Skandal beim MerkurCup

Zwei Jungs bedrohen Schiedsrichter: Turnierausschluss für Finalist Germering

Der SC Unterpfaffenhofen profitiert von der Disqualifikation der Stadtnachbarn und rückt als Kreisfinal-Vierter in die nächste Runde auf.

25 Jahre nach der ersten MerkurCUP-Auflage mit der Premiere in Germering hat just der damals gastgebende Verein beim aktuellen Kreisfinale in Maisach für einen bei diesem Wettbewerb bislang noch nie dagewesenen Skandal gesorgt.

VON HANS KÜRZL

Maisach – Weil zwei U11-Buben des SV Germering den Schiedsrichter massiv bedroht haben, wurde das komplette Team vom weiteren Turnierverlauf ausgeschlossen. Neben Endspielsieger SC Fürstenfeldbruck rückt damit der drittplatzierte SC Unterpfaffenhofen in die nächste Runde auf oberbayerischer Ebene vor.

Der dafür eigentlich qualifizierte SV Germering wurde wegen unsportlichen Verhaltens zweier Spieler für dieses Jahr komplett vom weltweit größten U11-Jugendturnier ausgeschlossen. Ob das nur für dieses Jahr gilt, wird erst noch entschieden. Turnierleiter Uwe Vaders: „Der Verein steht unter Beobachtung.“ Bei dem Vorfall habe es sich um eine massive Schiedsrichterbeleidigung mit drohendem Unterton gehandelt, die im Sinne des Fairplay nicht mehr hinnehmbar gewesen sei. Einer der Väter der betroffenen Spieler hat sich mittlerweile bei Vaders für das Verhalten seines Sohnes entschuldigt. Er wollte zunächst unter allem Umständen vermeiden, dass wegen des Fehlverhaltens seines Sprösslings das komplette Team bestraft werde. Weil die Situation nach Spielschluss aber im kompletten Germeringer Umfeld außer Kontrolle geraten war, pocht die Turnierleitung auf die Disqualifikation.

Der Ausschluss

Auslösers war beim Finale gegen den SC Fürstenfeldbruck ein umstrittenes Tor zum 2:0, bei dem die späteren Sieger und Jung-Schiedsrichter Jan Nagel den Ball hinter der Linie gesehen hatten. Die Germeringer reagierten mit hitzigen Kommentaren auf die Entscheidung, die zwei Rote Karten nach sich zog. SV-Trainer Peter Zwickl schwankte zwischen Erklärungsbedarf und Entschuldigung. „Eigentlich war die ganze Aufregung unnötig.“ Denn laut Reglement kommt auch der Verlierer des Kreisfinals in die nächste Runde. „Andererseits will jeder auch das Finale gewinnen.“ Dass seine Kinder über die Entscheidung enttäuscht gewesen seien, „muss man irgendwie verstehen“.

Zwickl gehörte auch zu denjenigen, die mit anderen Betreuern und Eltern aus den Reihen des SVG versuchten, die Situation zu deeskalieren. Die zwei vom Platz gestellten Spieler mussten auch das Gelände des SC Maisach verlassen. Nach Angaben von Verbandsspielleiter Walter Huppmann (Penzing) hatte sich nach Turnierende auch ein Elternteil eines der des Feldes verwiesenen Spielers entschuldigt.

Huppmann stellte aber ebenso klar: Der Schiedsrichter habe „eindeutig geschützt werden müssen“. Dass das Finale vom jüngsten der drei Unparteiischen geleitet worden sei, sei auf Grund der Leistungen zuvor völlig in Ordnung gewesen. Der Entscheidung des Sportgerichts wolle er nicht vorgreifen. Gewisse Bauchschmerzen bereite ihm lediglich, dass der betroffene Schiri dem SC Unterpfaffenhofen angehöre. Die innerstädtische Konkurrenz vom Germeringer Sportverein spielte in diesem Jahr erstmals in der Brucker MerkurCUP-Gruppe mit, nachdem der Klub bis dahin der Münchner Liga angehörte und sich erst 2018 mit allen Mannschaften der Zugspitz-Gruppe angeschlossen hat.

Der Schiedsrichter

Dass nun just der SC Unterpfaffenhofen profitiert, nahm dessen Vize-Jugendleiter und U11-Trainer Manuel Duscha mit gedämpfter Freude zur Kenntnis. „Natürlich nehmen wir es an, wenn wir ins Bezirksfinale nachrücken können.“ Er verwies aber deutlich darauf, dass „sich eigentlich der SV Germering dafür qualifiziert hat“. Das geschah beim Halbfinale, als der SCU im Acht-Meter-Schießen unterlegen war. Auch beim Endspiel gegen den SC Fürstenfeldbruck wirkte der SV Germering zunächst technisch pfiffiger, ehe dann das umstrittene Gegentor fiel.

Der Turniersieger

SCF-Trainer Manfred Ebitsch hakte den Erfolg mit routinierter Freude ab und blickt schon weiter voraus. „Das darf für uns aber nicht Endstation sein.“ Ebitsch sieht das große Finale im Unterhachinger Drittliga-Sportpark als großes Ziel. Das 6:0 beim Maisacher Finale empfand er als zu hoch. „Aber wenn uns die Germeringer so viele Geschenke machen...“ Zum Turnierbeginn hatte sich aber auch der SCF Minuspunkte bei der Fairplay-Wertung eingehandelt, als das Team trotz zweimaliger Aufforderung nicht zur Eröffnungszeremonie kam.

Sportsgeist

Im Spiel um Platz drei erwiesen sich dann die Upfer Buam treffsicherer als der SC Gröbenzell. Auch hier ging es ins Acht-Meter-Schießen, das Unterpfaffenhofen für sich entschied – nichts ahnend, dass dies tags darauf durch die Jury-Entscheidung von großer Tragweite sein würde. Gröbenzell stand bei der Siegerehrung trotzdem mit im Mittelpunkt. Die Mannschaft wurde mit dem Fairplay-Preis ausgezeichnet.

Der Gastgeber

Wenn Spielleiter Walter Huppmann „von einer guten Turnierorganisation“ spricht, adelt er damit vor allem immer die gastgebenden Vereine. Der SC Maisach jedenfalls fand locker Aufnahme in den Kreis derjenigen Klubs, auf die er sich als Verbandsfunktionär verlassen könne. „Große Sorgfalt und großes Engagement“ bescheinigte Huppmann den Gastgebern. „Das hatte schon das Niveau für ein Bezirksfinale.“

Das Bezirksfinale

Ausgetragen wird die nächste Runde am 6. und 7. Juli bei vier verschiedenen Vereinen. Austragungsorte und Teilnehmerfeld stehen noch nicht fest. Wohin die Reise für die Landkreis-Teams geht, wird erst in den Pfingstferien ausgelost. Dass erstmals dieser Modus gewählt wurde, erklärt Huppmann so: „Damit soll verhindert werden, dass sich Vereine ein vermeintlich leichteres Turnier aussuchen und deswegen bewusst auf Platz zwei spielen.“

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