MERKUR CUP-KREISFINALE 2022

Freudentaumel im Dauerregen

Fairplay first: Lisa Schlecht vom Gastgeber FC Wang verlas den Ehrenkodex. Vincent Straube (l.) und Maximilian Paukner (r.) unterstützten sie dabei.
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Fairplay first: Lisa Schlecht vom Gastgeber FC Wang verlas den Ehrenkodex. Vincent Straube (l.) und Maximilian Paukner (r.) unterstützten sie dabei.

Im Herrenfußball sind der VfB Hallbergmoos und der SE Freising die beiden Vorzeigeclubs des Landkreises. Am Sonntag bot sich im Kinderfußball das gleiche Bild: Der SEF und der VfB setzten sich im Kreisfinale des Merkur CUP durch und könnten nun im Bezirksfinale auf Bayern, 1860 oder Unterhaching treffen.

Wang – In der Vorrunden-Gruppe A waren die Verhältnisse schnell geklärt. Von Beginn an dominierten der TSV Eching (zwei Siege, 10:1 Tore) und der superstarke Gastgeber FC Wang (zwei Siege, 10:0 Tore). Im direkten Duell ging es nur darum, wer als Gruppensieger im Halbfinale um den Turnierfavoriten SE Freising herumkommt. Dies gelang den Echinger Buben mit einem glatten 4:1-Erfolg.

In der anderen Gruppe waren die Freisinger mit drei Siegen die klare Nummer eins. Dahinter war es eng zwischen Hallbergmoos, Neufahrn und Haag. Damit wurde die letzte Gruppenpartie der VfB-Junioren gegen Haag zu dem Endspiel, in dem der Sieger weiterkommt. Hier zeigten die Hallberger mit einem nie gefährdeten 6:0 gegen den VfR Haag, warum sie bei den Vorrunden-Turnieren zum Mitfavoriten avancierten.

Willkommen in Wang! Die acht besten Landkreis-Mannschaften durften beim Freisinger Kreisfinale des weltweit größten E-Jugend-Turniers den Merkur CUP schon einmal bewundern.

Pünktlich zum Semifinale kam der Starkregen, das Halbfinale Eching gegen Hallbergmoos erinnerte an die historische WM-Schlacht von Bern. Julian Plöchinger und Moritz Preller brachten die VfB-Buben in einem offenen Spiel auf hohem Niveau zweimal in Führung. Den zwischenzeitlichen Ausgleich schafften die Zebras durch ein erzwungenes Eigentor nach einer scharf hereingetretenen Ecke von Leonhard Brandmaier. VfB-Trainerin Stefanie Karamatic meinte nach dem Halbfinale, dass sie nie das Gefühl gehabt habe, man würde das Duell verlieren. Auf der anderen Seite sah der Echinger Trainer Thomas Summerauer „ein typisches Unentschieden“ – wobei man in den Schlussminuten zu viel liegengelassen habe.

Glückliche Sieger: Die SEF-Buben freuten sich über das Bezirksfinal-Ticket und Freikarten für ein Bayern-Spiel.

Im zweiten Halbfinale gewannen die SEF-Kicker mit 3:1 gegen den FC Wang, hatten dabei aber mehr Mühe als gedacht. Zwar ging Freising in Führung, aber nach dem Ausgleichstor von Vincent Straube stand’s lange Zeit 1:1. Auch wenn der SEF mehr Ballbesitz hatte, begeisterte Wang seine Anhänger und hatte kurz vor dem 3:1 eine Topchance – das wäre das 2:2 gewesen.

Rasantes Spiel: Leart Popaj (M.) vom SE Freising duellierte sich im Halbfinale mit Wangs David Betzenbichler (r.).

Im Endspiel führte dann Hallbergmoos schnell durch einen Treffer von Julian Plöchinger, kassierte aber keine 30 Sekunden später den Ausgleich, als ein weiter Abschlag über den entsetzten Torwart hinweg ins Tor flog. Letztlich ging es ins Achtmeterschießen, das mit 4:3 an den Favoriten aus Freising ging. Beim SEF blickte Trainer Benjamin Winter im Anschluss gleich nach vorne und betonte noch einmal, „dass der Merkur CUP unsere Champions League ist. Wir wollen nach Haching!“ Das Finalturnier der besten acht Mannschaften wird am 16. Juli im Sportpark Unterhaching ausgetragen – und bis dahin fehlt noch ein Schritt. Die Freisinger fahren zu einem der Bezirksfinals (2./3. Juli), um dort eines der Tickets für Haching zu ergattern. Trainer Winter hofft nur, dass man von den drei Großen Bayern, 1860 und Unterhaching nur maximal einen ins Bezirksfinale gelost bekommt. In Wang war der Coach sehr zufrieden mit der Leistung – im Halbfinale und Endspiel habe sein Team in engen Phasen noch einmal zulegen können.

Prima gehechtet! Im Finale wehrte VfB-Keeper Emil Pflugbeil im Achtmeterschießen diesen Versuch ab – aber am Ende hatte Freising die Nase vorne.

Für den VfB Hallbergmoos ist das Erreichen des Bezirksfinales ein Erlebnis. „Klar wäre es cool, gegen die Bayern oder den TSV 1860 zu spielen“, sagt Trainerin Karamatic. Sie verkörpert das Selbstvertrauen ihrer Buben: „Nach dem holprigen Start haben wir im letzten Gruppenspiel, im Halbfinale und im Endspiel gezeigt, dass wir verdient weitergekommen sind.“ Die Hallberger Treffer erzielten Felix Preller (4), Moritz Preller (4), Julian Plöchinger (2), Yannic Adam und Fabian Theil.

Der TSV Eching gewann das Spiel um Platz drei mit 3:0 gegen den FC Wang und schied mit viel Applaus aus. „Natürlich waren unsere Jungs enttäuscht“, sagte Trainer Thomas Summerauer. „Aber es konnten eben nur zwei der drei besten Mannschaften weiterkommen.“ Man habe ein tolles Turnier gespielt und nur eine Niederlage kassiert.

Organisator Torsten Horn zeigte sich sehr zufrieden mit dem Kreisfinalturnier. 

Ein Gewinner im Merkur CUP 2022 war zweifelsohne der FC Wang, der ein toller Gastgeber für das Kreisfinale war und dessen Team sportlich selbst den besten Mannschaften das Leben schwer machte. Es ist kein Geheimnis, dass die stärksten Spieler des Clubs auf dem Zettel größerer Vereine stehen und fußballerisch wohl bald neue Wege gehen. „Wir sind sehr stolz auf unsere Leistungen“, sagte Trainer Andi Straube. Er wusste um die Chance im Halbfinale gegen Freising, aber die Freude über die Top Vier im Landkreis war größer. Die Turniertore des FCW schossen David Betzenbichler (5), Vincent Straube (2), Felix Pfaffinger, Tom Scheitler, Maximilian Enzl sowie Maximilian Paukner.

Der fünfte Turnierrang ging an den TSV Au, der sich mit 4:3 nach Achtmeterschießen gegen den FC Neufahrn durchsetzte. Trainer Tobias Schreck hatte beobachtet, dass seine Schützlinge anfangs etwas zu sehr vom Umfeld des Turniers beeindruckt waren. Am Ende könne man mit Platz fünf gut leben. „Es war ein tolles Event, wir können stolz auf unsere Leistungen sein“, so Schreck. Die Auer Tore schossen Ben Radlmeir (2), Basti Schreck (2) und Bene Schreck.

Über den ESB-Fairnesspreis – einen Trikotsatz und 20 Exemplare des Buchs der Werte – freute sich der VfR Haag. FT-Sportredakteur Michael Leitner gratulierte den Buben.

„Unsere Kids konnten ihre Leistung nicht ganz abrufen“, bilanzierte hingegen Ludwig Kinzler vom FC Neufahrn angesichts von Platz sechs. Dennoch habe das Turnier Spaß gemacht – das Ergebnis könne sich sehen lassen. Die Neufahrner Tore markierten Matthias Balogh (2), Safwen Attalai und Stavros Michalakis.

„Ein Tor geschossen und nicht Letzter geworden“, resümierte Gerhard Pillmayer vom SVA Palzing kurz und prägnant. Dank des Treffers von Jonas Bügl gewann seine Truppe das Duell der Underdogs gegen den VfR Haag um den siebten Platz. Pillmayer betonte, dass man sehr stolz auf das Erreichte sein könne.

Sie hatten leichtes Spiel: Die drei Kreisfinal-Schiedsrichter (v. l.) Alexander Gifthaler von der SG Eichenfeld, David Vogt vom BC Attaching und Stephan Fox vom SV Marzling machten einen perfekten Job.

Diesen Stolz hatte er gemeinsam mit Benjamin Kockott, dem Coach des VfR Haag. Seine Mannschaft hat das Turnier genossen – das knappe 0:2 gegen den späteren Champion Freising war für die Buben wie ein Sieg. Überraschend gab es dann noch etwas Großes zu feiern für den VfR: Das Team wurde für den ESB-Fairnesspreis ausgewählt, den mehrere Mannschaften hätten bekommen können. Auch die drei Schiedsrichter Stephan Fox (SV Marzling), David Vogt (BC Attaching) und Alexander Gifthaler (SG Eichenfeld) bestätigen, dass es ein sehr faires Turnier war. Die erstklassigen Gastgeber vom FC Wang und die Organisatoren Nicoletta und Torsten Horn hatten ebenfalls einen entspannten Tag. Nur das Wetter mit Dauerregen ab den Halbfinalspielen hätte ein bisschen besser sein dürfen.

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