Merkur CUP: „Dass ein Elternteil dabei ist, ist sehr wichtig“

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Starke Unterstützung: Die Eltern der Spieler des SV Miesbach gehören zu den größten Helfern im Landkreis.

Der Merkur CUP 2020 fällt aus. 2019 erhielt der SV Miesbach beim Kreisfinale in Holzkirchen den Fairness-Preis. Über die Bedeutung der Eltern für die Kinder.

Merkur-CUP-Kreisfinale 2019. Eine Schar kleiner Kinder fiebert aufgeregt mit den Brüdern, die um den Einzug ins Halbfinale kämpfen. „Aber nur anfeuern, nicht schimpfen“, mahnt ein Mädchen, „sonst ist das unsportlich.“ So sitzen sie auf der Wiese, machen Stimmung im besten Sinn und freuen sich, dass auch auf dem Platz alles läuft und der SV Miesbach einen Schritt weiter in Richtung Bezirksfinale gegangen ist. Getragen auch von der Begeisterung der Eltern, die das Team aus gebührendem Abstand lautstark motivierten.

„Ja, als Trainer müssen wir manchmal lauter schreien, um das zu übertönen“, sagt Rupert Gantner, der zusammen mit Andreas Berger im zweiten Jahr die E-Junioren aus der Kreisstadt trainiert und mächtig stolz ist, dass beim SV auch die Familien richtig mitziehen. Ob am Platz oder aktuell beim Corona-Notprogramm daheim: „Wir haben das Glück, dass wir von den Eltern immer unterstützt werden.“

Vor allem bei Turnieren sei der Miesbacher Eltern-Block nicht zu überhören. Mit Handsirenen, Hupen und Rasseln würden sie die Kinder ordentlich pushen, was doppelt Spaß macht, wenn bei größeren Veranstaltungen auch die F-Junioren bei der großen Fußball-Familie dabei sind. Zumeist nahezu vollzählig.

Beim Kreisfinale des Merkur CUP 2019 in Holzkirchen erhielten die Miesbacher Spieler den Fairness-Preis

Eltern des SV Miesbach motivieren die Kinder

Nur wer einen wirklich dringenden Alternativ-Termin hat, lässt erfahrungsgemäß ein Spiel aus. Hier schiebt keiner sein Kind aufs Abstellgleis, schickt es zum Verein, um sich selbst ein paar Stunden nicht um den Nachwuchs kümmern zu müssen. Umgekehrt trägt diese Unterstützung die jungen Kicker. „Wir haben kein Kind, das zu den Eltern sagt: Geh weg, du nervst.“ Im Gegenteil: „Dass ein Elternteil dabei ist, ist sehr wichtig.“ Gerade in dieser Altersklasse. So fühlen sich die Mädchen und Buben aufgehoben, nicht abgeschoben.

Glücklicherweise habe man keine Krakeeler, sondern die Sorte Eltern, die für positive Motivation sorgen und ihre Kinder auffangen, wenn es einmal nicht so gut läuft und die dem Trainerduo den Rücken freihalten und sich kümmern, wenn sich einer wehtut. So genießen es Gantner und Berger, sich jederzeit auf ihr Team hinter dem Team verlassen zu können.

Zusammenhalt wird großgeschrieben beim SV Miesbach. Das gilt nicht nur für die einzelnen Mannschaften, sondern auch zwischen den verschiedenen Altersklassen – im ganzen Verein eben.

Miesbacher Coaches versuchen, Grüppchenbildung zu verhindern

Zehn Kuchen fürs nächste Turnier, Helfer, um eine Veranstaltung zu stemmen oder Fahrer zum Auswärtsspiel – alles kein Problem. Dabei setzen sie auch bewusst aufs Mannschaftsgefühl. „Es steht immer fest, wir gewinnen zusammen und verlieren zusammen.“ Dazu gehört auch, in Fahrgemeinschaften zu Spielen zu fahren, weil es Autos spart und die Gemeinschaft stärkt.

Grundsätzlich versuchen die Miesbacher Coaches, Grüppchenbildung zu verhindern und Neulinge von Anfang an stark einzubinden. Dabei setzen sie auf ein offenes Wort. Um mögliche Ausgrenzungen im Keim zu ersticken ebenso, wie wenn es darum geht, auf gut gemeinte Belohnungen zu verzichten. „Wir haben unterbunden, dass vom Opa ein Zwickl für ein Tor gezahlt wird“, erklärt Gantner, weil das eine Steilvorlage für Egotrips im Spiel sei. Ihre Alternative: Eine Kugel Eis für eine besonders schöne Vorlage. So etwas wieder gemeinsam zu unternehmen, darauf freuen sich alle ganz besonders.

VON HEIDI SIEFERT

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