Ritzers feines Näschen

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Große Jubelmomente des Turniers: Leon Dechant vom 1. FC Garmisch-Partenkirchen stürmt mit seinem Team ins Kreisfinale

FC-Trainer hatte Farchant auf der Rechnung – TSV bewirbt sich um Bezirksfinale

Die Mittenwalder Kinder hatten gerade ihre Preise für den vierten Rang beim Kreisfinale in Empfang genommen, da marschierte der kleine Seppi nach vorne. Uwe Vaders, der Merkur-CUP-Dauerbrenner aus den Reihen des Münchner Merkur, schaute überrascht. „Wer bist denn du?“, fragte er den Burschen. „Da Seppi“, bekam er als Antwort. Im folgenden Kurzinterview erfuhr man von dem gewieften Burschen so einiges: Dass er an diesem Tag erstmals Kapitän war, und dass seine Aufgabe im Team gar nicht so einfach zu beschreiben ist: „Mal spiel’ ich links, mal rechts, mal in der Mitte.“ Die Lacher hatte der Seppi auf seiner Seite. Aber ihn drückte noch irgendwas. „Willst du uns noch etwas sagen?“ fragte Vaders erneut. Seppi nickte. Und dann kam’s im besten Isartaler Dialekt: „Wir vom FC Mittenwald wollen uns beim Ausrichter TSV Murnau bedanken und wünschen allen Mannschaften einen guten Heimweg.“ Riesenapplaus gab’s für diese großartige Geste, die den Geist des Merkur CUP – Fairplay und Respekt – in eindrucksvoller Weise widerspiegelte. Zweifelsohne ein emotionaler Höhepunkt an diesem Nachmittag am Murnauer Sportplatz am See – nach all den sportlichen Ereignissen.

Preisverteilung: Die Sieger vom 1. FC Garmisch-Partenkirchen dürfen sich ihre Preise abholen – überreicht auch von der neuen Spielleiterin Sabine Gerold (l.).

Die hatten es auch in sich. Schließlich ging es um die beiden Tickets für die nächste Runde. Beim Bezirksfinale sind nur noch die besten 32 aus dem Verbreitungsgebiet des Münchner Merkur dabei. Dass ein Teilnehmer der 1. FC Garmisch-Partenkirchen sein könnte – das war keine Überraschung. „Wenn ich ehrlich bin, haben wir schon auch selbst damit gerechnet“, räumt Trainer Gerd Ritzer ein. „Wir haben einfach eine Superrunde im Herbst gespielt, und jetzt auch bisher in der Liga alles gewonnen.“ Doch taten sich die Favoriten gar nicht so leicht. Die Kicker vom Gröben hatten vor allem mit ihrer Chancenverwertung zu kämpfen. „Bei nur zweimal zehn Minuten wird’s schon schwierig, wenn du gleich am Anfang immer ein paar dicke Dinger auslässt.“ Ritzer sei von vornherein klar gewesen, „dass es ein Kampf wird“. Gegen Uffing in der ersten Vorrundenpartie lief’s beim 2:0 richtig knapp, gegen Farchant gab es gar nur ein 1:1. „Die Farchanter hatte ich sowieso auf der Rechnung“, sagt Ritzer. „Die machen viel mit ihrer Wucht.“

Damit bewies der FC-Trainer ein feines Näschen. Denn exakt diese zwei Teams trafen sich am Ende des Turniers im Finale – hatten sich aber bereits fix für das Bezirksfinale qualifiziert. Im Endspiel behielt der 1. FC knapp mit 2:0 die Oberhand. „Mit ein bisschen Glück“, sagt Florian Urban aus Farchanter Sicht – wohl mit Blick auf den fraglichen Achtmeter, den die Favoriten zum 2:0 nutzten. Eine ähnliche Aktion zuvor hatte auf der anderen Seite keinen Strafstoß gegeben.

Dank an den Ausrichter: Merkur-CUP-Dauerbrenner Uwe Vaders (r.) mit Markus Mühlbauer vom TSV Murnau.

Doch die Farchanter konnten mit ihrem Abschneiden gut leben. „Super“, sagt Urban, der sich mit Sabine Rotter, Stefan Fessenmayer und Tobias Brendgen um fast 40 Kinder im E-Jugendbereich kümmert. „Wir sind total zufrieden, dass wir die Murnauer jetzt zum zweiten Mal in zehn Tagen bezwungen haben.“ Das Duell hatte der TSV zuletzt in der Liga mit 4:2 für sich entschieden, beim Merkur CUP nun kam es zur Neuauflage. Im Halbfinale ging es direkt ums Weiterkommen. Die Farchanter behielten einen kühlen Kopf, spielten ihre körperliche Überlegenheit aus und ließen in der Abwehr kaum eine Aktion der Gastgeber zu. Das i-Tüpfelchen war schließlich, dass Quirin Nöhmeier seinen Torreicher bewies: Mit einem Dreierpack sorgte er für die Entscheidung. Der Jubel war groß, und selbst im Finale sah Urban sein Team nicht chancenlos. „Wir waren schon auf Augenhöhe“, sagt er. Nur klappte es mit dem Abschluss nicht mehr ganz so gut. Da waren die läuferisch starken Garmisch-Partenkirchner eben ein bisschen besser auf der Hut, als es die Murnauer in der Partie zuvor gewesen waren. „Vielleicht pack’ ma sie ja dann in der Liga“, spekuliert Urban ein wenig. Zum Abschluss der Saison am 5. Juli kommt’s an der Föhrenheide zum Derby.

Interessantes Datum. Denn direkt am Wochenende (6./7. Juli) steht das Bezirksfinale im Merkur CUP an. Der 1. FC und Farchant treten für den Landkreis an. Für den TSV eine große Sache: Erst zweimal in der 25-jährigen Geschichte des weltweit größten E-Jugendturniers, das von den Premiumsponsoren ESB Energie Südbayern, Cewe Fotobuch, frostkrone Tiefkühlkost sowie dem Ausrüster macron gefördert wird, gelang Farchant der Sprung unter die besten 32: 1997 und 2007. Nun der dritte Anlauf. Und weil’s so schön ist, hat sich der TSV auch gleich um die Ausrichtung eines der vier Turniere beworben – wie auch der ASV Antdorf aus dem Nachbarkreis Weilheim. „Wär’ super, wenn’s klappt“, sagt Urban. „Ein Heimspiel, das hätt’ schon was.“

Nur eines ist schade: Der Seppi aus Mittenwald wird definitiv fehlen.

Den kompletten Zeitungsbericht vom Kreisfinale gibt's hier zum Download.

Alle Ergebnisse im Überblick.

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