch der Werte“ an.

Ja. Im Vordergrund steht natürlich das Turnier. Aber man darf nicht vergessen, was im Hintergrund abläuft. Ich meine da zum Beispiel die Trainer, die auf ehrenamtlicher Basis für die Kinder da sind, die ihnen Dinge vermitteln wie Pünktlichkeit oder auch Fairness – bei Sieg und Niederlage. Sie bringen den Kindern die Softskills bei. Da geht es zum Beispiel um das Zusammenschweißen der Truppe, die gemeinsame Freude oder auch Trauer. Es geht nicht nur ums Turnier, sondern auch um das gemeinsame Erlebnis, nicht nur um den Sport, sondern es werden auch Tugenden vermittelt.

Nicht zuletzt deshalb gibt es ja beim Merkur CUP auch den Fairness-Preis.

Der ist genauso wichtig wie der Siegerpokal. Natürlich will jeder gewinnen, und das ist auch gut so, aber die Kinder sollen auch erkennen, dass man den Gegner respektiert, dass es ein Miteinander gibt und kein Gegeneinander. Und dass da auch Freundschaften entstehen können, die ein ganzes Leben lang halten. Mannschaftssport prägt Kindheit und Jugend.

Und da wären dann noch die Eltern . . .

. . . die oft ehrgeiziger und motivierter sind als ihre Kinder. Aber ich muss sagen, dass ich beim Merkur CUP noch nie erlebt habe, dass es da Probleme gegeben hätte. Besonders bei den Kreisfinals herrscht eine besonders schöne Stimmung, die von Leichtigkeit und gemeinsamer Freude getragen ist. Alle kriegen was, alle sind voller Freude. Das finde ich immer sehr beeindruckend, und nicht zuletzt deshalb bin ich da immer gerne dabei.

Wie schätzen Sie die allgemeine Corona-Lage ein?

Ich hoffe, dass es bald wieder weiter geht und alle Sportarten im Freien wieder uneingeschränkt erlaubt sind. Es geht dabei doch auch um Bewegung und soziale Kompetenz. Es geht um die Entwicklung der Kinder. Und was ganz wichtig ist, gerade für Kinder: Sport ist nicht nur Bewegung, Sport ist auch Freundschaft.

Das Gespräch führte Wolfgang Krzizok.

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