Erst kommt das Siegen, dann die Moral?

Kurz vor Weihnachten ist es gewesen. Wir haben eine Geschichte gelesen, die so gut gepasst hat in diese, die nachdenkliche Zeit.

Die Geschichte erzählte von einer Fußballspielerin, die partout ein Geschenk nicht hat annehmen wollen. Sie wusste genau, dass der Elfmeter nicht berechtigt war, denn das angebliche Foul ist an ihr begangen worden. Sie hat auch den Schiedsrichter auf seinen Irrtum hingewiesen. Als der allerdings auf der Ausführung des Strafstoßes bestand, hat die Spielerin den Ball weit am Tor vorbei in Richtung Eckfahne geschossen – und ihre Mannschaft mit 0:1 verloren.

Nachdem wir diese Geschichte gelesen hatten, haben wir uns an viele Szenen im Profifußball erinnert und wurden von der rauen Wirklichkeit des Sports eingeholt. Zwar gibt es sie immer wieder mal, die Situationen, dass ein Bundesliga-Fußballer den Unparteiischen auf einen Fehler aufmerksam macht, aber sie sind selten, viel zu selten. Natürlich steht da viel mehr auf dem Spiel. Es geht um Millionen, wenn eine Partie, ein einziges Tor über den Abstieg, die Europacup-Teilnahme oder sogar die Meisterschaft entscheiden kann. Zu leicht wird vergessen, dass es auch noch ein Spiel ist, Sport, der sich Fairness auf die Fahnen geschrieben hat.

Doch darf man mit seiner Ehrlichkeit dem Arbeitgeber den Erfolg vermasseln, ihn der verdammten Moral wegen um das viele Geld bringen, das im internationalen Geschäft zu verdienen ist? Da hatte es jene Hobbyspielerin aus Westfalen gewiss leichter, sich zu Sportlichkeit, Fairness und Gerechtigkeit zu bekennen. Auch wenn wir daraus den bitteren Schluss ziehen müssen, dass die Omnipräsenz des großen Geldes im Profisport die Moral erdrückt, gnadenlos. Dass nur der Sieg zählt. Der Sieg um jeden Preis, mit allen Mitteln, auch jenseits der Legalität.

Der Sport, sagt man, sei ein Spiegelbild der Gesellschaft. Und wenn wir uns Sorgen machen müssen über deren Zustand, wenn wir vergeblich suchen nach moralischer Führung, nach einem ethischen Minimalkonsens, warum sollte sich dann der Profisportler edler, ehrlicher verhalten als der normale Bürger oder der Politiker, der sich sogar verpflichtet hat, nur zum Wohle seines Landes zu handeln, aber oft zuerst an sich und an seine Wiederwahl denkt?

Erst kommt das Siegen, dann die Moral, wobei der Begriff „Siegen“ beliebig durch „Geld“ ersetzbar ist. Raffgier heißt die Motivation – nicht nur im Profisport, der längst alle noch so schönen Werte über Bord geworfen hat. Leistung zählt, Erfolg. Und Geld. Wer will, kann trauern um den Sport, der einst so schön war, so liebenswert, so unterhaltsam, der Völker verbinden und Freundschaften knüpfen konnte.

In Zeiten wie diesen aber wollen wir uns lieber über die kleinen Geschichten freuen, die der Sport auch heute noch schreibt – Geschichten von Fairness und Anstand, Gerechtigkeit und Toleranz. Wir müssen sie suchen, abseits der telegen aufgeblasenen Glitzerwelt, dort, wo es um die Freude an Spiel und Sport, nicht um die dicke Börse geht. Wir werden sie finden und unseren Kindern erzählen. Immer wieder. Auch wenn die Realität im big Sportbusiness ganz andere Geschichten schreibt. Geschichten von Raffgier, Betrug und Doping.

Der Merkur CUP

ist das weltweit größte E-Junioren-Fußballturnier. Es wird vom Münchner Merkur mit dem BFV veranstaltet und von den Premiumsponsoren ESB Energie Südbayern, CEWE sowie dem Ausrüster macron mit macronstore München gefördert. Außerdem unterstützen der FC Bayern München, die SpVgg Unterhaching und der TSV 1860 München das Turnier. Als lokaler Sponsor ist die Raiffeisen-Volksbank Ebersberg ein treuer Förderer des Merkur CUP. Weitere Förderer: FC Bayern Erlebniswelt, FC Bayern Frauen, Allianz Arena, Howe, AHD Sitzberger und Busreisen Geldhauser. ESB ist außerdem Fairplay-Partner des Merkur CUP.

Weitere Artikel

Mannschaftsfoto aus Kreis 13 - Münchner Merkur Nord:

Stabilisationsübungen im Wohnzimmer

Der Merkur CUP 2020 muss zwar wegen der Corona-Krise ausfallen. Trotzdem berichtet der Münchner Merkur mit seinen Heimatzeitungen über diese …
Stabilisationsübungen im Wohnzimmer

Mannschaftsfoto aus Kreis 13 - Münchner Merkur Nord:

Jede Woche eine Aufgabe

Der Merkur CUP 2020 muss zwar wegen der Corona-Krise ausfallen. Trotzdem berichtet der Münchner Merkur mit seinen Heimatzeitungen über diese …
Jede Woche eine Aufgabe

Die Entdeckung des Turniers 2000

Sein Name ist untrennbar mit dem Merkur CUP verbunden. Dort wurde er vor 20 Jahren entdeckt. Heute ist er die Identifikationsfigur des FC Bayern …
Die Entdeckung des Turniers 2000

Kommentare