Mannschaftsfoto aus Kreis 08 - Garmisch-Partenkirchner Tagblatt

Den Frust wegtrainieren

Jubeln können sie bereits wie die Großen: Die U11 des 1. FC Garmisch-Partenkirchen beim gemeinsamen Kicken mit den Landesligaspielern.

Die Fußball-Höhepunkte des Jahres 2020 fallen aus: Während die Profis der Absage der Europameisterschaft hinterhertrauern, müssen die U11-Kicker im Landkreis auf die 26. Auflage des Merkur CUP verzichten. Jeder Verein versucht nun auf anderem Wege, seine Jugendlichen über den Ausfall hinwegzutrösten.

Carina Nöhmeier trainiert den Jahrgang 2009 des 1. FC Garmisch-Partenkirchen seit zweieinhalb Jahren. Sie verdeutlicht, wie lange sich ihre Spieler schon auf das Event gefreut hatten: „Bereits in der Vorbereitung auf die Saison 2019/2020 wurde der Merkur CUP innerhalb der Mannschaft thematisiert.“ Die Vorbereitungen auf das Saison-Highlight liefen bereits auf Hochtouren, bevor das Coronavirus der Mannschaft einen Strich durch die Rechnung machte: „Wir haben teilweise dreimal in der Woche trainiert und hatten viele Testspiele.“

In der Liga stand der 1. FC nach der Hinserie auf dem zweiten Rang punktgleich mit Spitzenreiter TSV Murnau. Der Rest der Liga war chancenlos. Beim Merkur CUP hätten spätestens in der zweiten Runde größere Kaliber auf die Burschen gewartet. Deshalb nahm Nöhmeier mit ihrer Mannschaft im Winter weite Wege auf sich, um sich auf die Qualität der Gegner einzustellen: „Wir haben wöchentlich Leistungsvergleiche und Hallenturniere im Münchner Raum gespielt. Unsere Ziele waren hochgesteckt.“

Auch wenn die Zwangspause das FC-Team getroffen hat, steckt am Gröben niemand so schnell den Kopf in den Sand: „Es wäre furchtbar, wenn die harte Arbeit jetzt der Lethargie weichen würde.“ Die Spieler werden von ihrer Trainerin auch während der Pause gefordert und gefördert: „In unserer Whats-App-Gruppe gibt es seit Anfang an wöchentliche Challenges. Diese beinhalten Technik-, Ball-, Kraft- und Koordinationsübungen.“

Die Ergebnisse werden per Video mit den Teamkollegen geteilt. Dreimal in der Woche sucht sich ein Spieler eine Übung aus und nominiert daraufhin einen Mannschaftskollegen, der am folgenden Trainingstag die Aufgabe vorgibt. Dass der Spaß dabei nicht zu kurz kommt, dafür sorgen die Spieler selbst, versichert Nöhmeier: „Meist sind die Videos musikalisch untermalt und am Ende bekommen wir einige lustige ,Outtakes‘ zu sehen.“ Die Prominenz des Sports wird ebenfalls kopiert: „Wir haben auch einige Koordinationsübungen eingebaut, die Felix Neureuther vormacht.“

Zweimal im Monat trifft sich die E1 über Skype, um „ein wenig zu ratschen“. Denn eines ist für Nöhmeier klar: „All das ersetzt uns natürlich nicht die Sache, um die es neben der Leistung im Mannschaftssport geht: um das gemeinschaftliche Erlebnis.“

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