„Das dauernde Reinrufen ist leider fast normal“

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Stressresistent: „Ich jobbe in einer Großküche – das härtet ab“, sagt Schiedsrichter Jonathan Wagner.

Nachwuchsschiedsrichter Jonathan Wagner über Fairplay und Aggressionen bei Jugendspielen

18 Spiele umfasst ein Kreisfinale beim Merkur CUP, und die teilt sich ein Unparteiischen-Trio fair untereinander auf. Dabei ist es gute Tradition, dass die Spiele der Nachwuchskicker auch von Nachwuchsschiedsrichtern gepfiffen werden. In Fischerhäuser war der 16-jährige Jonathan Wagner aus Zamdorf mit von der Partie, der seit Februar offizieller Schiedsrichter ist, aber schon einiges auf dem Fußballplatz erlebt hat.

Fans und Eltern, die vom Spielfeldrand reinrufen und auffällig werden, gibt’s ja immer wieder im Jugendfußball. Dagegen bezieht der Merkur CUP deutlich Stellung. Zum Beispiel sind Fans und Eltern auf die Tribüne verbannt und dürfen den Rasen am Spielfeldrand gar nicht betreten. Macht sich das bemerkbar? 

Ich habe zwar erst vor einem guten Monat mein erstes Spiel gepfiffen und nicht so viele Vergleichsmöglichkeiten. Aber ich merke auf jeden Fall, dass die Fans weiter weg sind. Die ersten Spiele waren richtig ruhig. Das dauernde Reinrufen der Trainer oder Spieler, die auf mich losgegangen sind, habe ich bei meinen Einsätzen in der C-Jugend aber auch schon erlebt. Man muss wohl leider sagen, dass es fast normal ist. Hier ist es ja auch wieder passiert...

Beim Spiel Feldkirchen gegen Kirchheim wollten einige Herren auf der Tribüne ein Foul gesehen haben...

Die Spieler sind ineinander gelaufen und der eine Spieler ist liegen geblieben. Für mich war das kein Foul. Und ich biege nicht die Regeln für Eltern, die sich am Spielfeldrand beschweren. Wer ein bisschen Ahnung von Fußball hat, weiß, was Fair Play ist. Und zieht dann nicht solche Sachen ab, wie auch nach dem Spiel noch auf der Tribüne. Da haben mich dann ein paar „Fans“ als Schwuchtel beleidigt.

Das ist derb! Hat man da überhaupt noch Lust zu pfeifen?

Doch. Ich wollte unbedingt Schiri werden, seit ich vor zwei Jahren in der Inntaler Hobbyliga angefangen habe. Ich spiele auch selbst, Torwart, aber da bin ich nicht so vorne dabei und sitze meistens draußen. Und klar hat man insgeheim den Traum, vielleicht mal Bundesliga oder so zu pfeifen.

Haben Sie gewusst, auf was Sie sich einlassen, wie heftig es teilweise auf den Plätzen abgeht?

Ja, schon. Aber ich bin stressresistent! Gerade mache ich meinen Abschluss an der Wirtschaftsschule und ich jobbe in einer Großküche – das härtet ab!

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