Gibt es Gerechtigkeit im Fußball?

Ob es wirklich so etwas gibt wie Gerechtigkeit im Fußball? Alles gleicht sich irgendwann aus, hören wir, jede Fehlentscheidung, jede Gemeinheit, jeder Fehltritt, jedes Foul. Aber wirklich auch jede Unsportlichkeit?

Neulich sind wir Zeuge eines ziemlich fragwürdigen Heldenepos geworden. Ein Held wurde geboren, ein strahlender Held. Er hat seine Mannschaft gerettet und wurde deswegen gefeiert wie ein kleiner König. Das heißt, eigentlich hat er nur ein paar mickrige Punkte gerettet, die ohnehin nicht allzu bedeutend sein sollten, da es sich um ein Kinderspiel gehandelt hat.

Und wir nach einem langen, manchmal schmerzhaften Lernprozess endlich akzeptieren sollten, dass dort, im Jugendbereich, Ergebnisse, Tabellen und Titel keine große Rolle spielen.

Tun sie aber. Zumindest dann, wenn es um Meisterschaft und Abstieg geht. Dann nämlich wird gefightet und getreten, dass sich die Knochen biegen. Und wenn dann eine Mannschaft kurz vor Schluss den Sieg vor Augen hat, nicht mehr aber den gegnerischen Stürmer, der sich klammheimlich durch die Abwehrreihen mogelt, dann schlägt sie, die Stunde der Helden.

Trifft der Stürmer, wird er gefeiert werden, weil er in letzter Minute zumindest ein Unentschieden gesichert hat. Schafft es aber der Abwehrspieler, dem Gegner in letzter Sekunde noch irgendwie von hinten in die Beine zu grätschen, ihn zu Fall zu bringen, noch dazu vor dem Strafraum, dann wird der zum Helden.

Natürlich ist es ein Foul gewesen, ein ziemlich böses noch dazu. Notbremse nennt man das, manche sagen auch taktisches Foul. So etwas sehen die Kinder Woche für Woche in der Bundesliga, und dort wird es, falls es gerecht zugeht, mit der Roten Karte und ein paar Spielen Sperre geahndet.

Da es sich aber hier um ein Jugendspiel handelt, macht der Schiedsrichter von der Möglichkeit einer Zeitstrafe Gebrauch. Fünf Minuten, eigentlich ja ein Witz, wenn nur noch eine Minute zu spielen ist.

Strahlend also marschiert der Sünder vom Platz, gefeiert von seinen Mitspielern, von seinem Trainer und den Eltern, die sich riesig freuen über den cleveren Buben, der mit einem Schlag, oder noch besser: einem Tritt, zum Helden wurde.

Bestimmt wird man nun nämlich dank des glücklichen Sieges den Abstieg verhindern, zumal der clevere Bursche auch im nächsten Spiel wieder zum Einsatz kommen und zum Helden werden darf. Zeitstrafen sind nach fünf Minuten vergessen.

Ob wir das gerecht finden, fragt keiner. Wir aber haben uns gefragt, mit welchen Maßstäben eigentlich im Fußball gemessen wird.

Da bekommt ein hartgesottener Profi schon mal wegen eines eher harmlosen Remplers im Mittelfeld die Rote Karte und zwei Spiele Sperre, ein Jugendspieler, der eigentlich noch zur Fairness erzogen werden sollte, wird dank eines vorsätzlichen Fouls, mit dem er ein Tor verhindert, zum Helden.

Ziemlich nachdenklich sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es Gerechtigkeit wohl doch nicht gibt in dem von uns allen so geliebten Sport Fußball.

Es ist wie in unserer Gesellschaft, deren Spiegelbild der Sport ja darstellt: Es wird meist der zum Helden, der Erfolg hat, egal, mit welchen Mitteln er diesen erreicht. Nicht der, der um Fairness und Gerechtigkeit kämpft. Und das ist schade, sehr, sehr schade.

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