„Sie sollen einfach kicken“

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Kein Druck ausüben: Oliver Schmitt bei der Besprechung mit seinem Team.

Oliver Schmitt erklärt, worauf er als Trainer Wert legt – als Spieler hat er mit 1860 den Merkur CUP gewonnen

Oliver Schmitt, 27 Jahre alt und Trainer der Heimstettner E-Jugend, hat selbst den Merkur CUP gewonnen. Vor 17 Jahren war das, mit dem Nachwuchs von 1860 München. Mit zehn Jahren haben ihn die Löwen gesichtet, vier Jahre ist er geblieben. Ein Gespräch darüber, wieviel von dieser Ausbildung in seine eigene Trainertätigkeit einfließt und worauf er im Training mit den zehnjährigen Buben Wert legt.

-Was haben Sie mitgenommen von Ihrer Zeit bei 1860 München oder was versuchen Sie, in Ihr Training zu übertragen?

Eher wenig. Am ehesten noch das Auftreten als Mannschaft. Dass wir uns gut präsentieren, ist mir sehr wichtig. Sonst bringe ich wenig aus meiner Ausbildung bei 60 ein, weil da schon enorm viel Druck ausgeübt wird, auch schon bei den Kleinen. Das versuchen wir komplett wegzulassen. Aber wir haben schon auch unsere Strukturen.

-Zum Beispiel?

Die Eltern sind zum Beispiel nicht beim Training dabei. In der Schule stehen sie ja auch nicht daneben, da macht es auch der Lehrer. Generell ist mir wichtig, dass die Spieler lernen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Noch geben wir Trainer von draußen Hilfestellungen, klar. Aber irgendwann müssen sie innerhalb von Zehntelsekunden ihre Entscheidungen treffen, und da kann keiner helfen.

-Worauf legen Sie denn beim Training besonderen Wert?

Ganz klar auf Technik. Je mehr es Richtung Elf gegen Elf geht, kommt dann das Taktische dazu. Aber jetzt sollen sie einfach kicken. Wir machen auch ganz viel mit vier oder sechs Toren, du darfst auf jedes Tor spielen, musst aber auch jedes verteidigen. So kriegen die Jungs das Gespür dafür, wann sie den Kopf hochnehmen müssen. Und wir machen alles mit Ball, das ist das A und O. Wir trainieren dreimal die Woche und machen einmal eine halbe Stunde nur Koordination.

-Gibt es denn ein mannschaftsübergreifendes Ausbildungskonzept oder eine Taktik, die alle Jugendmannschaften irgendwann spielen sollen, so à la Fußballschule von Barcelona?

Nein, da hat schon jeder Trainer seine eigenen Vorstellungen. Aber klar wollen wir auch möglichst viele Talente möglichst bis in die Erste Mannschaft hochbringen und wieder stärker auf den eigenen Nachwuchs setzen.

-Welche Bedeutung hat der Merkur CUP für Sie und Ihre Mannschaft?

Der ist super wichtig, denn da spielen wir auch gegen Mannschaften, die wir in der Liga nie treffen. Außerdem genießt der Merkur CUP eine enorme Aufmerksamkeit. Und für mich persönlich ist es toll, so viele andere Mannschaften anschauen zu können. Mich interessiert einfach, was die anderen machen, wie sie es machen.

Das Gespräch führte Silke Nörenberg.

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