Die Entdeckung des Turniers 2000

Sein Name ist untrennbar mit dem Merkur CUP verbunden. Dort wurde er vor 20 Jahren entdeckt. Heute ist er die Identifikationsfigur des FC Bayern München: Thomas Müller.

In der Quarantänezeit hat er wie fast alle jungen Nachwuchskicker auch, individuell mit Lauf- und Trainingsplänen gearbeitet, ähnlich wie in der Sommer- oder Winterpause. Mehrfach pro Woche folgte das Cyber-Training mit allen Spielern und den Trainern, bevor er dann seine achte Deutsche Meisterschaft in Folge mit seinem Traumverein feiern konnte.

Jetzt ist er erneut unter die Kinderbuch-Autoren gegangen. „Mein Weg zum Fußballprofi“ lautet der Titel des dritten Buchs von Fußball-Weltmeister Thomas Müller. „Ich habe versucht, meine frühere Lebensgeschichte kindgerecht aufzuarbeiten. Ich will zeigen, was mir geholfen hat, Dinge immer wieder zum Positiven zu wenden und Rückschläge zu überwinden. Man muss für das brennen, was man macht. Das Leben bietet so viele Chancen“, so der Offensivspieler Müller.

Eine erste große Chance hatte er schnell ergriffen. Im Merkur CUP Bezirksfinale in Murnau am 9. Juli 2000 schoss der damals Zehnjährige Pähler Bub neun der insgesamt 15 Treffer des heimischen TSV. Seinen Treffer zum 1:0 gegen den MTV Dießen schildert er in seinem Buch so: „Es ist Mitte Juli, doch dieser Sommertag ist total verregnet. Ich lege mir den Ball vor und laufe, so schnell ich kann. Der Rasen ist nass und glitschig. Es sind nur noch ein paar Meter bis zum Tor. Ein Verteidiger grätscht mir entgegen. Ich springe über sein Bein weg und schieße in die rechte Ecke. Der Torwart hat keine Chance: 1:0! Danach müssen wir ein paar brenzlige Situationen rund um unseren Strafraum überstehen, gehen aber als Sieger vom Platz!“

„Ja, mit dem TSV Pähl haben wir sehr viel gewonnen“, erinnert sich Müller, aber dann, als wir im Jahr 2000 das Merkur CUP-Finale erreicht hatten, haben wir auch Niederlagen einstecken müssen.“

Und wie er mit Niederlagen und auch Rückschlägen umgehen müsse, habe er früh gelernt: nämlich aus misslungenen Aktionen oder Niederlagen die richtigen Schlüsse zu ziehen, dranzubleiben, damit die nächste Aktion eine bessere wird. „Das hat mir mein Leben lang geholfen. Ich habe nie den Kopf in den Sand gesteckt!“

Grandios lief es für ihn auch beim Torwand-Wettbewerb des Merkur CUP. So qualifizierte er sich für den Finalwettbewerb im Torwandschießen, den er fast folgerichtig gewann.

„Ich war sicher nicht der talentierteste Torwandschütze, aber gerade beim Entscheidungsdurchgang in Markt Schwaben war ich dann parat. Das gibt Auftrieb, festzustellen, dann zur Stelle zu sein, wenn es darauf ankommt.“ Er war im übrigen an der Torwand auch erfolgreicher als die Zwillinge Lars und Sven Bender, die im selben Jahr für die SpVgg Unterhaching das Turnier bestritten.

Einen der Preise, eine Übernachtung in Bad Griesbach, schenkte er seinen Eltern und „das Fahrrad wurde natürlich benutzt“ so die große Turnier-Entdeckung.

Scouts seines Traumvereins FC Bayern München waren bereits im Bezirksfinale auf ihn aufmerksam geworden und sahen sich im 6. großen Merkur CUP Finale eine Woche später bestätigt. Die Einladung zum Probetraining seines Lieblingsvereins folgte postwendend – „vielleicht mein Schlüsselerlebnis in meinem Sportler-Leben“, so der „Paradebayer“, wie er häufig als FCB-Identifikations-Figur betitelt wird.

Als Voraussetzung dafür, so genannt zu werden wie auch Kalle Rummenigge ihn häufig bezeichnet, „tut es auf alle Fälle gut, wenn man einen bayerischen Geburtsort im Ausweis stehen hat. Kombiniert mit einem entsprechenden Werdegang gespickt mit den einen oder anderen Erfolgen kriegt man irgendwann den Stempel drauf. Den wäscht man sich nicht ab und lässt ihn drauf – und wenn man damit umgehen kann, lässt man sich ihn irgendwann tätowieren.“

Ein typischer Müller halt, frech, flott, sympathisch, der in seinem fast 200 Seiten starken dritten Buch seine ganz persönliche Fußballgeschichte erzählt: Wie alles begann, welche Herausforderungen er bewältigen musste und was ihm neben dem Spielfeld wichtig ist. Die jungen Leser*innen werden mitgenommen auf seine Reise aus dem beschaulichen Heimatdorf Pähl über dem Merkur CUP zum FC Bayern München, in die Nationalelf und letztlich zum Weltmeistertitel 2014 in Brasilien.

Bei all seinen Blicken zurück vergisst Thomas Müller nie, den jungen Lesern positive Botschaften mit auf den Weg zu geben: „so ist es auch wichtig ist, dass Du neben dem Fußballspiel auch Deine Leistungen in der Schule bringst, sie hat mir dazu verholfen, ein guter Fußballer zu werden.“ Die Leistungen in der Schule wären für ihn enorm wichtig gewesen, „so hatte ich dann nicht den Stress, ich müsse Fußballprofi werden. Ich wusste, wenn es mit dem Profi nicht klappt, bin ich dank der Schule nicht aufgeschmissen!“

Gedanken über den Wechsel, der schier zwei Stunden Hinfahrt mit der Bahn und das selbe auch zurück notwendig machte, hat man sich im Müllerschen Elternhaus in Pähl sehr wohl gemacht. „Natürlich haben wir lange überlegt, ob die Doppelbelastung Schule und Fußball gepaart mit der langen Anreise zum Training für einen Zehnjährigen kombinierbar ist. Nachdem es mein größter Wunsch war, für die Roten aufzulaufen, haben wir uns mit meinen Eltern und dem FC Bayern erst einmal auf eine halbjährige Probephase verständigt, um auszutesten, ob‘s klappt. Und seitdem funktioniert es zwischen dem FC Bayern und mir eigentlich ganz gut, oder?“, meint Müller lachend.

Sein „Plan B“ war die Schule, seine Alternative, falls das erste Ziel nicht erreicht werden kann. Wen wundert’s, dass der junge Nachwuchsfußballer das Weilheimer Gymnasium erst nach dem Abitur verließ.

So passt zu seiner klaren zielorientierten Denkstruktur auch, dass sich Thomas Müller seit zwei Jahren unter anderem als Lesebotschafter der Stiftung Lesen für Bildung und Zukunftsperspektiven von Kindern engagiert. Denn „nur wer lesen kann, kann auch in allen Bereichen mitspielen“.

Für sehr viele junge Fußballspieler, vor allem jene im Merkur CUP ist Thomas Müller das Vorbild schlechthin. Sowohl sportlich, wie auch menschlich.

In Anlehnung an das Merkur CUP-Buch der Werte sind für Thomas Müller Respekt, Fairplay, Disziplin und Freundschaft sehr wichtig. „Privat sind für mich Freundschaft, gegenseitiges Vertrauen und Toleranz sehr wichtige Themen. Beim Sport stehen für mich die unbedingte Leistungsbereitschaft, Fairplay und Disziplin ganz oben,“ so Müller, „doch der Spaß am Fußball ist das Wichtigste! Und erst vom Sportplatz heimgehen, wenn die Knie grün sind. Denn voller Einsatz gehört dazu, wenn man erfolgreich sein will.“

Einen ganz besonderen Rat gibt die Entdeckung des Merkur CUP 2000, Thomas Müller, noch den Eltern von talentierten Fußballspieler*innen zum Abschluss mit auf den Weg, der ins Buch der Werte gehört: „Es sind auch die Eltern gefordert, dass sie nicht ihren eigenen Traum durch das Kind leben, sondern dass sie sich durchaus bewusst sind, was das wirklich Richtige für den Sohn oder die Tochter ist.“ UWE VADERS

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