Gönnen können

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Vorfreude: Die Nachwuchskicker der Spielgemeinschaft zwischen Wielenbach und dem TSV Pähl fiebern dem Anpfiff entgegen.

Kreissieger des Merkur CUP zu Gast beim FC Bayern – den Punktverlust gegen Freiburg nehmen sie locker

Bei den Fans anderer Vereine stehen die Anhänger des FC Bayern immer wieder mal im Verdacht, Erfolgsfans zu sein. Worüber sich hervorragend diskutieren lässt, auch wenn die außergewöhnlichen Erfolge der Bayern in den letzten Jahren unbestreitbar sind. Ganze sechsmal in Folge wurde der FC Bayern Meister, jüngere Fans kennen es gar nicht anders, als dass die Münchner die Bundesliga dominieren. Für die Fußballerinnen und Fußballer im Alter von zehn bis zwölf Jahren, die am Samstag in der Allianz Arena das Spiel des FC Bayern gegen den SC Freiburg verfolgten, ist die aktuelle Situation, in der der FC Bayern nicht vorneweg marschiert, also eine neue Erfahrung. „Man ist das nicht so gewohnt. Weil Bayern ja sonst immer Meister war“, erzählte Fina Moritz vom FC Moosinning.

Neben Moosinning hatte der FC Bayern als Unterstützer des Merkur CUP 16 weitere Mannschaften, die jeweils das Kreisfinale gewonnen hatten, zu dem Spiel eingeladen. Der Großteil der Nachwuchskicker und Betreuer fieberte auch mit den Bayern, 3:1 war vor dem Spiel der häufigste Tipp. Dass die Münchner gegen Freiburg nicht gewinnen könnten, glaubte kaum jemand.

Siegerlächeln: Lukas Ende, Ben Rüttinger und Quirin Schwabl (v.l.) vom TSV Murnau vor dem Spiel.

Doch die Bayern taten sich wie so häufig in den letzten Wochen schwer. Während die Tore auf sich warten ließen, beobachteten die Nachwuchskicker intensiv ihre Lieblingsspieler. David Alaba, James Rodriguez und Robert Lewandowski stehen bei den Kindern hoch im Kurs. Und natürlich Joshua Kimmich. „Er ist mein Vorbild. Er schießt super Flanken“, erklärte Fina Moritz, die in Moosinning selbst zwischen Abwehr und Mittelfeld pendelt. Für Severin Misic ist Manuel Neuer das „absolute Vorbild“. Der Elfjährige ist Torwart und Bayern-Fan. Beim Merkur CUP machte er als Keeper des TSV Bad Wiessee mit guten Leistungen auf sich aufmerksam und wechselte im Anschluss in die D-Jugend des TSV 1860. Misic fühlt sich bei den Löwen wohl, nur das Pendeln vom Tegernsee zum Training sei ziemlich anstrengend. Die ehemaligen Mitspieler aus Bad Wiessee freuen sich einerseits für ihn, vermissen ihren alten Torwart aber auch. „Ich finde das nicht so gut, weil er jetzt weg ist“, sagte Lukas Bayerschmidt.

Als Serge Gnabry in der 80. Minute das 1:0 erzielte, war der Jubel in der Allianz Arena und im Block der Merkur-CUP-Finalisten groß. Wenig später, als Lucas Höler der Ausgleich zum 1:1-Endstand gelang, freute sich nur eine. Mit einem Freiburg-Schal saß Paulina Kölblin ganz alleine unter den Bayern-Fans, der aus der Freiburger Gegend stammende Vater machte die Moosinninger Verteidigerin zum Fan der Mannschaft aus dem Breisgau. Während Kölblin zufrieden nach Hause ging, begann bei den anderen die Aufarbeitung der Partie.

Beste Stimmung: Maximilian Benkert (M.) und seine Mitspieler vom FT Starnberg sind alle Bayern-Fans.

„Die Abwehr ist nicht so gut. Sie fangen zu viele Tore“, erklärte Adrian Lützel vom Lenggrieser ASC. Sollte der FC Bayern in dieser Saison tatsächlich nicht Meister werden, könnte Lützels Teamkollege Thomas März dies verkraften. „Es wäre schon schade, aber die anderen sollen ja auch mal Meister werden“, sagte er. Ähnlich sieht es Quirin Schwabl. „Auch wenn sie mal verlieren, ist es nicht so schlimm. Ich bleibe trotzdem Bayern-Fan“, erklärte der Elfjährige vom TSV Murnau und trat damit den Beweis an, dass auch die jungen Anhänger des Rekordmeisters mit weniger erfolgreichen Spielen umgehen können.

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