Getrocknete Tränen

Im Vorjahr litt der TSV Murnau beim Kreisfinale dahoam, schied im Halbfinale aus. Nun startet der Favorit am Samstag auf dem Platz am See den nächsten Anlauf Richtung Bezirksfinale.

Torhüter sind verrückte Typen. Oliver Kahn biss, Toni Schumacher trat – und Dennis Destek flog gegen den Pfosten. Er wird es nicht vergessen. Zehn Jahre war er alt, als ihm das Missgeschick passierte. Auch noch beim Merkur CUP, dem Turnier, auf das die E-Jugendlichen die ganze Saison hinfiebern. Er blutete. Im Krankenhaus nähte man die Wunde. Nachmittags spielte er wieder. Nur nicht mehr im Tor. „Durfte ich nicht“, sagt der Uffinger. Sein Team, der SVU, schied aus. Das Turnier damals fand in Murnau statt. Daran erinnert sich der 25-Jährige noch.

Heute lacht er über den Unfall. Aber er dient auch als Warnhinweis für sein Team – die Murnauer Überflieger, die am morgigen Samstag das Kreisfinale auf den Plätzen am See (ab 11 Uhr) ausrichten. Der Merkur CUP läuft nach seinen eigenen Regeln ab. „In 20 Minuten kann so viel Unglückliches passieren“, sagt Destek. Die kurze Spielzeit fördert Sensationen. Im Vorjahr verloren die hochgehandelten Murnauer im Halbfinale. Es schmerzte doppelt, weil sie daheim an der Poschinger-Allee ausschieden. Hinterher tränkten sie den Rasen mit Tränen. Destek hält es für wichtig, dass sein Team das Verlieren lernt. „Das ist ein Hauptthema.“ Es geht ihm gar nicht so sehr um den Merkur CUP, das größte E-Jugend-Turnier der Welt. Ob Liga-Partie, Testspiel oder Wettbewerb – beim TSV Murnau unterscheiden sie nicht. „Die Jungs sollen einfach so gut kicken, wie sie können“, betont ihr Trainer. In neun von zehn Fällen reiche das für einen Sieg. „Das soll bitte nicht arrogant klingen“, schiebt Destek nach. Das bringen die einmaligen Strukturen in Murnau mit sich. Der TSV-Kader umfasst 18 Spieler, die „charakterlich super sind“. Darunter einige Top-Einzelspieler, insgesamt ein „gutes Team“, findet der Coach. Aus diesem Pool bildet er zwei Mannschaften, jede mit einem Kern aus sechs, sieben Kickern. Den Rest schiebt er hin und her zwischen den Teams. „Die sind alle nahe beieinander.“ Eine Stammformation hat Destek keine. Jeder darf mal von Anfang an ran. Gerade weil seine Mannschaft so oft und so deutlich gewinnt, warnt der Trainer seine Burschen häufig. „Sie müssen jedes Spiel ernst nehmen.“ In der Vorrunde trifft Destek auf seinen Heimatverein SV Uffing (ein Mit-Favorit fürs Halbfinale) sowie Ohlstadt und Mittenwald. In Gruppe B gelten die Ammertaler Talente von der SG Bad Kohlgrub/Unterammergau als Top-Favorit mit Außenseiterchancen für Farchant.

Unabhängig vom Abschneiden der Gastgeber bewerben sich die Drachen für das Bezirksfinale am 1. Juli. Es soll an der Poschinger-Alle steigen. Für den Kreis-Entscheid weichen die Murnauer auf den Platz am Staffelsee aus. Es ging nicht anders, sagt Jugendleiter Markus Mühlbauer. Auf der großen Sportanlage bei Neu-Egling kicken sämtliche TSV-Mannschaften – inklusive der Senioren-Teams. Der Aufwand, alle Partien zu verschieben, wäre deutlich zu groß gewesen. Voriges Jahr hatten die Murnauer bereits die Vorrunde am See ausgetragen. Damals vergaß die Gemeinde zu mähen. Ein Missverständnis. Mühlbauer scherzt: „Wir haben mittlerweile einen eigenen Mäher.“

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