Mit Zusammenhalt viel erreichen

Es war eine dieser typischen Merkur-CUP-Geschichten. Emotional von der Anreise voll prickelnder Vorfreude durch ein Turnier mit Extremen.

Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Mit einem etwas ernüchternden Ende, aus dem mit etwas Abstand doch noch Stolz werden sollte. Und das noch Jahre später immer wieder Thema bei denen ist, die dabei gewesen sind. Was wäre gewesen, wenn? Wenn im Halbfinale des Bezirksfinales der TSV 1860 München Sekunden vor Schluss nicht doch noch einen glücklichen Siegtreffer gegen den TuS Holzkirchen erzielt hätte? Der Aufreger des Tages lag da schon lange zurück.

Es war der 2. Juli 2016. Ein drückend schwüler Samstag, an dem sich schon zu Turnierbeginn drohend die Gewitterwolken über dem Sportplatz in Neufahrn aufgetürmt hatten, wo der heimische FC ordentlich angerichtet hatte. Hinter Taferlbuben mit den jeweiligen Vereinsemblemen waren die acht Bezirksfinalisten einmarschiert. Vorgestellt von der langjährigen Warngauer Merkur-CUP-Repräsentantin Bärbel Aigner, die mit der ihr eigenen Mischung aus Leidenschaft und Sachverstand das Ereignis für alle Beteiligten noch ein Stück glanzvoller strahlen ließ.

Ob die Spieler davon noch viel mitbekamen? Natürlich drängte es sie aufs Feld. Holzkirchen sollte den Auftakt gegen den TSV Peiting machen. Beide Teams auf dem Platz. Nur TuS-Trainer und Schiedsrichter fehlten. Die Turnierleitung tagte. Ein Team aus der anderen Gruppe hatte Einspruch gegen einen neuen Spieler im grünen Trikot erhoben. Den Regularien nach gab es nichts einzuwenden, dass ein neu zum TuS gewechselter Kicker als Gastspieler antrat, so wie es bei großen Klubs normal ist. Und im zweiten Match sollte er auch auflaufen dürfen. Der Protest zu Unzeiten freilich war alles andere als dazu geeignet, zehnjährigen Buben unmittelbar vor dem Start in ihr größtes sportliches Erlebnis Ruhe zu vermitteln.

Prompt starteten sie mit einem Rückstand gegen Peiting. Dass sie sich nach dem unruhigen Turnierbeginn schnell wieder aufrappelten, das Auftaktspiel gewannen und Größen wie TSV Dachau und den kleinen Löwen des TSV 1860 die Stirn boten, hatten sie dem zu verdanken, was Unterhachings Kapitän und Merkur-CUP-Teilnehmer Seppi Welzmüller als „auf Dauer das Wichtigste“ bezeichnet: „Zusammenhalt, Teamgeist und Leidenschaft.“ Gerade das zeichnete sie als besondere Mannschaft aus: ein eingeschworener Haufen ohne Stars und Allüren zu sein. Mit unbändigem Willen, sich fürs Team ins Zeug zu werfen und sich gegenseitig mitzureißen.

VON HEIDI SIEFERT

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