Fairplay vorleben

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Der Ehrenkodex: Felix Drabell vom ausrichtenden SC Grüne Heide liest die Formel.

Das „Buch der Werte“ ist ein Leitfaden – vor allem für die Eltern

In diesem Jahr wird die 25. Auflage des Merkur CUP ausgespielt, und in diesem Vierteljahrhundert hat das mittlerweile wohl größte E-Jugend-Turnier der Welt viele spannende Geschichten geschrieben.

Zum Beispiel wurde Thomas Müller beim Merkur CUP entdeckt. Und mit der Sonderregel, dass für drei geschossene Tore ein Extrapunkt vergeben wird, wurde von Anfang an offensives Spiel belohnt.

Besonders wichtig ist es den Verantwortlichen des Turniers aber, Werte zu vermitteln. So verliest seit 2013 der Kapitän der Gastgebermannschaft bei jedem Turnier den sogenannten Ehrenkodex, eine Art olympischen Eid, der Werte wie Respekt, Teamgeist, Fairness, Toleranz und Freundschaft hervorhebt. Zudem gibt es ein „Buch der Werte“, das jetzt zum Jubiläum in überarbeiteter Version erschienen ist. Diesen „Leitfaden für Fairplay im Leben“, so die Kurzbeschreibung, hat beim Kreisfinale jeder Teilnehmer erhalten. Liest man die kurzen Beispiele, bei denen in Sachen Fairplay, Respekt oder Gerechtigkeit etwas richtig schief gelaufen ist, dann wird schnell klar, an wen sich das Buch der Werte auch wendet: Die Eltern und all die Erwachsenen, die eigentlich als Vorbilder für die Nachwuchskicker dienen sollten. Es aber leider in den beschriebenen Fällen nicht getan haben.

Ob der Leitfaden die mancherorts grenzwertige Stimmung auf den Jugend-Fußballplätzen nachhaltig verbessern wird – man kann es nur hoffen. „Aber die, die es lesen sollten, werden das wahrscheinlich nicht tun“, fürchtet Stefan Ertl, Jugendleiter von Grüne Heide, und stellt klar: „Die Vereine sind gefordert, es kommt darauf an, wie Fairplay vorgelebt wird.“

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