„Alles gelernt, was zum Profi-Fußball gehört“

Gestandener Fußball-Profi: Korbinian Vollmann bestritt für den TSV 1860 und den SV Sandhausen insgesamt 88 Zweitligaspiele. Aktuell spielt er bei Hansa Rostock in der 3. Liga.
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Gestandener Fußball-Profi: Korbinian Vollmann bestritt für den TSV 1860 und den SV Sandhausen insgesamt 88 Zweitligaspiele. Aktuell spielt er bei Hansa Rostock in der 3. Liga.

Korbinian Vollmann mischt mit Hansa Rostock im spannenden Aufstiegsrennen der 3. Liga mit. Sollte der Sprung in die 2. Bundesliga gelingen, wäre es für den Offensivspieler eine Rückkehr in die Spielklasse, in der er sich am besten auskennt:

Von 2014 bis 2019 brachte er es beim TSV 1860 München und beim SV Sandhausen auf insgesamt 88 Zweitligaeinsätze (8 Tore). Der heute 26-Jährige, der bei seinem Heimatverein Kirchheimer SC mit dem Kicken begann, hat auch eine bemerkenswerte Vergangenheit im Merkur CUP: 2004 erreichte er mit dem SV Pullach das Endspiel, unterlag dort den Löwen mit 0:2, wechselte danach an die Grünwalder Straße, wo er den größten Teil seiner fußballerischen Ausbildung erhielt. In der Saison 2011/12 war er auf Leihbasis für die SpVgg Unterhaching aktiv, danach kehrte er zu 1860 zurück, schaffte dort schließlich den Durchbruch als Profi. Im Gespräch mit unserer Zeitung blickt Vollmann, der seit Anfang März Vater eines Sohnes ist, auf seine Entwicklung zum Berufsfußballer zurück.

Sie waren als E-Junioren-Spieler mit dem SV Pullach im Merkur Cup Finale 2004 gegen die Löwen dabei. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Wettbewerb?

Das Finale hat damals in Heimstetten stattgefunden - quasi direkt vor meiner Haustür. Leider haben wir gegen die Löwen verloren, aber dass wir damals mit dem „kleinen“ SV Pullach die Großen ärgern konnten, hat natürlich Spaß gemacht. Ich habe durchweg positive Erinnerungen an den Merkur CUP – ein tolles Turnier mit großer Bedeutung für junge Fußballer.

Welche Station war für Sie entscheidend auf dem Weg zum Profifußball?

Das war ganz klar meine Zeit bei 1860 München. Ich bin damals zur U12 der Löwen gewechselt und habe dann jede Altersklasse durchlaufen. Ich durfte eine sehr, sehr gute Schule genießen und habe dort eigentlich alles gelernt, was zum Profifußball gehört.

Welche Rolle haben Ihre Eltern auf diesem Weg gespielt?

Eine unglaublich große Rolle. Sie haben mich zu jeder Zeit unterstützt. Sie haben mich jeden Tag vom Training abends abgeholt, mich am Wochenende zu den Spielen oder Turnieren begleitet und wirklich einen unglaublichen Zeitaufwand betrieben, damit ich mich voll und ganz auf die Schule und den Fußball konzentrieren konnte. Früher hat man das gar nicht so wahrgenommen, aber je älter man wurde, hat man das immer mehr zu schätzen gewusst. Ich bin wirklich dankbar, dass meine Eltern so viel für mich getan haben.

Was würden Sie ambitionierten Nachwuchskickern raten: Ganz auf den Fußball zu setzen oder nebenher eine Ausbildung zu machen?

Aus heutiger Sicht würde ich jedem raten, seine schulische Laufbahn oder seine Ausbildung zu beenden. Im jungen Alter ist das sicherlich nicht so einfach, wenn man schon bei den Profis spielen darf. Aber ein guter Abschluss oder eine Ausbildung in der Hand zu haben und sich dann ein Stück weit auf den Fußball zu konzentrieren, wäre für mich heute der optimale Weg.

Haben Sie denn selbst eine Ausbildung neben dem Fußball absolviert?

Nein, ich habe keine Ausbildung gemacht. Ich habe mich mit 17 Jahren – nach der 10. Klasse auf dem Gymnasium - dazu entschieden, mich als Fußballprofi zu versuchen und durchzusetzen.

Sie sind 26, haben sicher noch einige aktive Jahre vor sich. Wo soll es in Ihrer Karriere noch hingehen? Ist die Erste Liga ein Ziel?

Wohin einen der Weg führt, ist in diesem Geschäft leider immer schwer vorauszusagen. Ich habe bei Hansa Rostock noch bis Sommer 2021 einen Vertrag und meine Familie und ich fühlen uns hier oben an der Küste wohl.

Noch ein Blick auf die aktuelle Situation: Mit Hansa Rostock haben Sie den Zweitligaaufstieg vor Augen. Wie sehen Sie die Chancen?

Ich glaube, dass in dieser Liga alles möglich ist. Wir wollen in den jetzt noch verbleibenden Spielen so viele Punkte wie möglich holen und man wird dann von Spiel zu Spiel sehen, was möglich ist. Wir haben in den vergangenen Monaten hart trainiert und es wäre natürlich toll, wenn sich das am Ende auszahlt.

Blicken Sie auch noch ein bisschen auf Ihre Ex-Vereine TSV 1860 und SpVgg Unterhaching oder sind das Liga-Rivalen wie alle anderen auch?

Aufgrund meiner langjährigen Vergangenheit bei 1860 verfolge ich die Löwen natürlich mehr als die SpVgg Unterhaching. Aber letztendlich sind es Konkurrenten, die wir tabellarisch hinter uns lassen wollen.

Das Gespräch führte
Umberto Savignano.

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