Bestens vertraut mit den Ritualen der Idole

Titelsammler: Die Mädels vom SC Huglfing haben heuer den Merkur CUP gewonnen. Eva Renner (hinten links) ist nicht zum ersten Mal im Stadion. Sie war schon auch schon bei den Löwen: „Aber bei Bayern ist die Stimmung besser.“ fotos (5): marcus Schlaf

Die Merkur CUP-Kinder analysieren beim Bayern-Spiel gegen Augsburg Lewandowskis Haare und Tore – Schwarz-gelbe Trainingskluft wird ausnahmsweise versteckt

Als Stadionsprecher Stephan Lehmann vor dem Bayern-Spiel gegen Augsburg in den Mittelkreis tritt, um die Aufstellung zu verkünden, wird es laut in der Allianz Arena, oben im dritten Rang, im Block 305. Tyler Tenger (11) und seine Kameraden von der SpVgg Alternerding wissen, was sie zu tun haben. Das Ritual vor dem Anpfiff ist bekannt. „Sven“, dröhnt es aus den Lautsprechern. „Ulreich“, brüllen die jungen Fußballer, so tierisch laut, dass sie den Ultras Konkurrenz machen. So geht das die Startelf durch. Hummels, Robben, Kimmich. Nur auf einen Namen wartet Tyler vergeblich, auf den seines Vorbilds: „Boateng sitzt auf der Bank“, weiß der Innenverteidiger der SpVgg. Enttäuscht? „Nein, Hummels ist ja auch gut.“

Danke für die Tickets: Cornelius Pfeiffer, Eren Hincal, Valentin Leibelt und Nelson Dongmo (v. l.) vom SC Fürstenfeldbruck sind Bayern-Fans, „weil sie die Tore so gut rausspielen“.

Eingeladen hatte Tyler und seine Altenerdinger Teamkollegen der FC Bayern, ebenso wie 16 weitere Mannschaften, die sich beim Merkur CUP, den unsere Zeitung mit dem Bayerischen Fußballverband, E.ON Bayern, Ensinger Mineral-Heilquellen und dem offiziellen Ausrüster macron austrägt, heuer in den Kreis-Finals behauptet hatten. Im Block 305 dominiert die Farbe rot. Die Spieler von der SE Freising haben ihre schwarz-gelben (!) Trainingsanzüge unter roten Bayern-Trikots versteckt. Angesichts solches modischen Fingerspitzengefühls entgeht Mateja Kostic (11), dem Torwart, auch eine optische Veränderung im Bayernkader nicht. „Der Lewa hat ja blonde Haare“, sagt er, als auf der Anzeigentafel der Stürmer gezeigt wird. Sein Teamkollege Benjamin Dighache, ebenfalls 11: „Geile Frisur.“ Den treffsicheren Angreifer behält Benjamin, selbst Stürmer, genau im Auge. „Ich finde den Lewa cool, er schießt so viele Tore.“ Da kann man sich auch als Merkur-CUP-Finalist noch was abschauen. Die Partie verfolgt Benjamin mit Torwart Mateja und seinem Sturmpartner Marino Pajic. Mit seinem Tipp sollte Benjamin am Ende richtig liegen: „Bayern siegt, und Lewa trifft – zwei Mal.“

Lewandowskis Haare sind auch Eva Renner und Laura Schmid, beide 11, vom SC Huglfing nicht entgangen („Geht eigentlich“). Die zwei Außenverteidigerinnen sind „natürlich“ Bayern-Fans und eifern den Titelsammlern nach: Mit ihrem SC haben sie den Merkur CUP gewonnen. Eva Renner ist nicht zum ersten Mal im Stadion. „Ich war schon zwei Mal bei Sechzig und einmal bei Bayern“, sagt sie. „Aber bei Bayern ist die Stimmung viel besser.“

Lewandowski als Vorbild: Die Freising-Stürmer Benjamin Dighache (l.) und Marino Pajic (r.) beobachten den Torjäger ganz genau. Mateja Kostic tippte den Bayern-Sieg richtig.

Auch Florian Schwaller (11) ist von der Atmosphäre begeistert. „Die Stimmung ist immer so gut“, sagt der Torwart vom TSV Peißenberg, der das Spiel mit seinen Mitspielern Moritz Probst und Pascal Ott schaut. Sein Vorbild: Klar, Manuel Neuer. Wie der Nationalspieler will Florian mal ins Bayern-Tor. „Jetzt kann ich ihn noch nicht verdrängen – aber später vielleicht.“ Bis dahin will er sich noch etwas abschauen vom Keeper.

Tyler Tenger wartet vergebens auf die Einwechslung seines Vorbilds. Boateng wird 90 Minuten geschont. Damit Tyler irgendwann einmal so gut ist wie der Bayern-Innenverteidiger und vielleicht für Bayern aufläuft, muss er noch ein bisschen trainieren, wie er selbst sagt. Was ihm fehlt: „Aggressivität.“ Sein Trainer, der neben ihm sitzt, attestiert ihm schon eine ähnliche Spielweise wie Boateng. Etwas Training und Geduld ist aber auf jeden Fall noch gefragt, bis Tyler unten auf dem Rasen steht und oben auf den Rängen künftig Merkur-CUP-Finalisten seinen Namen brüllen.

Weitere Artikel

Schöne Folgen vorbildlichen Verhaltens

Fairness gehört zum Fußball einfach dazu. Auch beim Merkur CUP, dem größten U 11-Juniorenturnier seiner Art, der vom Münchner Merkur und seinen …
Schöne Folgen vorbildlichen Verhaltens

Faire Sachsenkamer

Groß war die Freude, als die E-Junioren des SV Sachsenkam ihre neuen Trikots in Empfang nahmen.
Faire Sachsenkamer

Verdienter Preis für die fairste Mannschaft

Das war mal eine gelungene Premiere! Die E-Juniorenfußballer des TSV Paunzhausen haben im Frühjahr zum ersten Mal überhaupt am Merkur CUP – dem …
Verdienter Preis für die fairste Mannschaft

Kommentare