Merkur CUP

„Als ob das scheitern würde“

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Yvonne Frischmuth mit einem Merkur CUP-Kuchen.

Der SV Warngau hat sich mittlerweile einen Top-Namen als Ausrichter des Merkur CUP gemacht. Die Geschichte.

Ein strahlend schöner Sommerabend auf dem Warngauer Sportplatz. Kinder hüpfen über den Platz und sammeln glitzernde Schnipsel, die aus der Konfettikanone über die Sieger gewirbelt waren. Mannschaften und Zuschauer sind auf dem Heimweg. Aus dem Vereinsstüberl dringen die Stimmen derer, die ein stimmungsvolles Finale Revue passieren lassen. Was man im Oberland längst wusste, ging jetzt weit über die Landkreisgrenzen hinaus und beeindruckt Merkur CUP-Chef Uwe Vaders derart, dass er den Dorfverein im Jubiläumsjahr mit der Ausrichtung des großen Finales im Stadion der SpVgg Unterhaching betrauen sollte.

So einen Enthusiasmus hatte er selten erlebt. Dabei hatten den die Warngauer nicht erst beim ganz großen Showdown gezeigt. Schon beim Ausrichter-Debüt 2016 boten sie den Kreisfinalisten einen herzlichen Empfang. Gespielt hatten sie jedes Jahr. „1995, 1996, 1999 und 2016 richtig erfolgreich und im Bezirksfinale“, erzählt Jugendleiterin Yvonne Frischmuth, die 2016 als Organisationschefin und Spielermama dabei war. „Ausrichter waren wir tatsächlich das erste Mal – und dann gleich heftig.“

Das Kreisfinale hätten sie wie ein Jugendturnier aufgezogen, „eigentlich nichts anders gemacht“. Stimmt. Aber wer einmal ein Jugendturnier in Warngau erlebt hat, weiß, dass darin viel Herzblut steckt. Nach erfolgreicher Gastgeber-Feuertaufe wurde der SV umgehend zum Austragungsort eines Bezirksfinales erkoren. „Okay, das war schon was Größeres“, erinnert sich Frischmuth und erzählt, wie die Mannschaft Handzettel verteilte und für ihr „Finale dahoam“ warb.

Merkur CUP-Brot, -Eis und -Pralinen

Besonders bei den Bezirksfinalisten von damals. Und die einstigen Helden kamen: Martin Woehl, Sebastian und Matthias Klaus, Benedikt Holzner, Robert Hallmannsegger. Selbst Bayern-Profi Nico Feldhahn, der seinen Trainer Heiko Vogl mitgebracht hatte und mit den Spezln in Erinnerungen schwelgte. Die jungen Kicker, denen der Jugendförderverein Shirts spendiert hatte und die mit grüner Haarsträhne (Milou Frischmuth) und einrasiertem SVW (Maxi Freundl) zusätzlich Akzente setzten, freuten sich über Platz sieben und mehr noch über den Fairnesspreis. Damit hatte man rechnen können.

An die „Helden“: Mit ihren Unterschriften luden die Spieler der Warngauer E-Jugend 2016 die ehemaligen Merkur CUP-Teilnehmer des SV zum Finale ein. Foto: Privat

Nicht aber mit Uwe Vaders Aufforderung, sich als Finalausrichter zu bewerben. Ihren Einwand, ohne Tribüne die Auflagen nicht zu erfüllen, habe er trocken beantwortet: „Yvonne, als ob es daran scheitern würde.“ So kam es zum Merkur CUP-Finale 2018. Und während mancher erst den Ort seiner Sehnsucht recherchierte, sprudelten im Oberland die Ideen. Peter und Sebastian Klaus buken wochenlang ein Merkur CUP-Brot, dessen Erlös direkt in die Jugendkasse floss. Herbert Franz kreierte ein Final-Eis aus weißer Schokolade mit den Merkur CUP-Farben aus rotem Himbeer-Curd und blau eingefärbter Orangensoße. Stephan Heinrich drehte Pralinen. Und während Sebastian Gschwendner akribisch den Rasen pflegte, ließ sich Frischmuth ihre berühmte Merkur CUP-Dirndlschürze anfertigen. Und hätte ihnen nächtlicher Regen keinen Strich durch die Rechnung gemacht, hätte Sepp Freundl eine Schablone parat gehabt, um das Logo groß aufs Spielfeld zu bringen.

SV Warngau richtet Merkur CUP-Finale in Unterhaching aus

Ein Highlight sei das für den Verein gewesen, sagt Frischmuth, die zusammen mit dem damaligen SV-Vorsitzenden Andreas Beilhack ins Pressehaus Bayerstraße eingeladen wurde, um anderen den Rücken zu stärken, es als Veranstalter zu versuchen. „Am Ende waren wir wieder Ausrichter.“ Diesmal im Sportpark Unterhaching. „Halb Warngau hielt uns für verrückt, aber wir waren der Meinung, wir schaffen das.“

Nun lief die Maschinerie wieder an. Peter und Sebastian Klaus stäubten das Merkur CUP-Logo wieder auf das Feinschmecker-Brot. Herbert Franz machte Eis. Yvonne Frischmuth band sich eine neue Schürze um und machte sich mit ihren Warngauern und einer imposanten Ladung selbst Gebackenem auf nach Unterhaching. „Rückblickend kann man sagen, wir kamen als Fremde und gingen als Freunde“, sagt die Jugendleiterin. Was schöner war? „Es hatte beides seinen Reiz. Beides anstrengend, aber wunderschön.“

VON HEIDI SEIFERT

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